Öhm, liebe FSF: Google ist ein Konzern. ALLES was die tun dient der eigenen Dominanz. Warum enwickeln die sonst quasi für jede Anwendung auf der Erde eine eigene Lösung? Und nachdem Google zunehmend asozial mit der Open-Source-Community umgeht (siehe Chrome und Android) kann man mit Argumenten wie "Ihr seid es uns schuldig" wahrscheinlich sowieso nicht viel erreichen.
Nebenbei: Warum hat Google eigentlich On2 gekauft? Was planen die nun schon wieder, gehts nur um die generellen Patente auf Videokompression oder wollen die demnächst VP8 als Codec durchdrücken und den Rest der Welt zur Kasse bitten?
Kannst Du näher erläutern, was an Googles Entwicklung von Chrome asozial sei? Das würde mich interessieren.
Bug-Reports werden ernst genommen, die Kommunikation mit der Entwickler-Gemeinde scheint auch zu klappen, Chromium kann sich jeder ohne Schwierigkeiten installieren, ...
Erstmal ist Google natürlich auf Profit aus und da wird Linux nicht Sytem Nr.1 sein. Das ist zwar nicht schön aber so ist das nun mal. Ich würde es doch nicht anders machen, wenn ich ein Unternehmen hätte. Und im Gegensatz zum Explorer liegen ja wohl noch Welten dazwischen
> die Kommunikation mit der Entwickler-Gemeinde scheint auch zu klappen
Mit der eigenen Entwickler-Gemeinde: Vielleicht. Mit den Entwicklern der vielen Projekte die Google einfach geforkt hat (sqlite, ffmpeg, icu, libjingle etc.): Nö.
Siehe dazu auch http://www.pro-linux.de/NB3/news/1/15027/engineering-manager-von-fedora-kritisiert-google-chrome.html
Naja, liegt wahrscheinlich daran, dass die ihre Programme in Windowsmanier entwickeln. Da hat man auch nicht mindestens 20 Abhängigkeiten pro größerem Programm, sondern installiert es einfach, meist egal ob es sich um XP, Vista oder 7 handelt. Bei Google Earth liefern die ja auch allemöglichen Systemlibraries mit.
Außerdem kann man wohl davon ausgehen, dass Google keine weltbewegenden Sachen an sqlite usw. geändert hat.
Grundsätzlich stimme ich dir bei dieser Aussage zu. Jedoch konkurriert Google mit ihrem Geschäftsfeld nicht mit dem OSS Bereich. Google vermarktet keine Software und Google verdient das Geld nicht durch den Verkauf von Lizenzen. Googles Einnahmen stammen primär immer noch durch das Vermarkten von (personalisierter) Werbung. Software ist für Google "nur" ein Tool um diesen Markt weiter auszubauen.
Darum steht Google OSS Projekten durchaus freundlich gegenüber. Ist an einigen Projekten stark beteiligt (z.B. Python), unterstützt auch Projekte von denen sie nicht direkt profitieren (z.B. SoC), und hat auch selbst umfangreiche Projekte veröffentlicht (z.B. GWT).
> asozial mit der Open-Source-Community
Natürlich ist nicht immer alles so wie es sein soll, aber "asozial" ist bestimmt nicht die passende Bezeichnung (siehe oben). Sowohl Chrome als auch Android sind OSS Projekte. Dass man sich erstmals darauf konzentriert das fertig zu bekommen wo auch Geld rein kommt, ist verständlich.
> Warum hat Google eigentlich On2 gekauft?
Da kann man nur spekulieren. Angekündigt wurde der Kauf als der Streit um die HTML 5 Codecs ausgebrochen ist. Google selbst hat sich immer für offene Standards eingesetzt (man muss nur schauen was von Google Gears alles in HTML5 geflossen ist). Einen offenen Codec zu haben mit welchem man 100% der Marktes erreichen kann, ist für Googles Geschäftsfeld bestimmt wichtiger, als einen dritten Codec in den HTML 5 Streit rein zu werfen, der die gleichen Probleme hat wie einer der vorhandenen Codecs (nämlich Lizenzkosten), und damit genau so wenig als Lösung akzeptiert wird.
Von daher sehe ich gute Chancen, dass Google schon mit dem Kauf von On2 schon genau das geplant hat, was die FSF fordert.
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert. Zuletzt am 22. Feb 2010 um 15:04.
> Nebenbei: Warum hat Google eigentlich On2 gekauft? > Was planen die nun schon wieder, gehts nur um die generellen Patente auf Videokompression
Mal drüber nachgedacht, dass Google evtl. von Anfang an genau das vorhatte, was die FSF derzeit einfordert? Möglicherweise ist genau das der ganze Plan hinter dem On2-Aufkauf: Zugriff auf die On2 Video-Codecs (von Theoras Vorgänger VP3 angefangen, über den selbst in Flash enthaltenen VP6-Codec bis hin zum Schlachtschiff VP8)? Um entweder alle diese Codecs oder auch nur VP8 als Open-Source freizugeben und unter eine royalty-free licence zu stellen? Damit diese dann erneut vorgelegt werden können für HTML5/HTML6 als Baseline-Codec?
Siehe dazu auch: The Register: Is Google spending $106.5m to open source a codec? http://www.theregister.co.uk/2009/08/06/google_vp6_open_source/ (06.08.2009)
Weshalb wird bei dieser ganzen Aktion gemutmaßt, Google führe Böses im Schilde bzw. wollte das Ganze zu höchst eigennützigen Zwecken veranstalten?
Vielleicht will man ja bei Google lediglich einen für alle (bis auf die H.264-Patenthalter Apple und Microsoft) nutzbringenden Beitrag und Befreiungsschlag damit bezwecken, damit HTML5 doch noch zu dem ursprüngl. angedachten Baseline-Codec (egal, wie der nun heißt, ob Theora, Theora Pro, VP8 oder Dirac -- Hauptsache frei, lizenzfrei und von allen Browser-Herstellern ohne Ängste bzgl. Lizenzen oder Patenttrollen implementierbar) zu verhelfen?
Google wäre nicht das erste Unternehmen, das eine zuvor unfreie Technologie aufkauft, um sie hernach Open-Source zu stellen bzw. unter eine freiere Lizenz zu stellen, damit die Allgemeinheit einen höheren Nutzen davon haben kann bzw. damit's woanders (in diesem Fall an der HTML5 Video-Front), wo die Pferde festgefahren zu sein scheinen, weitergehen kann.
mich nimmt wunder, was für Technologien Google gekauft hat und anschliessend FOSS gemacht hat. Also ich will es wirklich wissen, da ich mich nicht gut auskenne und weil mir nichts in den Sinn kommt.
Es ist völlig egal und unerheblich, ob Google sowas zuvor schon mal gemacht hat oder nicht. Wenn nein, dann wäre das eben, bezogen auf Google, das erste Mal. So what? Abgesehen davon gibt's unzählige Beispiele in der FOSS, wo sich Google mit Geld, Code, Entwicklern und Engagement an anderen FOSS-Projekten beteiligt, um sie weiter nach vorne zu bringen. U.a. zählen da auch diverse Code-Beiträge zu MySQL 5.4/5.5 dazu, welche MySQL einige Enterprise-Features beschert haben bzw. MySQL besser im Umgang mit MultiCore-Prozessoren gemacht haben. Google ist ein großer Anwender und Nutzer von MySQL und hat sicherlich ein großes Interesse, dass es dieser DB gutgeht. Das ist zwar OT, zeigt aber nur anhand eines einzigen Beispiels, dass ein eigennütziger Gedanke durchaus auch mal indirekt gedacht und formuliert werden kann bzw. ein FOSS-Projekt durchaus davon profitieren kann, wenn ein Unternehmen jene Software für sich als so wichtig, erhaltenswert und ausbauwürdig erachtet hat, dass es da hinein inverstiert und alle was davon haben. Gleiches eben bzgl. HTML5 und dem Dilemma mit den Video-Codecs.
Völlig abseits dessen, ob nun VP8 geöffnet werden mag oder nicht: Apple und Microsoft sind mit dem Aufkauf von On2 ihrer bisherigen Gegenargumente gegen Ogg Theora beraubt: hinter sämtlichen On2-Codecs steht nun Google als Lizenzhalter. Wenn ein Patent-Troll um die Ecke kommen sollte, dann muss er sich mit Google bzw. Googles Anwälten auseinandersetzen. Das ist schon ein anderes Kaliber als das bisherige kleine und mit einer möglichen Patentklage leicht zu überrollende On2-Unternehmen. Zudem hat Google ganz andere Ressourcen als On2, um z.B. intensiv Patentrecherche bzgl. Theora und der anderen VPx-Codecs von On2 zu betreiben. Man steht in dieser Hinsicht nun, was die Gefahr durch Patenttrolle aus dem Vervborgenen angeht, auf gleicher Stufe wie H.264. Wenn es ein Risiko gibt, dann ist das nun sicher nicht größer als bzgl. H.264. Oder anders ausgedrückt: das Risiko, dass bzgl. H.264 ein Patenttroll daherkommt und jemanden in Grund und Boden verklagt, ist nicht kleiner als das Risiko bzgl. der VPx-Codecs von On2. Microsoft und Apple als bisherige Verweigerer bzgl. Theora haben nun Google als Lizenzhalter sich gegenüberstehen. Und wenn der sagt: Theora oder/und VP8 kann bedenkenlos eingesetzt werden, wir haben da intensiv recherchiert und unsere Anwälte damit beauftragt, das zu prüfen, dann liegt ab nun jetzt mehr Gewicht in dieser Aussage, als wenn so ein relativ kleines Unternehmen wie On2 das tätigt und sagt.
Es gibt, erst Recht nach diesem Kauf von On2 durch Google, eigentlich immer weniger plausible Gründe, weshalb sich Apple und Microsoft noch länger verweigern können, wenigstens Ogg Theora in ihren Browsern zu implementieren oder später, sollte VP8 mal freigegeben sein oder Know-How von VP8 z.B. in den VP3-basierten Theora-Codec reingeflossen sein, auch VP8 oder meinetwegen einene Theora2- oder TheoraPro- (oder wie immer er sich nennen sollte) Codec zu implementieren.
Also: warum erstmal was Schlechtes annehmen und Google was Schlechtes unterstellen, wenn das Gute eigentlich viel näher liegt und auch viel mehr inhaltlichen Sinn ergäbe? Google hat ein vitales Eigeninteresse an offenen (Web-)Standards, an FOSS im Allgemeinen und am Erfolg von HTML5 im Besonderen. Und man hat dort ja bzw. Youtube und HTML5 auch vor wenigen Wochen vielsagend die Türe insofern offengelassen, dass man jederzeit offen sei, neben H.264 und Flash-Videos durchaus auch noch andere Video-Codes zuzulassen bzw. Videos in anderem Format bereitzustellen. Diese Aussage passt ins Bild, Google in dem Sinne, wie ich es geschildert habe, gute Absichten zu unterstellen bzw. das zuvorderst anzunehmen.
thx für das Beispiel. ich gehe davon aus, dass du das mit dem Unterstellen nicht auf mich bezogen hast, da ich nicht vor hatte google etwas zu unterstellen.
gibt es noch weitere Beispiele, oder eben konkrete für Übernahmen und FOSS freigabe (sorry, aber die interessieren mich mehr, da ich das OpenSource engagement im generellen besser kenne)?
Mir aber nicht, wenn Du meine Postings bisher richtig gelesen und verstanden hast; und Du auch meine Antwort auf seine Frage, die Deiner Bemerkung in diesem Punkt gleicht, gelesen und verstanden hast.
Es ist völlig egal, ob Google sowas bisher schon mal gemacht hat oder nicht. Dann wäre es mit On2 eben das erste Mal für Google. Und damit stünde Google dann eben Seit' an Seit' mit anderen Unternehmen, die eine zuvorige Closed-Source-Software zu FOSS gemacht hätten bzw. die Lizenzen entsprechend frei und royalty-free gestaltet hättet.
Öhm, liebe FSF: Google ist ein Konzern. ALLES was die tun dient der eigenen Dominanz. Warum enwickeln die sonst quasi für jede Anwendung auf der Erde eine eigene Lösung? Und nachdem Google zunehmend asozial mit der Open-Source-Community umgeht (siehe Chrome und Android) kann man mit Argumenten wie "Ihr seid es uns schuldig" wahrscheinlich sowieso nicht viel erreichen.
Nebenbei: Warum hat Google eigentlich On2 gekauft? Was planen die nun schon wieder, gehts nur um die generellen Patente auf Videokompression oder wollen die demnächst VP8 als Codec durchdrücken und den Rest der Welt zur Kasse bitten?
Kannst Du näher erläutern, was an Googles Entwicklung von Chrome asozial sei? Das würde mich interessieren.
Bug-Reports werden ernst genommen, die Kommunikation mit der Entwickler-Gemeinde scheint auch zu klappen, Chromium kann sich jeder ohne Schwierigkeiten installieren, ...
Er hat Recht! Schau doch mal Google an.
Für windows gibt es binaries und chrome. Und für Linux?
Siehste!
was gibt es denn unter Linux nicht?
Erstmal ist Google natürlich auf Profit aus und da wird Linux nicht Sytem Nr.1 sein. Das ist zwar nicht schön aber so ist das nun mal. Ich würde es doch nicht anders machen, wenn ich ein Unternehmen hätte. Und im Gegensatz zum Explorer liegen ja wohl noch Welten dazwischen
> die Kommunikation mit der Entwickler-Gemeinde scheint auch zu klappen
Mit der eigenen Entwickler-Gemeinde: Vielleicht.
Mit den Entwicklern der vielen Projekte die Google einfach geforkt hat (sqlite, ffmpeg, icu, libjingle etc.): Nö.
Siehe dazu auch http://www.pro-linux.de/NB3/news/1/15027/engineering-manager-von-fedora-kritisiert-google-chrome.html
Naja, liegt wahrscheinlich daran, dass die ihre Programme in Windowsmanier entwickeln. Da hat man auch nicht mindestens 20 Abhängigkeiten pro größerem Programm, sondern installiert es einfach, meist egal ob es sich um XP, Vista oder 7 handelt. Bei Google Earth liefern die ja auch allemöglichen Systemlibraries mit.
Außerdem kann man wohl davon ausgehen, dass Google keine weltbewegenden Sachen an sqlite usw. geändert hat.
> ALLES was die tun dient der eigenen Dominanz.
Grundsätzlich stimme ich dir bei dieser Aussage zu.
Jedoch konkurriert Google mit ihrem Geschäftsfeld nicht mit dem OSS Bereich. Google vermarktet keine Software und Google verdient das Geld nicht durch den Verkauf von Lizenzen. Googles Einnahmen stammen primär immer noch durch das Vermarkten von (personalisierter) Werbung. Software ist für Google "nur" ein Tool um diesen Markt weiter auszubauen.
Darum steht Google OSS Projekten durchaus freundlich gegenüber. Ist an einigen Projekten stark beteiligt (z.B. Python), unterstützt auch Projekte von denen sie nicht direkt profitieren (z.B. SoC), und hat auch selbst umfangreiche Projekte veröffentlicht (z.B. GWT).
> asozial mit der Open-Source-Community
Natürlich ist nicht immer alles so wie es sein soll, aber "asozial" ist bestimmt nicht die passende Bezeichnung (siehe oben).
Sowohl Chrome als auch Android sind OSS Projekte. Dass man sich erstmals darauf konzentriert das fertig zu bekommen wo auch Geld rein kommt, ist verständlich.
> Warum hat Google eigentlich On2 gekauft?
Da kann man nur spekulieren. Angekündigt wurde der Kauf als der Streit um die HTML 5 Codecs ausgebrochen ist.
Google selbst hat sich immer für offene Standards eingesetzt (man muss nur schauen was von Google Gears alles in HTML5 geflossen ist). Einen offenen Codec zu haben mit welchem man 100% der Marktes erreichen kann, ist für Googles Geschäftsfeld bestimmt wichtiger, als einen dritten Codec in den HTML 5 Streit rein zu werfen, der die gleichen Probleme hat wie einer der vorhandenen Codecs (nämlich Lizenzkosten), und damit genau so wenig als Lösung akzeptiert wird.
Von daher sehe ich gute Chancen, dass Google schon mit dem Kauf von On2 schon genau das geplant hat, was die FSF fordert.
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert. Zuletzt am 22. Feb 2010 um 15:04.> Nebenbei: Warum hat Google eigentlich On2 gekauft?
> Was planen die nun schon wieder, gehts nur um die generellen Patente auf Videokompression
Mal drüber nachgedacht, dass Google evtl. von Anfang an genau das vorhatte, was die FSF derzeit einfordert? Möglicherweise ist genau das der ganze Plan hinter dem On2-Aufkauf: Zugriff auf die On2 Video-Codecs (von Theoras Vorgänger VP3 angefangen, über den selbst in Flash enthaltenen VP6-Codec bis hin zum Schlachtschiff VP8)? Um entweder alle diese Codecs oder auch nur VP8 als Open-Source freizugeben und unter eine royalty-free licence zu stellen? Damit diese dann erneut vorgelegt werden können für HTML5/HTML6 als Baseline-Codec?
Siehe dazu auch:
The Register: Is Google spending $106.5m to open source a codec?
http://www.theregister.co.uk/2009/08/06/google_vp6_open_source/ (06.08.2009)
Weshalb wird bei dieser ganzen Aktion gemutmaßt, Google führe Böses im Schilde bzw. wollte das Ganze zu höchst eigennützigen Zwecken veranstalten?
Vielleicht will man ja bei Google lediglich einen für alle (bis auf die H.264-Patenthalter Apple und Microsoft) nutzbringenden Beitrag und Befreiungsschlag damit bezwecken, damit HTML5 doch noch zu dem ursprüngl. angedachten Baseline-Codec (egal, wie der nun heißt, ob Theora, Theora Pro, VP8 oder Dirac -- Hauptsache frei, lizenzfrei und von allen Browser-Herstellern ohne Ängste bzgl. Lizenzen oder Patenttrollen implementierbar) zu verhelfen?
Google wäre nicht das erste Unternehmen, das eine zuvor unfreie Technologie aufkauft, um sie hernach Open-Source zu stellen bzw. unter eine freiere Lizenz zu stellen, damit die Allgemeinheit einen höheren Nutzen davon haben kann bzw. damit's woanders (in diesem Fall an der HTML5 Video-Front), wo die Pferde festgefahren zu sein scheinen, weitergehen kann.
hi,
mich nimmt wunder, was für Technologien Google gekauft hat und anschliessend FOSS gemacht hat. Also ich will es wirklich wissen, da ich mich nicht gut auskenne und weil mir nichts in den Sinn kommt.
thx für ein paar Beispiele.
Es ist völlig egal und unerheblich, ob Google sowas zuvor schon mal gemacht hat oder nicht. Wenn nein, dann wäre das eben, bezogen auf Google, das erste Mal. So what? Abgesehen davon gibt's unzählige Beispiele in der FOSS, wo sich Google mit Geld, Code, Entwicklern und Engagement an anderen FOSS-Projekten beteiligt, um sie weiter nach vorne zu bringen. U.a. zählen da auch diverse Code-Beiträge zu MySQL 5.4/5.5 dazu, welche MySQL einige Enterprise-Features beschert haben bzw. MySQL besser im Umgang mit MultiCore-Prozessoren gemacht haben.
Google ist ein großer Anwender und Nutzer von MySQL und hat sicherlich ein großes Interesse, dass es dieser DB gutgeht.
Das ist zwar OT, zeigt aber nur anhand eines einzigen Beispiels, dass ein eigennütziger Gedanke durchaus auch mal indirekt gedacht und formuliert werden kann bzw. ein FOSS-Projekt durchaus davon profitieren kann, wenn ein Unternehmen jene Software für sich als so wichtig, erhaltenswert und ausbauwürdig erachtet hat, dass es da hinein inverstiert und alle was davon haben. Gleiches eben bzgl. HTML5 und dem Dilemma mit den Video-Codecs.
Völlig abseits dessen, ob nun VP8 geöffnet werden mag oder nicht: Apple und Microsoft sind mit dem Aufkauf von On2 ihrer bisherigen Gegenargumente gegen Ogg Theora beraubt: hinter sämtlichen On2-Codecs steht nun Google als Lizenzhalter. Wenn ein Patent-Troll um die Ecke kommen sollte, dann muss er sich mit Google bzw. Googles Anwälten auseinandersetzen. Das ist schon ein anderes Kaliber als das bisherige kleine und mit einer möglichen Patentklage leicht zu überrollende On2-Unternehmen. Zudem hat Google ganz andere Ressourcen als On2, um z.B. intensiv Patentrecherche bzgl. Theora und der anderen VPx-Codecs von On2 zu betreiben. Man steht in dieser Hinsicht nun, was die Gefahr durch Patenttrolle aus dem Vervborgenen angeht, auf gleicher Stufe wie H.264. Wenn es ein Risiko gibt, dann ist das nun sicher nicht größer als bzgl. H.264. Oder anders ausgedrückt: das Risiko, dass bzgl. H.264 ein Patenttroll daherkommt und jemanden in Grund und Boden verklagt, ist nicht kleiner als das Risiko bzgl. der VPx-Codecs von On2. Microsoft und Apple als bisherige Verweigerer bzgl. Theora haben nun Google als Lizenzhalter sich gegenüberstehen. Und wenn der sagt: Theora oder/und VP8 kann bedenkenlos eingesetzt werden, wir haben da intensiv recherchiert und unsere Anwälte damit beauftragt, das zu prüfen, dann liegt ab nun jetzt mehr Gewicht in dieser Aussage, als wenn so ein relativ kleines Unternehmen wie On2 das tätigt und sagt.
Es gibt, erst Recht nach diesem Kauf von On2 durch Google, eigentlich immer weniger plausible Gründe, weshalb sich Apple und Microsoft noch länger verweigern können, wenigstens Ogg Theora in ihren Browsern zu implementieren oder später, sollte VP8 mal freigegeben sein oder Know-How von VP8 z.B. in den VP3-basierten Theora-Codec reingeflossen sein, auch VP8 oder meinetwegen einene Theora2- oder TheoraPro- (oder wie immer er sich nennen sollte) Codec zu implementieren.
Also: warum erstmal was Schlechtes annehmen und Google was Schlechtes unterstellen, wenn das Gute eigentlich viel näher liegt und auch viel mehr inhaltlichen Sinn ergäbe? Google hat ein vitales Eigeninteresse an offenen (Web-)Standards, an FOSS im Allgemeinen und am Erfolg von HTML5 im Besonderen. Und man hat dort ja bzw. Youtube und HTML5 auch vor wenigen Wochen vielsagend die Türe insofern offengelassen, dass man jederzeit offen sei, neben H.264 und Flash-Videos durchaus auch noch andere Video-Codes zuzulassen bzw. Videos in anderem Format bereitzustellen. Diese Aussage passt ins Bild, Google in dem Sinne, wie ich es geschildert habe, gute Absichten zu unterstellen bzw. das zuvorderst anzunehmen.
Das Glas ist halbvoll statt halbleer.
thx für das Beispiel. ich gehe davon aus, dass du das mit dem Unterstellen nicht auf mich bezogen hast, da ich nicht vor hatte google etwas zu unterstellen.
gibt es noch weitere Beispiele, oder eben konkrete für Übernahmen und FOSS freigabe (sorry, aber die interessieren mich mehr, da ich das OpenSource engagement im generellen besser kenne)?
> gibt es noch weitere Beispiele, oder eben konkrete für Übernahmen und FOSS >engagement im generellen besser kenne)?
* StarOffice/OpenOffice (http://de.wikipedia.org/wiki/OpenOffice#Geschichte)
* Blender (http://de.wikipedia.org/wiki/Blender_%28Software%29#Geschichte)
* Netscape/Mozilla
etc. pp.
Da lassen sich sicher noch mehr Beispiele finden...
Was? Google hat StarOffice und Mozilla freigegeben? *g*
Es ging ihm um Google.
> Es ging ihm um Google.
Mir aber nicht, wenn Du meine Postings bisher richtig gelesen und verstanden hast; und Du auch meine Antwort auf seine Frage, die Deiner Bemerkung in diesem Punkt gleicht, gelesen und verstanden hast.
Es ist völlig egal, ob Google sowas bisher schon mal gemacht hat oder nicht. Dann wäre es mit On2 eben das erste Mal für Google. Und damit stünde Google dann eben Seit' an Seit' mit anderen Unternehmen, die eine zuvorige Closed-Source-Software zu FOSS gemacht hätten bzw. die Lizenzen entsprechend frei und royalty-free gestaltet hättet.