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Di, 23. Februar 2010, 14:31

Software::Desktop

Jahresbericht 2009 von X.org

Der Sekretär der X.org-Stiftung Bart Massey hat den Jahresbericht für 2009 vorgelegt.

Während der Bericht insgesamt ein recht positives Bild von X.org zeichnet, hält er auch mit Problemen nicht hinter dem Berg. Schwierigkeiten gab es unter anderem bei der Finanzierung, der Kommunikation mit den Mitgliedern und der Umwandlung in eine Stiftung.

Massey bezeichnet 2009 als Jahr der Konsolidierung für X.org. Die von der Organisation entwickelte Software, in erster Linie das gleichnamige X Window System, erscheint nun regelmäßig einmal im Jahr in einer neuen Version. Die Entwicklung ging in einem gleichmäßigen und laut Massey vernünftigen Schritt voran. Version 7.5 des X Window Systems von X.org wurde im Oktober 2009 freigegeben und brachte zahlreiche Neuerungen, allerdings mussten einige Erweiterungen auf spätere Versionen verschoben werden.

Im Jahr 2009 war es aufgrund der Wirtschaftslage schwierig, ausreichend Geld von den Förderern von X.org zu erhalten. Daher wurde statt zwei Entwicklerkonferenzen nur eine abgehalten, und zwar vom 28. bis 30. September 2009 in Portland direkt im Anschluss an die Linux Plumbers Conference. In diesem Jahr soll die Konferenz von 16. bis 28. September in Touluse stattfinden und danach jährlich im Wechsel in den USA und in Europa. Dieser Rhythmus hat sich nach Ansicht der Organisation bewährt. Für 2011 wird in Erwägung gezogen, zusammen mit der BOSSA-Konferenz in Brasilien zu tagen.

X.org beteiligte sich auch 2009 am Google Summer of Code, wobei nur vier Projekte von Google akzeptiert wurden, von denen drei erfolgreich beendet wurden. Dass hierbei neuer Code und neue Entwickler zu X.org hinzukamen, wird als Erfolg gewertet. Ein Fehlschlag war dagegen »Endless Vacation of Code«, der zusätzlichen Studenten die Möglichkeit zur Mitarbeit geben sollte, ohne die Zeitbeschränkungen des Summer of Code. Der Sekretär führt den Fehlschlag darauf zurück, dass die Aktion kaum publiziert wurde.

Erfolgreich war dagegen das »Video Hackfest« in Barcelona, bei dem Entwickler an der Unterstützung der Grafikchips für Video-Anwendungen arbeiteten.

Anfang 2009 wurde, nach einigen Verzögerungen, X.org zu einer gemeinnützigen und damit steuerbegünstigten Organisation. Die Neuwahl des Vorstands 2009 verzögerte sich und wurde erst Mitte Februar 2010 abgeschlossen. Die Koordination und Kommunikation innerhalb des Vorstands findet hauptsächlich über E-Mail und im IRC statt. Ein eigens eingerichtetes Wiki wurde kaum genutzt. Die Kommunikation mit den rund 145 aktiven Mitgliedern der Organisation ließ nach Ansicht des Sekretärs zu wünschen übrig, weshalb er von seinem Amt zurücktritt.

Die Finanzierung von Konferenzen und konkreten Projekten stellte auch 2009 kein Problem dar, dauerhafte Sponsoren für die Organisation konnten allerdings nicht gefunden werden. So müssen nach Ansicht des Berichtenden die Optionen für 2010 noch einmal erörtert werden. Die Kooperation von X.org und FreeDesktop.org wurde verbessert und lässt durch die Nutzung einer gemeinsamen Infrastruktur eine Kostenersparnis erwarten. Probleme bereiten der Traffic und der Spam in Mailinglisten und Wikis, eine Lösung wurde noch nicht gefunden.

Weitere Probleme, die 2010 gelöst werden sollten, sind der veraltete Code auf members.x.org, der die Verwaltung der Mitgliedschaften erschwert, und die Markenrechte von X.org. Zur Zeit scheint niemand genau zu wissen, welche Marken die Organisation überhaupt noch besitzt. Außerdem ist der Vorstand uneins darüber, ob und in welchem Umfang das Anmelden von Marken überhaupt nötig ist.

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Kommentare (Insgesamt: 13 || Alle anzeigen || Kommentieren )
Re[3]: Organisationen (altgold, Mi, 24. Februar 2010)
Re[2]: Organisationen (Gerd, Mi, 24. Februar 2010)
Re: Organisationen (andre, Mi, 24. Februar 2010)
Re: Bloat (Andre, Mi, 24. Februar 2010)
Re: Organisationen (Nille02, Mi, 24. Februar 2010)
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