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Mo, 8. März 2010, 14:29

Software::Kernel

Android-Code soll in den Linux-Kernel zurück

Google sucht nun offenbar doch wieder stärker die Zusammenarbeit mit den Kernel-Entwicklern und will die Modifikationen an Linux, die für Android vorgenommen wurden, in den Kernel zurückintegrieren. Dieser Vorgang könnte jedoch letztlich Jahre dauern.

Zur Entwicklung von Android verwendete Google einen bestimmten Stand des Linux-Kernels und nahm nach eigenem Gutdünken zahlreiche Modifikationen vor. Der Effekt war, dass letztlich eine Abspaltung, ein Fork des Kernels entstand, der mit dem Original nicht kompatibel war. Erst lange nach der ersten Version von Android begannen die Google-Entwickler damit, ihre Änderungen für eine Aufnahme in den offiziellen Kernel anzubieten. In Linux 2.6.29 wurden einige Android-Treiber aufgenommen, die allerdings noch nicht reif für den allgemeinen Einsatz waren. Sie wurden als »Treiber in Entwicklung« in den Staging-Zweig des Kernels aufgenommen und hätten nach Ansicht der führenden Entwickler einige Änderungen benötigt, um zu offiziellen Teilen des Kernels zu werden.

Von Entwicklern, die ihren Code in den Linux-Kernel einbringen wollen, wird viel Arbeit verlangt, um die Treiber auf einen Stand zu bringen, der den Qualitätsansprüchen genügt. Leisten sie diese Arbeit nicht, dann hat ihr Code keine Chance. Im Falle der Android-Treiber war es die völlige Untätigkeit der Google-Entwickler, die dazu führte, dass die Treiber aus Linux 2.6.33 wieder entfernt wurden. Doch der Android-Kernel unterscheidet sich nicht nur in den Treibern vom Standard-Kernel, hinzu kommen weitere Änderungen, die teils von den Kernel-Entwicklern als konzeptionell fehlerhafte oder nicht ausreichend allgemeine Ansätze abgelehnt werden.

Chris DiBona, Open-Source-Programm-Manager von Google, findet es allerdings nicht schlimm, dass der Android-Kernel einen Fork darstellt. Forks seien einer der Gründe dafür, dass der Linux-Kernel so gut ist, und daher nichts Schlechtes. Mobilgeräte seien ganz anders als traditionelle Systeme, und daher hätten die bisherigen Ansätze mit Linux in Mobilgeräten praktisch keinerlei Erfolg gehabt. Durch die große Verschiedenheit werde es allerdings länger dauern, bis die Änderungen von Android in den offiziellen Kernel geflossen sind. Andererseits sei Android auch nicht unterschiedlicher vom Standard-Kernel als beispielsweise der Red-Hat-Kernel.

Immerhin strebt DiBona eine Wiedervereinigung mit dem offiziellen Kernel an. Dies kann seiner Ansicht nach aber mehrere Jahre in Anspruch nehmen. Man werde wohl schrittweise versuchen, die Unterschiede zum offiziellen Kernel zu verringern. Dazu gehöre aber auch ein Code-Fluss in die andere Richtung. Android werde sich immer am offiziellen Kernel orientieren. Dadurch könnten auch die in Linux eingehenden Verbesserungen zu einer Verringerung der Unterschiede zum Android-Kernel führen.

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