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Do, 18. März 2010, 11:00

Gesellschaft::Politik/Recht

Rumänische Politik ignoriert freie Software

Befürworter freier Software in Rumänien kritisieren einen 90-Millionen-Lizenzvertrag mit Microsoft, der die Regierung in noch tiefere Abhängigkeit zu einem einzelnen Anbieter stürzt.

Die Kritik von rumänischen Gruppen wie ProLinux-Assoziation und Free Software Group entzündet sich an einer aktuellen Entscheidung der Regierung, 90 Millionen Euro für Microsoft-Software auszugeben. Herstellerunabhängigkeit sei für die Politik offenbar ein Fremdwort. Die Lizenzvereinbarung bezieht sich auf Server- und Desktop-Systeme der Ministerien für Verwaltung, innere Angelegenheiten, Finanzen, Verteidigung, Gesundheit und Landwirtschaft. Die Gegner des Geschäfts vermissen die ernsthafte Suche nach Alternativen und kritisieren, dass die Regierung nichts getan habe, ihre IT-Systeme herstellerunabhängig zu machen.

Ein groß angelegter öffentlicher Protest gegen das teure Abkommen des ohnehin nicht reichen Landes wird wohl nicht stattfinden. Zum einen sind die Open-Source-Befürworter nach eigener Einschätzung in Rumänien noch nicht gut genug organisiert, zum anderen existiert ein tief verwurzeltes Misstrauen gegenüber der Regierung, das noch aus den Zeiten der Diktatur stammt, aber wohl auch durch die weit verbreitete Korruption genährt wird. Einige der Befürworter von freier Software fürchten Repressalien, wenn sie sich öffentlich zu weit vorwagen, oder die Entlassung von ihrem Arbeitsplatz. Ohne Schmiergelder läuft in der rumänischen Verwaltung nichts. Bei vielen Ausschreibungen steht nach Angaben einiger Kenner der Verhältnisse der Gewinner bereits vor der Veröffentlichung der Ausschreibung fest.

Die Open-Source-Gruppen wollen allerdings ihre Aufklärungsarbeit fortsetzen und verstärken. Sie planen für dieses Jahr weitere Schulungen und andere Informationsmaßnahmen. Sie sind überzeugt, dass offene Standards und offene Formate das Ziel sein müssen. Die Politiker werden jedoch vermutlich erst dann ihren Kurs ändern, wenn sie dazu gezwungen sind - vielleicht durch eine Richtline der EU.

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