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Do, 25. März 2010, 11:04

Software::Virtualisierung

Parallels-CEO wettert gegen Open Source

»Open Source ist ein riesiger Haufen Scheiße« - zu dieser Aussage ließ sich Parallels-Chef Serguei Beloussov im Rahmen eines Interviews mit t3n hinreißen. Kurios – das Unternehmen selbst stellt diverse Entwicklungen unter eine freie Lizenz.

Im Rahmen eines Interviews mit dem Webmagazin t3n äußerte sich der CEO des Russischen Virtualisierungsspezialisten Parallels auch zum Thema freie und quelloffene Software. Demnach sei das Modell »ein riesiger Haufen Scheiße«. »Ich hasse Open Source. Das mag daran liegen, dass ich im Kommunismus aufgewachsen bin und dieses ganze Gerede von der Community nicht mehr hören kann«, so Beloussov. »Das habe ich mein halbes Leben lang ertragen müssen.« Konkret bemängelt der Manager, dass in der Community oft nicht danach entschieden wird, was die Anwender wollen und sinnvoll wäre, sondern nach persönlichen Präferenzen, Vorlieben und Aversionen. »Denken Sie nur an die Diskussion um XEN und KVM. Mir kommt das in den Open Source-Communities manchmal vor wie bei Gewerkschaftern, die das vor allem machen, um ihr eigenes Ego zu bedienen.«

Die Aufnahme von Xen in den Linux-Kernel wurde durch schier endlose Diskussionen und Streitereien begleitet. Zwar waren sich viele Entwickler bereits recht früh einig, dass Xen »möglichst schnell« in den Kernel integriert werden sollte und Virtualisierung ein fester Bestandteil von Linux werden muss, doch scheiterte die Umsetzung letztendlich an Diskussionen über die Implementierung oder über die Funktionen. Im Gegensatz dazu wurde der Paravirtualisierer KVM noch in einer recht unausgereiften Version recht zügig in den Kernel eingebunden.

Dementsprechend zeigt sich auch Beloussov von der Lösung wenig überzeugt. »Kaum einer nutzt es und nur sehr wenige kennen es«. Doch auch zu dem Konkurrenten Xen findet der Manager keine guten Worte und sehe die Entwicklung »in einer Sackgasse«. »Die Linux-Community mag Xen nicht und sogar Linus Torvalds mag Xen nicht. Das ist doch bezeichnend«.

Der Rundumschlag verwundert. Parallels selbst stellt diverse Entwicklungen unter die GPL und unterhält mit OpenVZ gar ein eigenes Projekt. Gefragt, wie es trotz der massiven Aversionen gegenüber OpenSource sein kann, dass das Unternehmen weiterhin auf Open Source setze, antwortete Beloussov: »Wir machen Änderungen am Linux Kernel und die GPL gibt nunmal vor, dass man diese auch wieder veröffentlichen muss«. Die Zweckehe führe schlussendlich dazu, dass Parallels nach eigenen Aussagen die GPL nicht nur uneingeschränkt respektiere, sondern auch zu den Top-10-Beitragenden zum Linux Kernel gehöre.

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