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Mo, 29. März 2010, 09:28

Software::Grafik

Nvidia stellt freien Treiber ein

Der Grafikchip-Hersteller Nvidia empfiehlt den Benutzern des alten, nicht 3D-fähigen Treibers die Umstellung auf den VESA-Treiber, erwähnt aber nicht den freien Treiber Nouveau.

Jahrelang stellte Nvidia einen freien Treiber für X11 zur Verfügung, der es den Benutzern ermöglichte, Nvidia-Grafikkarten mit angemessener Geschwindigkeit zu nutzen, allerdings ohne 3D-Funktionen. Kaum jemand konnte diesen Treiber als großzügige Geste auffassen, denn erstens fehlten ja die 3D-Funktionen und zweitens zeigte sich Nvidia von Anfang an unkooperativ, wenn es um die Spezifikationen der Grafikchips ging. Nvidia ging so weit, den Quellcode des freien Treibers so unleserlich zu gestalten, dass nur die Nvidia-Entwickler ihn ändern konnten. Am unkooperativen Verhalten von Nvidia hat sich bis heute nichts geändert.

Ohnehin sah Nvidia in dem freien Treiber nur eine lästige Pflichtübung: Nvidia erwartete, wie Andy Ritger auf der X.org-Mailingliste betonte, dass die Benutzer den Treiber nur während der Systeminstallation nutzen und danach den proprietären Treiber herunterladen und installieren würden. »Der Treiber besitzt explizit nur wenige Features, um die Wartungskosten zu minimieren und möglichst wenig geistiges Eigentum preiszugeben«, schrieb der Nvidia-Mitarbeiter.

Nvidia gibt nun zu, dass der freie Treiber die in den letzten Jahren aufgekommene Render-Erweiterung nur schlecht unterstützt. Er biete damit kaum mehr als der in X enthaltene VESA-Treiber. Weil Nvidia den Aufwand der Erweiterung des eigenen Treibers nicht leisten will, stellt es nun die Entwicklung ein. Insbesondere sollen neuere Chips nicht mehr unterstützt werden. Der vorhandene Treiber soll aber für die bisher unterstützten Grafikchips noch minimale Pflege erhalten.

Allen Anwendern empfiehlt Nvidia nun, bei der Installation einer Linux-Distribution, sofern diese den proprietären Treiber nicht mitliefert, den VESA-Treiber zu nutzen und dann den proprietären Treiber herunterzuladen.

Tatsächlich könnte ein ganz anderer Grund für die Einstellung des Treibers vorliegen, den Nvidia mit keinem Wort erwähnt. Der freie Treiber Nouveau, seit Version 2.6.33 im offiziellen Linux-Kernel, hat inzwischen ein Stadium erreicht, das zumindest breite Tests in den Distributionen ermöglicht. Fedora 13 wird Nouveau voraussichtlich als Standard-Treiber anbieten, Ubuntu 10.04 ebenfalls. Nouveau unterstützt nahezu alle Nvidia-Chips mit 3D-Beschleunigung. Der freie Treiber wurde durch Reverse-Engineering erstellt, da Nvidia jegliche Zusammenarbeit verweigerte. Noch ist er kein Ersatz für Anwender, die die maximale Geschwindigkeit erzielen wollen, für alle anderen scheint er jedoch bereits die bessere Option zu sein.

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