Login
Login-Name Passwort


 
Newsletter
Werbung

Mo, 5. April 2010, 14:00

Software::Desktop

X.Org Server 1.8.0 veröffentlicht

Mit nur geringfügiger Verspätung haben die Entwickler des freien X.org-Servers die Version 1.8.0 veröffentlicht und präsentieren unter anderem eine Unterstützung für udev und xorg.conf.d.

Die wohl größte Änderung des aktuellen X.org-Servers ist nicht im Code enthalten. Nachdem das Projekt in der Vergangenheit nicht gerade durch Pünktlichkeit und die Einhaltung der zuvor angekündigten Ziele glänzte, stellen die Entwickler die Veröffentlichungsstrategie komplett um. Richtete sich in der Vergangenheit die Veröffentlichung einer neuen Version nach zuvor festgelegten Funktionen, führt der X.org-Server 1.8.0 nun zeitbasierte Freigaben ein.

So orientiert sich die Entwicklung des freien X11-Servers nun an der Veröffentlichungsstrategie des Linux-Kernels und das Projekt organisiert sich in drei Phasen. Während in der ersten Phase Neuerungen und Änderungen akzeptiert werden, beschränken sich die Programmierer in der zweiten Phase auf die Korrektur von Fehlern. In der dritten Phase wird der komplette Stand des Projektes eingefroren und getestet.

So gewappnet gelang es dem Projekt nun, eine Version zu veröffentlichen, die fast punktgenau fertiggestellt werden konnte. Funktionell gesehen stellt die größte Änderung des X.org Servers 1.8.0 die Abkehr von HAL dar. HAL steht eigentlich für Hardware Abstraction Layer, doch das beschreibt nur annähernd, was das von FreeDesktop.org entwickelte HAL für Linux leistete. Es führte Hardware-Erkennung außerhalb des Kernels aus, konnte auf Ereignisse reagieren und kommunizierte mit anderen Komponenten wie dem Kernel, udev und DBUS. So verwundert es nicht, dass viele Entwickler und Distributoren das System als überladen und kaum wartbar ansahen.

Als Resultat der zunehmenden Ablehnung von HAL migrierte nun auch das X.org-Projekt die Codebasis auf betriebssystemspezifische Bibliotheken. So ist künftig udev für die Eingaben unter Linux verantwortlich, ohne dass der Anwender beispielsweise auf Hot-Plug verzichten muss.

Resultierend aus der Umstellung von HAL auf udev führt der X.Org Server 1.8.0 auch eine neue Konfigurationsstruktur ein. Die ehemals in HAL-FDI-Dateien durchgeführte Behandlung von Geräte-Optionen wird nun nach /etc/X11/xorg.conf.d verlagert. Zwar unterstützt der Server weiterhin Optionssektionen in der Datei xorg.conf, liest nun aber auch die Werte aus dem Verzeichnis xorg.conf.d ein. Dort können in verschiedenen Dateien verschiedene Sektionen eingetragen werden, die je nach Konfiguration ausgelesen werden. Damit soll unter anderem verhindert werden, dass unnötige Optionen für Geräte eingelesen werden, die nicht vorhanden sind.

Ebenfalls enthalten im neuen X.org Server sind die Unterstützung für das neue DRI 2.2-Protokoll und die Swap-Extentions. Einziger Wermutstropfen stellt die Tatsache dar, dass fast alle wichtigen Treiber noch angepasst werden müssen. Enttäuscht dürften Anwender sein, die auf eine Implementierung von XKB2 gehofft haben. Die X Keyboard Extension befindet sich immer noch in der Entwicklung und wird wohl aller Voraussicht nach erst in einer der kommenden Versionen eingeführt werden. Denkbar wäre das im X.org Server 1.9, der wahrscheinlich Ende dieses Jahres vorgestellt wird.

Werbung
Pro-Linux
Pro-Linux @Facebook
Neue Nachrichten
Werbung