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Do, 29. April 2010, 12:35

Unternehmen

Sony: Gerichtliche Auseinandersetzung um Linux-Abschaltung

In seiner am Dienstag beim District Court in Nord-Kalifornien eingereichten Sammelklage wirft ein PlayStation 3-Nutzer Sony Computer Entertainment America einen Vertragsbruch vor, verursacht durch die Entfernung der Funktion »Anderes Betriebssystem installieren« (Other OS).

Playstation 3 Slim

Sony Computer Entertainment

Playstation 3 Slim

Nachdem Sony Ende des vergangenen Monats verkündet hatte, mit dem nächsten Firmware-Update Schluss mit der Linux-Unterstützung zu machen, war Ärger quasi vorprogrammiert. Das Unternehmen bewarb seinerzeit das Gerät nicht nur als Spielkonsole, sondern auch als Computer, auf dem neben dem regulären Betriebssystem auch Alternativen installiert werden konnten. In der Entfernung der Funktionalität sahen deshalb viele Anwender einen Vertragsbruch, was unter anderem dazu führte, dass Anwender für ihr altes Gerät einen Preisnachlass wegen nicht eingehaltener Funktionen verlangten.

Einen Schritt weiter geht nun der US-Amerikaner Anthony Ventura, der am Dienstag in einer Sammelklage [PDF] Sony Computer Entertainment America einen Vertragsbruch vorwirft. Laut Ventura habe Sony mit der Firmware-Version 3.21, die am ersten April eingespielt wurde, die Anwender dazu gezwungen, entweder auf ihnen zustehende »wertvolle Funktionen« oder auf Linux zu verzichten. Wie ein englischer Anwender, der eine Kaufpreiserstattung von Amazon erhielt, argumentiert auch Ventura, dass die Linux-Funktion kaufentscheidend war. Dementsprechend war er auch bereit, für das Gerät einen erheblich höheren Preis zu zahlen, als er es bei Konkurrenten machen müsste. Die Sammelklage, die insgesamt 100 Personen umfasst, will die Erstattung aller Kosten der Käufer erreichen und beläuft sich auf insgesamt 5 Millionen US-Dollar.

Ventura wirft dem Unternehmen in seiner Klageschrift vor, sich dem Kunden gegenüber unfair verhalten zu haben und »betrügerische Geschäftspraktiken« zu betreiben. Mit der ursprünglich angebotenen und nun entfernten Funktion habe sich Sony darüber hinaus einen unlauteren Wettbewerbsvorteil verschafft und gegen den kalifornischen Consumer Legal Remedies Act verstoßen. Ferner sei Ventura der Meinung, dass die Passage, in der sich Sony das Recht einräumt, zuvor verfügbare Funktionen einseitig zu entfernen, gegen den California Code - Section 1770 verstoße. Denn PlayStation 3-Nutzer hatten vor der Deaktivierung der Funktion keine Möglichkeit, über die Geschäftsbedingungen zu verhandeln.

Sony hatte erklärt, die Installation von Alternativen Systemen wegen Sicherheitsbedenken abzuschalten.In Wahrheit dürfte die Sorge dahinter stehen, dass die Anwender das DRM umgehen könnten. Schon im Januar machten Meldungen die Runde, dass das System geknackt wurde, und zwar allein mit Software. Vorher war das nur mit hohem Hardware-Aufwand möglich. Der Hacker äußerte damals schon die Vermutung, dass es Sony mit einem Firmware-Update deutlich schwerer machen könnte, die Kontrolle über das System zu erlangen.

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