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Di, 4. Mai 2010, 11:54

Software::Desktop

Ubuntu plant fensterspezifische Statusanzeigen

Unter dem Titel »Window Indicators« hat Ubuntu-Gründer Mark Shuttleworth eine mögliche Verwendung für den freigewordenen Platz auf der rechten Seite der Fenster-Titelleiste aufgezeigt.

Entwurf für Window Indicators

Mark Shuttleworth

Entwurf für Window Indicators

Ubuntu 10.04 LTS brachte bekanntlich im Standard-Theme eine Verschiebung der Fenster-Buttons Schließen, Minimieren und Maximieren/Wiederherstellen auf die linke Seite, was rechts Platz für neue Ideen lässt. Ubuntu-Gründer Mark Shuttleworth ist zur Zeit auf einer Mission, möglichst viel vertikalen Platz einzusparen, weil viele Geräte, beispielsweise Netbooks, mit 600 Pixeln Höhe ziemlich eingeschränkt sind. So fiel ihm auf, dass die Statusleiste, die viele Programme verwenden, eigentlich unnötig ist. Analog zu den bereits in Ubuntu 10.04 teilweise realisierten Indikator-Menüs im Panel könnten die Statusinformationen zusammen mit Optionen, den Status zu bearbeiten, in die Titelleiste wandern.

Window Indicators, von Shuttleworth kurz »Windicators« genannt in Anspielung auf das gleich klingende »Vindicators« (Rechtfertiger eines bestimmten Standpunktes) stehen technisch jedoch vor einem Problem. Das Zeichnen des Fensterrahmens einschließlich aller Steuerelemente ist Sache des Window-Managers. Eine Anwendung, die Indikatoren zeichnen will, muss den gesamten Rahmen zeichnen. Unterstützung dafür hat Canonical in Form der »Client Side Window Decorations« in der Bibliothek GTK+ schon in Ubuntu 10.04 implementiert.

Die Statusleiste existiert für Shuttleworth in vielen Programmen ohne guten Grund, nur weil es in Windows 3.1 einmal so war. Typische Elemente einer Statusleiste sind Status-Icons oder -texte, Icons für Werkzeuge und für kurze Vorgänge eingeblendete Texte. Window Indicators und bei Bedarf eingeblendete Statusmeldungen, wie im Screenshot zu sehen, könnten sie vollständig ablösen und so etwas Platz sparen.

Eine Implementierung dieser Idee ist für Ubuntu 10.10 geplant. Der Webbrowser Chrome von Google verwendet bereits eine ähnliche Methode, die Shuttleworth sehr gefiel. Das Konzept ist jedoch nicht ohne Kritiker. So schreibt der KDE-Entwickler Martin Gräßlin, der besonders im Bereich des Window-Managers arbeitet, in seinem Blog, dass mit Client Side Window Decorations viele nützliche Features verloren gingen, darunter das konsistente Verhalten aller Anwendungen (jetzt schon bei Google Chrome zu sehen), Gruppieren von Fenstern in Tabs (wie es die neueste Version von KWin und einige andere Window-Manager beherrschen), Regeln für die Fenster, einheitliche Behandlung von Barrierefreiheit wie besonders breite Rahmen und große Buttons, einfach änderbare Themes, Schattierungen, die zu einem Theme gehören, und wahrscheinlich noch mehr.

In Artikel »Die Welt der Fensterdekorationen«, der gerade im freien Magazin erschienen ist, greift Gräßlin das Thema auf und erläutert, warum es eine schlechte Idee ist, die Dekorationen von der Anwendung zeichnen zu lassen. Beispielsweise würden die Entwickler aus Unwissenheit über gutes Fensterverhalten wieder die gleichen Fehler machen, die in den Window-Managern vor zehn Jahren schon korrigiert wurden. Es gebe zudem Alternativen zu den Vorschlägen von Shuttleworth, diese können man sich bereits in der Netbook-Variante von Plasma oder im Browser Rekonq ansehen. Was den Window-Managern fehlt, ist laut Gräßlin eine einheitliche Theme-Engine. In KDE ist gerade wieder eine neue Theme-Engine, Aurorae, entstanden, obwohl es schon etliche gibt. Leider scheint sich hier noch kein gemeinsamer Nenner abzuzeichnen.

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