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Mo, 10. Mai 2010, 13:02

Software::Büro

OpenOffice.org-Erweiterungen: Viel Rauch um nichts

Der OpenOffice.org-Gemeinschaftsvorstand hat auf die Ankündigung der Free Software Foundation reagiert, ein eigenes Verzeichnis für freie OpenOffice.org-Erweiterungen einzurichten. Das Projekt ermöglicht nun die Filterung der Erweiterungen nach Lizenzen, lehnt aber weitergehende Forderungen der FSF ab.

Die Free Software Foundation (FSF) hatte kritisiert, dass OpenOffice.org bei den Erweiterungen, die im offiziellen Verzeichnis der Erweiterungen aufgeführt werden, auch solche mit unfreien Lizenzen listet. Sie forderte nach eigenen Angaben des OpenOffice.org-Projekt auf, entweder auf die Aufnahme von proprietären Erweiterungen in die Liste ganz zu verzichten oder eine zweite Liste mit ausschließlich freien Erweiterungen zu pflegen. Nachdem das Projekt dies ablehnte, begann die FSF damit, eine eigene Liste mit Erweiterungen unter freien Lizenzen zusammenzustellen.

Dass das OpenOffice-Projekt die Forderungen der FSF ablehnte, überrascht nicht. Der OpenOffice.org-Gemeinschaftsvorstand hat nun eine offizielle Stellungnahme veröffentlicht, in der er die Position von OpenOffice.org darlegt. Darin betont der Vorstand die Wichtigkeit und Überlegenheit von freier Software. Die Forderung der FSF hätte bedeutet, der FSF ein Vetorecht für die Eintragung von Erweiterungen zu geben. Der Vorstand lehnt dies natürlich ab und will die Entscheidung, welche Erweiterungen eingesetzt werden, weiter den Benutzern überlassen.

Inzwischen ist aber auf der Webseite der Erweiterungen eine Auswahlmöglichkeit nach Lizenzen möglich, die als Reaktion auf die FSF geschaffen wurde. Dabei stellen sich von den etwa 500 aufgeführten Erweiterungen ganze 20 als proprietär heraus (darunter sechs Shareware-Erweiterungen). Weitere knappe 50 stehen unter Freeware-Lizenzen, wobei es aber Überschneidungen mit den proprietären Erweiterungen gibt und einige vielleicht nur aufgrund von Unklarheiten nicht unter die Open-Source-Lizenzen eingereiht wurden. Es sind also nur rund zehn Prozent der Erweiterungen nicht frei.

Der OpenOffice.org-Gemeinschaftsvorstand ist sich bewusst, dass die Darstellung und Einteilung der Lizenzen verbessert werden könnte. Die Maßnahme der FSF sieht er allerdings nicht als hilfreich an, sie würde nur Verwirrung und Nachteile für die Benutzer schaffen. Einzelne Mitglieder des Vorstandes werden in ihrem privaten Blog auch deutlicher und fragen sich, ob die FSF nichts Besseres zu tun habe. Charles-H. Schulz schreibt in seinem Blog, dass die Aufregung aufgrund der wenigen proprietären Plugins unverständlich sei. Statt mit derlei Kleinigkeiten Schaden anzurichten, solle sich die FSF lieber Gedanken machen, wie sie OpenOffice.org nach dem Kauf von Sun durch Oracle unterstützen könnte. Die Zukunft des Programmes selbst und von ODF biete genug Herausforderungen.

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