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Mo, 17. Mai 2010, 08:33

Software::Netzwerk

Freie Facebook-Alternative Diaspora startet mit massivem Spendenpolster

Vier Studenten aus New York riefen zu Spenden für ihr Projekt Diaspora auf. Die freie Facebook-Alternative wird offenbar so dringend herbeigesehnt, dass das Spendenziel von 10.000 US-Dollar schon jetzt um das 17-fache übertroffen wurde.

Die »soziale« Webseite Facebook hat zwar einen kometenhaften Aufstieg hinter sich, gilt aber als beispiellose Datenkrake und wird von allen Benutzern, die sich der Risiken von Facebook auf Datenschutz und Privatsphäre bewusst sind, gemieden. Zahlreiche Alternativen zu Facebook existieren, auch als freie Software, konnten jedoch nie eine auch nur annähernd vergleichbare Benutzerzahl erreichen.

Vier Studenten der Universität von New York, die kurz vor ihrem Abschluss stehen, wollen daher mit Diaspora eine neue freie Alternative zu Facebook schaffen. Im April kündigten sie auf joindiaspora.com ihr Vorhaben an. Sie bezeichnen sich als talentierte Programmierer, die das Ziel haben, während des Sommers als Vollzeitbeschäftigung eine erste Version von Diaspora zu schreiben. Sie kennen viele der anderen, nicht weit gekommenen freien Projekte, wie sie als Antwort auf Fragen von Luis Villa schrieben. Die meisten Projekte machten ihrer Ansicht nach den Fehler, gleich in der ersten Version alle nur möglichen Funktionen implementieren zu wollen; diesen Fehler wollen sie nicht wiederholen.

Die vier Studenten sind der Ansicht, dass sich Online-Präsenz und Datenschutz nicht ausschließen müssen. Mit Diaspora soll jeder die Möglichkeit haben, seinen eigenen Server zu betreiben. Die Server, »Seeds« genannt, verbinden sich über verschlüsselte Protokolle. Damit ist es jedem Benutzer nicht nur möglich, seine Daten unter Kontrolle zu halten, sondern auch, sie an einer einzelnen zentralen Stelle zu halten anstatt sie über viele Präsenzen zu verteilen.

Um das Projekt zu starten, baten die Studenten auf kickstarter.com um Spenden. Sobald 10.000 US-Dollar erreicht wären, wollen sie loslegen. Den Geldbedarf begründen sie damit, dass sie in dieser Zeit auch Ferienjobs und Praktika machen könnten, was durch die Programmierung wegfallen würde.

Das Spendenaufkommen, das daraufhin einsetzte, darf als sensationell bezeichnet werden. Zwei Wochen vor dem Ende der Kampagne wurden bereits über 173.000 US-Dollar zugesagt. Die Studenten machen nach eigenen Angaben gerade ihre Abschlussarbeiten und wollen danach noch eine oder zwei Wochen zur Vorbereitung auf die Programmierphase nutzen. In den erwarteten drei Monaten der Programmierung soll es wenig Verlautbarungen geben, dann soll eine erste Version von Diaspora zur Verfügung stehen, die leicht durch Plugins erweiterbar sein soll.

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