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Mo, 17. Mai 2010, 08:59

Software::Kernel

Linux-Kernel 2.6.34 freigegeben

Linus Torvalds hat Version 2.6.34 des Linux-Kernels freigegeben, die unter anderem die Dateisysteme LogFS und Ceph enthält.

Linus Torvalds, Initiator des Linux-Kernels

Linux Foundation

Linus Torvalds, Initiator des Linux-Kernels

Etwas weniger als drei Monate dauerte es auch dieses Mal, die neue Kernel-Version fertigzustellen. Anzahl und Umfang der Änderungen sind in dieser Version kleiner als in den letzten fünf Versionen. Dennoch waren es am Schluss 10.000 Änderungen, die von Torvalds integriert wurden. Im Durchschnitt waren die Änderungen kleiner, dadurch war die Zahl der geänderten Dateien mit 11154 größer als in den meisten früheren Versionen.

Wieder sind etwa zwei Drittel der Änderungen dem Bereich der Treiber zuzurechnen, davon 5% den Sound-Treibern und 10% der Firmware. Das Update des Kernel-Codes für Nouveau dürfte bei den Nutzern des freien Treibers wenig Freude aufkommen lassen: Es erfordert auch, libdrm und den Nouveau-Treiber für X11 zu aktualisieren, und arbeitet nicht mit älteren Versionen zusammen. Da Fedora 12 den Nouveau-Treiber bereits standardmäßig enthält, sind Tester des neuen Kernels bei Verwendung dieses Treibers zu einem Update auf die aktuelle Fedora-Testversion gezwungen.

Das Dateisystem Logfs, das besonders für Flashspeicher-Geräte geeignet ist und JFFS2 ablösen soll, wurde in den Kernel aufgenommen. Mehr als zwei Jahre nach dem Beginn der Entwicklung gilt LogFS aber zumindest für die Kernel-Entwickler noch als experimentell. Ein weiteres neues Dateisystem ist das hochverfügbare verteilte Dateisystem Ceph. Ceph beruht auf dem Konzept der Object Storage, ist aber auf möglichst hohen Durchsatz und Fehlertoleranz ausgelegt: Sowohl die Verwaltung der Metadaten als auch die Speicherung der Objekte wird in zwei getrennten Clustern organisiert. Im gesamten Netz darf kein Single Point of Failure existieren. Aus Sicht des Clients verhält sich Ceph wie NFS oder SMB. Durch die POSIX-Kompatibilität erscheint das gemountete Dateisystem wie ein gewöhnlicher UNIX-Verzeichnisbaum. Der neue Anwärter auf die Dateisystem-Krone btrfs wurde in vielen Punkten verbessert, ist aber weiterhin nicht für den produktiven Einsatz reif.

Neu in Linux 2.6.34 sind die Patches für asynchrones Suspend und Resume. Die Arbeit an Trace- und Leistungs-Messungs-Funktionen wurde intensiv weitergeführt. Resultate sind das neue Kommando perflock, das Statistiken über die Verwendung von Sperren ausgeben kann, und Unterstützung für Python-Skripte im Programm perf. Die Geschwindigkeit von KProbes wurde optimiert.

Die Netzwerkfunktionen für virtuelle Maschinen wurden mit dem neuen virtuellen Gerät vhost_net beschleunigt, das, wie der Name bereits andeutet, auf dem Hostsystem läuft und mit den virtio-Treibern der Gastsysteme kommuniziert. Daneben enthält Linux 2.6.34 zahlreiche neue Treiber, Updates und interne Änderungen.

Die Itanium-Architektur kann nun keine x86-Programme mehr ausführen. Sie konnte das schon seit zwei Jahren nicht mehr, aber niemand bemerkte es bisher. Die Unterstützung für DECnet gilt nun als Auslaufmodell; falls es noch Benutzer dieser veralteten Netzwerktechnologie gibt, die einen aktuellen Kernel benötigen, sollten sie sich bemerkbar machen.

Eine Liste aller Änderungen enthält das sehr ausführliche Changelog. Die Seite Kernelnewbies.org hat eine übersichtliche Zusammenfassung der Änderungen veröffentlicht. Die aktuelle Version von Linux kann von kernel.org und zahlreichen Spiegelservern in Form von Patches oder tar-Paketen heruntergeladen werden.

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