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Mo, 17. Mai 2010, 22:00

Software::Kommunikation

Wild Fox bringt H.264 in Firefox

Ein Fork des freien Webbrowsers Firefox will eine native Unterstützung des H.264-Videoformats in die Applikation einbinden. Vorerst bleibt es allerdings bei einem Projekt auf Sourceforge und einer Ankündigung.

Anfang des Jahres kündigten die Video-Portale Vimeo und YouTube an, das Video-Tag der kommenden HTML5-Spezifikation zu nutzen. Diese Ankündigung wurde prinzipiell als ein Schritt, Video zu einem gleichwertigen Inhalt im Web zu machen, begrüßt. Firefox unterstützt dieses Tag bereits. Benutzer, die sich mit Firefox die entsprechenden Testseiten der Portale ansahen, sahen trotzdem nichts, denn zwar unterstützt Firefox den Tag als solches, doch weigert er sich, den verwendeten Codec H.264 abzuspielen.

Als Grund nennen die Entwickler den patentbelasteten Codec selbst. Diverse Patente auf H.264 laufen noch bis 2017. Noch verlangen die Patentinhaber nur moderate, für manche Anwendungen sogar gar keine Lizenzgebühren. Dies könnte sich allerdings schnell ändern, denn die Lizenzen werden jedes Jahr neu festgelegt. Mozilla selbst sieht in diesem Vorgehen ein Problem und verwies bereits früher auf Parallelen zum GIF-Format. Sollte H.264 weite Verbreitung finden, werden die Patentinhaber die Gebühren massiv erhöhen, um dann von den Benutzern, die das Format weiter unterstützen müssen, richtig abzukassieren, so Christopher Blizzard von Mozilla. Zwar könnte Mozilla theoretisch eine der zahlreichen quelloffenen Implementierungen von H.264 benutzen, diese sind allerdings weder offiziell lizenziert noch von der MPEG-LA genehmigt. MPEG-LA hatte angekündigt, jegliche Implementierungen von H.264, die nicht offiziell lizenziert wurden, gerichtlich verfolgen zu wollen.

Wenig beeindruckt von den Drohungen zeigt sich allerdings ein neues Projekt unter dem Namen »Wild Fox«, das sich an die Arbeit macht, in Eigenregie den Browser an um einen vollwertige Unterstützung von H.264 zu erweitern. Möglich soll das entweder durch eine direkte Einbindung der libavcodec oder von Gstreamer werden. Beide Lösungen würden den Browser nicht nur um eine vollwertige Unterstützung des Video-Formats erweitern, sondern dem Anwender auch zahlreiche weitere Formate ermöglichen. Auf welche Lösung das Projekt wirklich setzen wird, steht allerdings noch nicht fest.

Dementsprechend gibt es im Moment weder einen funktionierenden Quellcode noch eine provisorische Implementierung. Das aus nur einer Person bestehende Projekt sucht auch noch nach willigen Helfern. Es bleibt also abzuwarten, ob und wann das neue Projekt erste Ergebnisse präsentieren kann.

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