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Di, 8. Juni 2010, 13:39

Software::Desktop::Gnome

Gnome 3.0 ohne Zeitgeist und Activity Journal

Das Gnome-Team hat den Funktionsumfang für die kommende Generation der Desktop-Umgebung festgelegt. Während der Status der Gnome Shell noch unklar ist, werden das Zeitgeist-Framework und das Gnome Activity Journal mit ziemlicher Sicherheit nicht zum Lieferumfang von Gnome 3.0 gehören.

Gnome Shell mit Zeitgeist-Integration

live.gnome.org

Gnome Shell mit Zeitgeist-Integration

Drei wesentliche Punkte sollten ursprünglich in Gnome 3.0 eingehen: eine Erneuerung der Oberfläche, Entfernen von unnötigen Komponenten aus der Plattform und bessere Außendarstellung. Die Erneuerung der Oberfläche beruht unter anderem auf zwei vollkommen neuen Komponenten, die bereits seit geraumer Zeit in Entwicklung sind: Gnome Shell und Gnome Zeitgeist. Wie nun das Release-Team bekannt gab, ist die Integration dieser Punkte in die kommende Generation ungewiss.

Laut einer Mitteilung auf der Liste des Projektes erfüllt Gnome Activity Journal momentan nicht die an das Projekt gestellten Erwartungen. Das Anfang des Jahres erst in einer Entwicklerversion freigegebene Journal stellt streng genommen eine grafische Oberfläche für Zeitgeist dar. Das Tool ermöglicht, Zeitgeist-Einträge auf einer Zeitleiste durchsuchen, um beispielsweise Fragen zu beantworten wie »Welche Seiten habe ich gestern besucht, als ich an diesem Dokument gearbeitet habe«.

Vorschau auf Gnome Shell in Fedora 13

fedoraproject.org

Vorschau auf Gnome Shell in Fedora 13

Wie Vincent Untz schreibt, fühlt sich das Gnome Activity Journal nicht wie eine in das System eingebundene Anwendung an, sondern wirkt wie ein Fremdkörper. Der Anwendung fehlt es an einer Integration mit dem Desktop und dem Gnome-Design. Dementsprechend wurden die Entwickler angehalten, mit anderen Teams enger zusammen zu arbeiten. Bis dahin wird die Aufnahme in die Version 3.0 von Gnome verwehrt.

Mit der Entfernung von Gnome Activity Journal verliert auch Gnome Zeitgeist seine Daseinsberechtigung. Die Anwendung stellt ein Backend dar und sammelt Informationen über Benutzer und die Aktivitäten auf dem Desktop. Durch die Entfernung des Gnome Activity Journals wird Zeitgeist allerdings nicht mehr benötigt, da es ausschließlich von dem Journal genutzt wird. Sollte allerdings ein anderes Modul Zeitgeist brauchen, kann die Entscheidung, die Anwendung aus Gnome 3.0 zu entfernen, noch revidiert werden.

GNOME Shell

Thorsten van Lil (TeaAge)

GNOME Shell

Ebenfalls von der Entfernung bedroht ist die Gnome Shell. Die Neuentwicklung bricht mit den bekannten Paradigmen der Benutzung und setzt auf sogenannte Aktivitäten auf. Anstatt mit dem gewohnten Startmenü oder einem Panel und einem Fenstermanager zu hantieren, finden die Anwender unter »Activities« alle wichtigen Funktionen. Unter anderem ermöglicht »Activities« den Start einer Anwendung, die Verwaltung der Fenster und Workspaces oder den Zugriff auf die zuletzt benutzten Dokumente. Darüber hinaus können Nutzer über die Gnome-Shell Fenster zwischen verschiedenen Arbeitsflächen verschieben oder neue Arbeitsflächen hinzufügen.

Zwar ist die Gnome Shell prinzipiell fertig, doch stellt sich eine andere Abhängigkeit momentan der Aufnahme in Gnome 3.0 entgegen. Denn um zu funktionieren, benötigt die Shell die Clutter-Bibliothek beziehungsweise das Paket clutter-core. Die Bibliothek selbst ist allerdings kein Bestandteil von Gnome und ist auch nicht in der Infrastruktur der Desktop-Umgebung eingebunden. Darüber hinaus sind nicht sämtliche Copyright-Fragen geklärt, weshalb das Toolkit, und damit auch die Gnome-Shell, vorerst nur als externe Abhängigkeit in Gnome 3.0 gesehen werden. Um das Problem zu lösen, will das Gnome-Team die Fragen schnellstmöglich klären. Bis dahin ist das Schicksal der Gnome Shell ungewiss.

Ebenfalls nicht in Gnome 3.0 enthalten sind libappindicator, gnome-speech und mousetrap. Auch bei diesen Komponenten bemängeln die Release-Manager eine ungenügende Integration (libappindicator) oder Potential für Verbesserungen (mousetrap). Gnome-speech wird dagegen durch opentts ersetzt, einen Fork von Speech Dispatcher.

Mit ziemlicher Sicherheit ist dagegen der Desktop Mutter in Gnome 3.0 enthalten. Unter diesem Namen entwickelt das Team bereits seit geraumer Zeit einen neuen Fenster- und Compositing-Manager, der das im Moment eingesetzten Metacity ersetzen soll. Zu den Kernfunktionen von Mutter gehört eine Plugin-API, die es externen Entwicklern erleichtern soll, Erweiterungen für Mutter zu erstellen. Anwender können durch einen Einsatz von Plugins das Verhalten des Managers beeinflussen und beispielsweise der Umgebung grafische Effekte spendieren.

Eine vorläufige Liste aller in Gnome 3.0 enthaltenen Module kann der Ankündigung von Vincent Untz entnommen werden.

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