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Do, 17. Juni 2010, 14:02

Gesellschaft::Politik/Recht

OpenSource Software Collaboration Counseling nimmt Betrieb auf

Die Organisation »OpenSource Software Collaboration Counseling« (OSSCC) will die Zusammenarbeit zwischen Open-Source-Projekten und die Verwendung von Open Source allgemein fördern.

OSSCC besteht nach eigenen Angaben aus mehreren Personen in Deutschland und Norwegen. Das Impressum nennt Jörg Schilling als Hauptverantwortlichen. Mitarbeiter für das Design der Webseite, Übersetzungen und rechtliche Beratung in Bezug auf freie Software. Letztere werden benötigt, um interessierten Programmautoren Beratung bezüglich der zu wählenden Lizenz anzubieten.

OSSCC beklagt wie früher schon die Open Source Initiative die Vielzahl der freien Lizenzen, von denen einige miteinander inkompatibel sind. Dies führt nach Ansicht der Organisation zu Schwierigkeiten einiger freier Projekte, miteinander zusammenzuarbeiten. OSSCC plädiert dafür, dass die Autoren Lizenzen wählen, die miteinander kompatibel sind, und schlägt eine Liste von bevorzugten Lizenzen vor.

Ähnliches hat die Open Source Initiative selbst schon getan und eine Liste von bevorzugten Lizenzen veröffentlicht. Daneben war OSI bemüht, die Zahl der kursierenden freien Lizenzen zu verringern. OSSCC will noch etwas weitergehen, indem es die Liste der empfohlenen Lizenzen weiter reduziert. Sie streicht daher die Eclipse Public License, CPL, GPL und LGPL aus der Liste. Diese Lizenzen haben gemeinsam, dass sie es nicht erlauben, den Code in ein Projekt, das unter einer anderen Lizenz steht, einzubringen. Diese Eigenschaft stellt eine Einschränkung für Entwickler dar; ob man diese wie die OSSCC ablehnt oder befürwortet, ist jedoch eine Frage des Standpunktes.

Grundsätzlich unterscheidet OSSCC zwischen sogenannten akademischen und reziproken Lizenzen. Akademische oder permissive Lizenzen sind beispielsweise die Apache-Lizenz 2.0, die BSD-Lizenz und die MIT-Lizenz. Sie erlauben die uneingeschränkte Verwendung des Codes in anderen Projekten und eignen sich damit aus der Sicht von OSSCC optimal zur Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Projekten. Reziproke oder Copyleft-Lizenzen sind neben den schon erwähnten und von OSSCC nicht empfohlenen Lizenzen die CDDL und die MPL. Diese erlauben es nicht, Code unter eine andere als die ursprüngliche Lizenz zu stellen. CDDL und MPL heben sich von den anderen ab, da sie nur fordern, dass der Code, der unter anderen Lizenzen steht, in separaten Dateien gehalten wird.

Unter Berücksichtigung des zusätzlichen Aspekts des Patentschutzes hält OSSCC die Apache-Lizenz 2.0 und die CDDL für die besten freien Lizenzen. Ob indes neben FSF und OSI eine weitere Organisation nötig ist, die als Ansprechpartner und Berater in Open-Source-Fragen auftritt, muss sich erst noch zeigen.

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