Von Ein Solothurner am Fr, 18. Juni 2010 um 13:11 #
Mein Nachbar hat mir vor wenigen Minuten die "Solothurner Zeitung" in die Hand gedrückt. Auf PL habe ich vorgängig den Artikel gelesen. Zitat zu Bader: "So habe Bader trotz eines Maulkorbes auf »Pro-Linux-Plattformen« die Probleme heruntergespielt und zu sehr die Anwender für die Probleme verantwortlich gemacht." - "Anwender verantwortlich gemacht": Aus eigener, mehrjähriger, Erfahrung vor Ort weiss ich, dass Bader da gar nicht so unrecht hat. Dies habe ich selber bei Mitarbeitenden des Kantons festgestellt, die zu meiner Zeit noch unter Windows (!!) arbeiteten....
Es ist wie fast*¹ überall in Europa, wo der Staat nur halbherzig dahintersteht, es wird immer irgendwo gebremst.
*¹ -außer München, div. Kleinstädten und Gebiete Spaniens
Dabei hat es doch die Türkei vorgemacht: Wo ein Wille ist auch ein Weg: http://www.pro-linux.de/news/1/13614/1,fallstudie-ueber-projekt-pardus-linux.html
Man muss viele Freunde haben, damit so etwas in der Verwaltung klappt. Und selbst dann muss man auch noch jeden einzelnen bearbeiten, weil in den Staatsbetrieben aus irgendeinem Grund jeder ein Wörtchen mitreden darf.
da hast du recht leider ist es bei den staatlichen betriebe so das bei änderungen am arbeitsplatz nicht akzeptiert werden. in der industrie gehts unter dem motto: "wenns dir nicht passt dann geh". hab schon gehört das bei bestimmten schulen die lehrer ein stimmrecht besitzen und abstimmen können über die it infrastruktur! die abstimmung geht etwa so: passwort auf 8 stellen für bessere sicherheit? (10 zu 5 stimmen angeleht)
Fuer die Lizenz-Kosten, die eingespart werden koennten, koennte man mehrere (Support?) Vollzeitstellen schaffen... Aber Geld spielt halt bei oeffentlichen Einrichtungen keine Rolle. Die muessen ja nicht schauen, woher es kommt oder entsprechende Sparmassnahmen ergreifen, wenn mal weniger da ist. Man kann ja schlimmstenfalls einfach die Steuern erhoehen. Von Wirtschaftlichkeit keine Spur
Vollkommen richtig, wir sollten wirklich feiern. Vor allen Dingen den Herrn Bader, hmmm, der Name kommt mir in etwas veränderter Form irgendwie bekannt vor . Für mich jedenfalls ist er der Held des Tages (Tiefe Verneigung).
Von Falsche Darstellung der Fakten am Fr, 18. Juni 2010 um 22:43 #
Hier wurde ein sehr wichtiger Punkt falsch dargestellt, das Tempo von Herr Bader war nicht zu schnell, sondern viel zu langsam. Die Fortschritte der Migration entsprachen überhaupt nicht der Planung, genau dies war ja Anlass für die Expertise!
> Man spare schon jetzt 1,5 Mio. Franken pro Jahr ein.
Man kann es nicht oft genug sagen, bei einer Umstellung auf Open Source Technologien sind die Kosteneinsparungen immer nur nebensächlich. Dies sollte als die Hauptgründe gelten: * Abhängigkeit von einem einzigem Anbieter beenden * Stärkung der lokalen Wirtschaft * Datensicherheit * Datenschutz * Offenheit der Daten
Dies sollte einer Behörde weitaus wichtiger sein als ein paar Mio. einzusparen. Die Daten der Bürger sollten als Top Priorität gelten. Lizenzkosten sind immer nur ein Bruchteil der Kosten, die oben genannten Kosten nehmen immer einen viel größeren Anteil ein.
Die Basler Strategie zum Einsatz von Open Source ist falsch wiedergegeben:"wo derzeit wohl nur die Server mit Linux laufen, Linux auf dem Desktop aber nur als Pilotversuch eingesetzt wird" Korrekt ist, dass die Basler Regierung sich auf Empfehlung der Informatik-Konferenz für einen dualen Weg entschieden hat und folgende Umsetzungsmassnahmen eingeleitet hat:
Ebene Beschaffung
1. Ausschreibungen werden so gestaltet, dass Anbieter von OSS-Lösungen grundsätzlich die gleichen Chancen wie die Anbieter von proprietären Lösungen haben
2. In der Bewertung von Angeboten werden die folgenden Zuschlagskriterien neu berücksichtigt:
• Unterstützung offener Standards und Schnittstellen
• Einschränkung von Freiheitsgraden in Bezug auf die Informatikarchitektur
• Verfügbarkeit des Quellcodes unter einer Open Source-Lizenz
Ebene SW-Entwicklung
3. Von BASEL-STADT finanzierte Neu- oder Eigenentwicklung werden auf der Basis eines OSS-Geschäftsmodells realisiert und unter dem von der Schweizerischen Informatik-Konferenz verabschiedeten Lizenzvertrag für freie Software anderen zur Verfügung gestellt.
4. Grundsätzlich werden offene Standards und Protokolle implementiert.
Ebene Informatik-Infrastruktur
5. BASEL-STADT baut systematisch Know-how im Bereich OSS auf und führt einen zweijährigen Pilotversuch mit mindestens 100 Arbeitsplätzen durch, die vollständig auf eine OSS-Umgebung auf der Basis Server-Based Computing/Thin-Client-Modell umgestellt und in die bestehenden IKT-Systeme integriert werden.
Bref: der Pilotversuch ist erst der erste Schritt und auch nur ein Teil der Umsetzungsmassnahmen.
Mich würde mal interessieren, welchen Zusammenhang es zwischen dieser Entwicklung und dem in der Schweiz schwebenden Gerichtsverfahren gibt.
Weches Gerichtsverfahren meinst du?
Das wo gegen die (ca 40 Mio schwere) bescahffung von Microsoftliyenyen geklagt wurde?
afaik ist die Umstellung in Solothurn bereits vor diesem Gerichtsverfahren gestartet worden.
Vieleicht waren bei der Umstellung nicht nur die Mitarbeiter etwas negativ gegen Pinguine eingestellt sondern auch noch andere?
Mein Nachbar hat mir vor wenigen Minuten die "Solothurner Zeitung" in die Hand gedrückt. Auf PL habe ich vorgängig den Artikel gelesen. Zitat zu Bader: "So habe Bader trotz eines Maulkorbes auf »Pro-Linux-Plattformen« die Probleme heruntergespielt und zu sehr die Anwender für die Probleme verantwortlich gemacht." - "Anwender verantwortlich gemacht": Aus eigener, mehrjähriger, Erfahrung vor Ort weiss ich, dass Bader da gar nicht so unrecht hat. Dies habe ich selber bei Mitarbeitenden des Kantons festgestellt, die zu meiner Zeit noch unter Windows (!!) arbeiteten....
Es ist wie fast*¹ überall in Europa, wo der Staat nur halbherzig dahintersteht, es wird immer irgendwo gebremst.
*¹ -außer München, div. Kleinstädten und Gebiete Spaniens
Dabei hat es doch die Türkei vorgemacht: Wo ein Wille ist auch ein Weg:
http://www.pro-linux.de/news/1/13614/1,fallstudie-ueber-projekt-pardus-linux.html
-- have a lot of fun --
Siehe auch:
http://www.linux-community.de/Internal/Nachrichten/Pardus-GNU-Linux-2009.2-freigegeben
Man muss viele Freunde haben, damit so etwas in der Verwaltung klappt.
Und selbst dann muss man auch noch jeden einzelnen bearbeiten, weil in
den Staatsbetrieben aus irgendeinem Grund jeder ein Wörtchen mitreden
darf.
da hast du recht leider ist es bei den staatlichen betriebe so das bei änderungen am arbeitsplatz nicht akzeptiert werden. in der industrie gehts unter dem motto: "wenns dir nicht passt dann geh". hab schon gehört das bei bestimmten schulen die lehrer ein stimmrecht besitzen und abstimmen können über die it infrastruktur!
die abstimmung geht etwa so: passwort auf 8 stellen für bessere sicherheit? (10 zu 5 stimmen angeleht)
naja thats life
Fuer die Lizenz-Kosten, die eingespart werden koennten, koennte man mehrere (Support?) Vollzeitstellen schaffen... Aber Geld spielt halt bei oeffentlichen Einrichtungen keine Rolle. Die muessen ja nicht schauen, woher es kommt oder entsprechende Sparmassnahmen ergreifen, wenn mal weniger da ist. Man kann ja schlimmstenfalls einfach die Steuern erhoehen. Von Wirtschaftlichkeit keine Spur
..wir sollten feiern, denn wegen der unerschrockenen pro-linux
Berichterstattung rollen nun die ersten Köpfe! Leider die falschen
aber egal.
Vollkommen richtig, wir sollten wirklich feiern. Vor allen Dingen den Herrn Bader, hmmm, der Name kommt mir in etwas veränderter Form irgendwie bekannt vor
.
Für mich jedenfalls ist er der Held des Tages (Tiefe Verneigung).
Alle berupt!
Hier wurde ein sehr wichtiger Punkt falsch dargestellt, das Tempo von Herr Bader war nicht zu schnell, sondern viel zu langsam. Die Fortschritte der Migration entsprachen überhaupt nicht der Planung, genau dies war ja Anlass für die Expertise!
Der kleine Tux
> Man spare schon jetzt 1,5 Mio. Franken pro Jahr ein.
Man kann es nicht oft genug sagen, bei einer Umstellung auf Open Source Technologien sind die Kosteneinsparungen immer nur nebensächlich. Dies sollte als die Hauptgründe gelten:
* Abhängigkeit von einem einzigem Anbieter beenden
* Stärkung der lokalen Wirtschaft
* Datensicherheit
* Datenschutz
* Offenheit der Daten
Dies sollte einer Behörde weitaus wichtiger sein als ein paar Mio. einzusparen. Die Daten der Bürger sollten als Top Priorität gelten. Lizenzkosten sind immer nur ein Bruchteil der Kosten, die oben genannten Kosten nehmen immer einen viel größeren Anteil ein.
Schaun wir mal was da noch kommt.
lg. Trächtige Tröllin
Die Basler Strategie zum Einsatz von Open Source ist falsch wiedergegeben:"wo derzeit wohl nur die Server mit Linux laufen, Linux auf dem Desktop aber nur als Pilotversuch eingesetzt wird"
Korrekt ist, dass die Basler Regierung sich auf Empfehlung der Informatik-Konferenz für einen dualen Weg entschieden hat und folgende Umsetzungsmassnahmen eingeleitet hat:
Ebene Beschaffung
1. Ausschreibungen werden so gestaltet, dass Anbieter von OSS-Lösungen grundsätzlich die gleichen Chancen wie die Anbieter von proprietären Lösungen haben
2. In der Bewertung von Angeboten werden die folgenden Zuschlagskriterien neu berücksichtigt:
• Unterstützung offener Standards und Schnittstellen
• Einschränkung von Freiheitsgraden in Bezug auf die Informatikarchitektur
• Verfügbarkeit des Quellcodes unter einer Open Source-Lizenz
Ebene SW-Entwicklung
3. Von BASEL-STADT finanzierte Neu- oder Eigenentwicklung werden auf der Basis eines OSS-Geschäftsmodells realisiert und unter dem von der Schweizerischen Informatik-Konferenz verabschiedeten Lizenzvertrag für freie Software anderen zur Verfügung gestellt.
4. Grundsätzlich werden offene Standards und Protokolle implementiert.
Ebene Informatik-Infrastruktur
5. BASEL-STADT baut systematisch Know-how im Bereich OSS auf und führt einen zweijährigen Pilotversuch mit mindestens 100 Arbeitsplätzen durch, die vollständig auf eine OSS-Umgebung auf der Basis Server-Based Computing/Thin-Client-Modell umgestellt und in die bestehenden IKT-Systeme integriert werden.
Bref: der Pilotversuch ist erst der erste Schritt und auch nur ein Teil der Umsetzungsmassnahmen.