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Mo, 5. Juli 2010, 14:26

Gesellschaft::Politik/Recht

Bundes-CIO spricht sich für offene Standards aus

Staatsministerin Cornelia Rogall-Grothe, IT-Beauftragte der Bundesregierung, hat sich für echte offene Standards ausgesprochen.

Anders als Kräfte in der Bundesregierung und der Europäischen Union, die den Begriff »offener Standard« so weit verwässern wollen, dass selbst Quasi-Standards von Monopolisten darunter fallen können, stimmt Frau Rogall-Grothe bei ihrem Standard-Begriff weitgehend mit den Idealen eines offenen Standards überein, wie sie unter anderem von der Free Software Foundation Europe (FSFE) definiert wurden. In einem Interview mit der Zeitschrift c't sagte die IT-Beauftragte der Bundesregierung (»Bundes-CIO«), dass man nur mit offenen Standards weitestgehend Herstellerunabhängigkeit erreichen und damit Risiken vermeiden könne. Außerdem sei mit offenen IT-Standards ein Höchtsmaß an Interoperabilität erreichbar.

Das entspricht der Auffassung der Befürworter und Anwender freier Software, dass ein Standard ist nur dann ein Standard ist, wenn auch Freie-Software-Unternehmen ihn ohne rechtliche oder technische Hindernisse umsetzen dürfen.

Desweiteren stellte Frau Rogall-Grothe klar, dass mit Marktstandards keineswegs Standards gemeint sein sollen, die den Markt bereits dominieren. Der Begriff werde im IT-Staatsvertrag nur als Gegenbegriff zu den von der öffentlichen Verwaltung selbst entwickelten Standards genutzt und nicht als Gegenbegriff zu offenen Standards. Verbindliche Standards sollen in Zukunft aber nur offene Standards sein.

Der Begriff »Marktstandard« wird nach Angaben der FSFE oft gegen offene Standards und freie Software verwendet. So rechtfertigte die sächsische Landesregierung im Mai ihren Einsatz von proprietären Standards damit, dass der IT-Staatsvertrag »Marktstandards« fordere. Bereits im April kritisierte die FSFE diese Formulierung und bat die Bundes-CIO um eine Klarstellung.

Mit der im Mai veröffentlichten Digitalen Agenda setzt auch die Europäische Kommission zunehmend auf Offene Standards, auch wenn immer wieder Rückschritte drohen. Die FSFE fordert Rogall-Grothe nun dazu auf, Deutschlands Einfluss in Europa geltend zu machen und dafür zu sorgen, dass die neue Version des European Interoperability Framework (EIF) eine starke Definition offener Standards enthält.

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