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Mi, 7. Juli 2010, 22:03

Software::Systemverwaltung

Die Zukunft der Linux-Paketsysteme

Matt Zimmerman von Canonical hat in seinem Blog die Frage aufgeworfen, ob das Paketsystem einer Distribution sich wirklich auf alles einschließlich Anwendungen und Daten erstrecken sollte.

Alles ist ein Paket: Ubuntu Software Center

webupd8.org

Alles ist ein Paket: Ubuntu Software Center

Alles, was an freier Software verfügbar ist, ist bereits paketiert, schreibt Zimmerman. Auch wenn das stark übertrieben ist, hat es doch einen wahren Kern. Das Paketsystem von Debian und Ubuntu ist ausgereift und führt zu kohärenten Distributionen.

Dennoch sieht Zimmerman eine ganze Reihe von ungelösten Problemen. Das Paketsystem verschlingt auf eingebetteten Systemen zuviel Platz. Zu diesen Geräten gehören auch die Smartphones, deren Linux-Anteil immer höher wird. Daten hingegen stellen eigentlich viel simplere Ansprüche als Softwarepakete, das Paketieren von Daten sei daher unnötig aufwendig, ohne echte Vorteile zu bringen.

Auch Client-Server- oder verteilte Anwendungen sind nicht problemlos. Oft hängt ein Paket von einem Server-Paket ab; wenn der Server aber auf einem anderen Rechner läuft, ist diese Abhängigkeit unnötig, das Paketsystem ist aber nicht flexibel genug, dem Rechnung zu tragen.

Plattformübergreifende Anwendungen wie Firefox, Chromium und OpenOffice.org bringen ein anderes Problem auf den Plan. Sie enthalten die Komponenten, die sie benötigen, unabhängig davon, ob diese auf der Plattform schon vorhanden sind oder nicht. Die Paketierer würden die Duplikation der Bibliotheken lieber vermeiden, dieses Szenario wurde aber von den Entwicklern nicht getestet. Ein anderer Konflikt entsteht durch die eingebauten Update- und Erweiterungsmechanismen, die am Paketsystem vorbeigehen.

Virtuelle Applicances stellen ein weitgehend ungelöstes Problem dar, wurden aber noch nicht so häufig paketiert. Einerseits sollen sie wie eingebettete Systeme ein minimales System enthalten, andererseits sind sie auch wie große Datenpakete anzusehen und weisen die gleichen Probleme auf.

Laufzeitumgebungen von Programmiersprachen wie Perl, Python oder Ruby bringen ein eigenes Paketsystem mit, das völlig unabhängig von der System-Paketverwaltung agiert. Eine Integration scheint nicht nur sinnvoll, sondern wohl auch möglich, da sie in GoboLinux schon versucht wurde.

Zimmerman ist nun der Ansicht, dass der Paketmanager nicht in allen Fällen das ideale Werkzeug ist. Er hat sich zahlreiche andere Paketmanager angesehen, die alle unterschiedliche Probleme in unterschiedlichem Maß lösen. Er fordert, mit dem Dogma Schluss zu machen, dass der Paketmanager alle Dateien im System verwalten sollte. Erstens sollten Anwendungen von der Plattform entkoppelt werden. Das Basissystem besteht aus stark miteinander verbundenen Komponenten, die sich nicht so schnell ändern. Für diese ist die Paketverwaltung ideal. Anwendungen dagegen werden häufig aktualisiert oder sind auf verschiedene Rechner verteilt, so dass ein anderer Ansatz nötig ist.

Daten sollten als Dienst angesehen werden, so Zimmerman weiter. Das Paketieren von Dokumentation sei nicht mehr nützlich, da die Dokumentation im Web zur Verfügung stehe. Dieses Argument wurde allerdings bereits widerlegt, da es Probleme gibt, wenn die Dokumentation im Web aktualisiert wird und keine zur installierten Software passende Dokumentation mehr vorhanden ist.

Die Integration zwischen verschiedenen Paketsystemen sollte verbessert werden. Wenn nicht mehr alles im Dateisystem als Paket angesehen wird, werden neue Tools sowie sorgfältig entworfene Schnittstellen benötigt. Allen, die lieber das bestehende System beibehalten wollen, erteilt Zimmerman eine Absage. Die Voraussetzungen ändern sich, und die Distributionen müssten darauf reagieren. Ubuntu hat bereits Pläne, Updates von Anwendungen möglichst schnell zu den Benutzern zu bringen (allerdings nur, wenn diese es wollen), im Falle von Firefox bleibt dem Distributor aufgrund der Bedingungen von Mozilla kaum etwas anderes übrig. Viele weitergehende Verbesserungen bleiben aber noch zu diskutieren.

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