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Thema: GNOME 3.0 verschoben

2 Kommentar(e) || Alle anzeigen ||  RSS || Kommentieren
Kommentare von Lesern spiegeln nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wider.
Score: 3 Von r2d2x am Do, 29. Juli 2010 um 03:24 #

Die Highendrechner laufen mit freien Xorg-Treibern in punkto 3D nicht, gerade dann, wenn die ATI- und NVidia-Grafikkarten nagelneu sind. Also sind hier die proprietären ATI- und NVidia-Treiber für den reibungslosen Gnome3-Shell-Betrieb Pflicht.

Distros, welche sich selbst auferlegt haben, nur freie Software auszuliefern (Debian, Fedora, Gnewsense usw.) stehen dann vor einem Problem: Sollen sie Gnome3 tatsächlich zum Standarddesktop machen? Das würde de facto bei einem nicht unerheblichen Teil der eingesetzten Grafikkarten zu einer Zwangsabhängigkeit von proprietären Treibern führen.

Und kommt mir nicht mit dem derzeitigen Nouveau-3D-Treiber. Er ist leider noch nicht fertig. Sehr oft gibt es noch Freezes.
3D klappt zwar schon bei manchen Grafikkarten, doch sieht die Bilanz z.B. für meine Geforce4MX etwas durchwachsen aus:
Armagetron, Chromium-BSU und Celestia funktionieren, Torcs aber sieht leider aus wie ein filmisch inszenierter LSD-Trip: Alle Formen und Farben verlaufen ständig ineinander, von den Autos sind nur die Achsen zu sehen und wenn man Torcs nicht kennen würde, so könnte man meinen, man nähme an einem Weltraumflugrennen teil.
Google Earth ist kaum benutzbar, da der dargestellte Globus nur aus rechteckigen Artefakten zu bestehen scheint, die auch beim Hineinzoomen in den Globus nur zum Teil verschwinden.

Bitte nicht falsch verstehen: Nouveau ist in diesem konkreten Fall tausendmal besser als nv oder vesa.

Nur: Ob Nouveau-3D in diesem Zustand mit der Gnome-Shell läuft? Hier (unter OpenSuse 11.3) startet sie jedenfalls nicht.

Damit sind wir bei einer einleuchtenden Frage:
Welche Grafikkarten laufen eigentlich mit welchen Treibern unter der Gnome-Shell?
Läuft z.B. eine alte ATI Radeon 7500, 8500 oder 9200 damit (freie Xorg-Treiber plus proprietäre ATI-Kernel-Firmware)?
Reicht eine Geforce4MX-Karte mit dem momentanen Nouveau-3D-Treiber dafür aus?
Genügt in diesem Fall wenigstens der proprietäre NVidia-Treiber?
Wo liegt die Grenze nach "unten"?
Auf live.gnome.org findet sich dazu nichts Konkretes.

Gut finde ich, dass das Gnome-Projekt ein solches Qualitätsbewusstsein an den Tag legt und lieber einen geplanten Release verschiebt. Das ist anscheinend schon einmal besser als bei KDE 4.0.0.

  • Score: 3 Von August Meier am Do, 29. Juli 2010 um 09:38 #

    Distros, welche sich selbst auferlegt haben, nur freie Software auszuliefern (Debian, Fedora, Gnewsense usw.) stehen dann vor einem Problem: Sollen sie Gnome3 tatsächlich zum Standarddesktop machen? Das würde de facto bei einem nicht unerheblichen Teil der eingesetzten Grafikkarten zu einer Zwangsabhängigkeit von proprietären Treibern führen.
    ---

    Das stimmt so nicht: Debian besteht nicht nur aus "main", sondern kennt auch "contribute", "non-free" und "restricted". die proprietären Treiber werden, wie bis anhin, weiterhin "mitgeliefert", in squeeze sogar als dkms-Module, was komplizierte Installationsvorgänge vermeiden hilft.

    Freundliche Grüsse


    August Meier

Pro-Linux
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