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Mi, 28. Juli 2010, 19:09

Software::Desktop::KDE

BlueDevil ersetzt KBluetooth

Noch zu Beginn dieses Jahres schien Bluetooth-Unterstüzung für den KDE-Desktop ein ungeliebtes Stiefkind zu sein: kde-bluetooth existierte zwar noch aus Zeiten von KDE 3.x und war für KDE 4 portiert worden, funktionierte aber für viele Benutzer gar nicht oder nur schlecht. Nun übernimmt BlueDevil und legt einen gelungenen Start hin.

Der Hintergrund-Dämon nutzt die Standard-Notifications

Simon Raffeiner

Der Hintergrund-Dämon nutzt die Standard-Notifications

Als Alex Fiestas Anfang Februar 2010 die Entwicklung von kde-bluetooth übernahm, behob er zunächst die dringendsten Probleme: Datentransfers funktionierten nun wieder mit allen Geräten, ebenso Eingabegeräte wie Tastur oder Maus. Die Benutzeroberfläche wurde stark überarbeitet, das Software-Paket in »KBluetooth« umbennant. Seit Ende März konnten auch Audio-Geräte wieder via Bluetooth angekoppelt werden - wenn auch erst nach zusätzlicher Handarbeit am System.

Danach wurde es jedoch wieder ruhig um das Projekt: Die letzte Veröffentlichung erfolgte mit Version 0.4.2 am 21. Februar. Seit etwa Anfang Juni dieses Jahres war es nicht mehr möglich, KBluetooth in der Entwicklerversion von KDE zu nutzen - Dateitransfers schlugen schlicht fehl.

BlueDevil in der Task- Leiste

Simon Raffeiner

BlueDevil in der Task- Leiste

Nun hat sich Fiestas zurückgemeldet und verkündet drastische Änderungen: KBluetooth sei tot, statt dessen habe man unter dem Namen »BlueDevil« eine Neuentwicklung angestoßen. Diese basiert auf der libbluedevil-Bibliothek und besteht nicht nur aus einer einzelnen Anwendung, sondern stellt eine Reihe von Komponenten zur Verfügung, die Bluetooth wieder nahtlos in den KDE-Desktop integrieren: Ein Modul für die Task-Leiste, eine Konfigurationsoberfläche auf Basis von KCM, KIO-Slaves für Dateioperationen, einen Wizard zur Koppelung und Verwaltung neuer Geräte und einen Dämon, der anfallende Bluetooth-Ereignisse (ankommende Verbindungsanfragen, Einbindung neuer Adapter etc.) verarbeitet.

In einem ersten Test ließ sich der Quellcode aus den beiden GIT-Repositorien problemlos übersetzen. Nach der Installation integrieren sich die Komponenten sofort in die laufende KDE-Sitzung - beim Einstecken eines Bluetooth-Adapters erschien wie von KBluetooth gewohnt das blaue Bluetooth-Icon in der Task-Leiste. Das Kontext-Menü ist deutlich klarer strukturiert und erlaubt sowohl die Konfiguration als auch den Zugriff auf in der Umgebung gefundene Bluetooth-Geräte.

Dank der KIO-Slaves können alle KDE-Anwendungen transparent auf Bluetooth-Geräte zugreifen. Der Dateimanager Dolphin etwa kann dadurch nach Geräten in der Umgebung suchen, angebotene Dienste auflisten und Dateien senden. Der Speichern- und Öffnen-Dialog wird um einen »Bluetooth«-Ort erweitert. Der Hintergrund-Dämon nutzt dagegen die Standard-Notifications und integriert sich damit perfekt in die Umgebung.

Integration von BlueDevil in Dolphin

Simon Raffeiner

Integration von BlueDevil in Dolphin

Wizard zur Koppelung und Verwaltung neuer Geräte

Simon Raffeiner

Wizard zur Koppelung und Verwaltung neuer Geräte

BlueDevil setzt mindestens KDE SC 4.4 und ein funktionierendes BlueZ-Subsystem sowie PulseAudio bzw. ALSA (für Audio-Geräte) voraus. Das Softwarepaket ist derzeit nicht komplett. So ist eine Internationalisierung momentan nicht möglich, da die Text-Strings nicht endgültig festgelegt sind. BlueDevil soll aber stabil genug sein, um von Anwendern mit Erfahrung im Übersetzen von Anwendungen genutzt werden zu können. Eine Aufnahme in die kommende KDE SC 4.5 ist damit zwar ausgeschlossen, möglicherweise entschließt sich aber die eine oder andere Distribution, BlueDevil bereits einzusetzen.

Für die Zukunft ist etwa eine Integration mit NetworkManager geplant, damit z.B. Mobiltelefone aus KDE heraus via Bluetooth als Modems genutzt werden können. Dies ist zwar bereits grundsätzlich möglich, könnte aber durch direkte Unterstützung in BlueDevil deutlich vereinfacht werden.

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