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Thema: GNOME soll mit dem Web zusammenwachsen

1 Kommentar(e) || Alle anzeigen ||  RSS || Kommentieren
Kommentare von Lesern spiegeln nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wider.
Score: 3 Von Bolitho am Sa, 31. Juli 2010 um 07:50 #

Ich denke der prinzipielle Trend ist doch schon längst da und ist es schon immer gewesen! Nicht umsonst hatten Unixoide Systeme lange vor Windows und Mac OS einen starken Netzwerk zentrischen Ansatz.

Genauso verhält es sich mit dem Desktop. Natürlich nehmen die Konkurrenten Fahrt auf und forcieren Trends teilweise stärker als "der" Linux Desktop, aber grundsätzlich werden doch Webdienste seit Jahren immer stärker auch in den Desktop integriert.

Das wichtigste ist doch: Lasst dem User und dem Entwickler die Wahl, wie er diese nutzen oder einbinden will! Google setzt auf Applikationen im Browser, KDE auf native Applikationen, die Web-Dienste anbieten / umsetzen. Ich halte viele direkte Web-Technologien für mies! Das ist schlicht eine Folge von Altlasten. HTML leidet doch immer noch an Kinderkrankheiten, CSS ist wenig ausdrucksstark und hatte durchaus einige Macken. Hinzu kommt viel Boiler-Plate und im Vgl. zu GUI-Libs ein kaum vorhandenes und dann meist unsinniges Layoutverfahren.

Wieso sollte ich direkt darauf einsteigen und bewährte Konzepte über den Haufen werfen? Qt geht hier tatsächlich einen progressiven Schritt, denn dort werden genau diese Schwachstellen ja aufgegriffen und erst gar nicht übernommen. Wenn man hier bei Gnome ähnlich vorgeht, räume ich dem sogar gute Chancen und auch Qualität ein.

Generell halte ich die Annahme jedoch für falsch, dass sich viele Entwickler eher mit Web-Technologien auskennen für ein Märchen. Natürlich gibt es viele Web-Entwickler, aber die reinen HTML + CSS und ein wenig JS-Junkies haben doch null Verständnis für den Ablauf und den Aufbau von Standalone-Apps. Selbst wenn man da viel abstrahiert, wird es immer noch Nebenläufigkeiten geben, die dem sturen Ablauf des http-Korstetts entgegen stehen. Da muss man sich erst einmal dran gewöhnen... das dürfte den "traditionellen" App-Entwicklern schneller gelingen - da kommt es nur bedingt auf die Sprache an.

Als letztes sehe ich bei JavaScript noch die meisten Baustellen. Die Sprache ist an sich durchaus toll; setzte das OO-Paradigma sehr konsequent um und verzichtet dabei auf vielen Schnickschnack. Allerdings bietet zu viel Felxibilität auch Nachteile; ich sehe hier vor allem das fehlende Idiom beim Prototyping als Schwachstelle an. Da kochen zu viele Entwickler unterschiedliche Modelle und je nach Lib muss man sich an ein anderes Modell gewöhnen. Im schlimmsten Falle muss man in einem Programm gleich mehrere Varianten managen, weil diese in verwendeten Komponenten eben unterschiedlich ausfallen. Hinzu kommt die mir zu C lastige Klammer-Syntax; da bin ich Python verwöhnt :-)

Generell halte ich Byte-Code basierte Sprachen für ideal als Hauptsprachen für Applikationen des Desktops: Apps / Komponenten installieren auf Knopfdruck, Integration von Add-ons während des laufenden Betriebs usw. stellen immense Vorteile dar, die in der heutigen Zeit wenig Menschen missen wollen. Aber auch hier zählt die Freiheit! Wieso sollte man jemanden zwingen, das in genau einer Sprache durchzuführen? KDE macht es hier imho richtig. Es bietet Bindings in vielen Sprachen an und entwickelt / nutzt Technologien, um diese semi-automatisch immer aktuell zu halten. (Schade, dass KROSS so viele Nachteile hatte) Will ich ein Plasmoid in JS entwickeln, so kann ich das tun. Brauche ich aber mehr Funktionalität, als mir die bisherigen Dienste bieten, so kann ich auch eine andere Sprache wählen, mit der ich viel mächtigere Zugriffe auf Rechner-Ressourcen besitze.

Wichtig ist aber vor allem eines: Holt die Dienste auf den Desktop und weg vom Browser! Damit bietet man eine Alternative zu googles Vision und schafft den Beweis, dass der Browser als solcher eben einfach zum Surfen dient. Alles, was dabei zu speziellen Aktionen führt, kann ich dann ggf. nahtloser auf ein Spezialprogramm zurückgreifen.

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