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Fr, 30. Juli 2010, 10:11

Software::Desktop::Gnome

GNOME soll mit dem Web zusammenwachsen

Führende Entwickler von GNOME halten den Desktop für ein Auslaufmodell und fordern eine Orientierung am Web und an Web-Technologien wie HTML, JavaScript und CSS.

Auf der GNOME-Anwender- und Entwicklerkonferenz (GUADEC) in Den Haag forderte Luis Villa, Mitglied des GNOME-Beirats und Angestellter von Mozilla, dass GNOME sich Web-Technologien zu Eigen mache. Ansonsten werde es bald nicht mehr relevant sein, denn Desktop-Systeme würden an Bedeutung verlieren. Das Web sei allgegenwärtig, und eine permanente Verbindung mit dem Web (oder eine Annäherung davon) ebenso.

Villa gesteht ein, dass es im Web Probleme mit proprietären Anwendungen sowie Datenschutz und Privatsphäre gibt. Die Anwendungen seien jedoch sehr leistungsfähig und ausgefeilt, und sie können genutzt werden, ohne sich um ihre Installation kümmern zu müssen. Daher sollten Desktop-Anwendungen Web-Dienste stärker integrieren. Ansätze davon existieren bereits beispielsweise in Zeitgeist, das das Web einfach als Objekt behandelt, und beim Desktop-Hintergrund, der Bilder von Flickr beziehen kann. GNOME sollte weitere Anwendungen schreiben, die direkt im Browser laufen können.

Doch sollten die Entwickler sich auf noch radikalere Änderungen einstellen. In Zukunft sollten alle Anwendungen, bei denen es möglich sei, in JavaScript und HTML geschrieben werden, denn dies habe sich im Web bewährt und sei viel mehr Entwicklern vertraut als C, GTK+ und Python. Dazu müsste GNOME ein erstklassiges Toolkit bereitstellen, das es auch möglichst einfach machen sollte, den gleichen Code als Desktop- und als Web-Anwendung auszuführen.

Damit greift Villa einen Trend auf, der in jüngster Zeit verstärkt zu beobachten ist. So setzt die KDE zugrundeliegende Bibliothek Qt in der neuesten Version auf deklarative Entwicklung mit CSS-ähnlicher Syntax und die Qt Web Runtime mit JavaScript, Eclipse 4 auf JavaScript und CSS für grafische Oberflächen, und Mozilla macht dies schon länger möglich.

In dieselbe Kerbe schug auch John Palmieri von Red Hat. Er warb auf der GUADEC für JavaScript als Sprache für Anwendungen. Durch den Wettbewerb der unterschiedlichen Interpreter, an dem GNOME mit der eigenen Implementierung Gjs teilnimmt, sei JavaScript mittlerweile schnell genug. Nach Ansicht einiger Beobachter ist es mittlerweile gar die schnellste Skriptsprache. Durch ECMAscript sei die Sprache standardisiert, und es sei damit einfach, Anwendungen zu entwickeln, die als Desktop- und als Web-Anwendung laufen können.

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