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Mo, 2. August 2010, 11:34

Software::Kernel

Linux-Kernel 2.6.35 freigegeben

Linus Torvalds hat Version 2.6.35 des Linux-Kernels freigegeben, die zahlreiche Verbesserungen mit sich bringt.

Linus Torvalds, Initiator des Linux-Kernels

Linux Foundation

Linus Torvalds, Initiator des Linux-Kernels

Zweieinhalb Monate dauerte es dieses Mal nur, die neue Kernel-Version fertigzustellen. Anzahl und Umfang der Änderungen sind in dieser Version etwa genauso hoch wie in Linux 2.6.34. Nach der Freigabe des ersten Veröffentlichungskandidaten hatte Torvalds wie angekündigt zunächst keine Feature-Erweiterungen mehr aufgenommen. Er wollte damit erreichen, dass die Entwickler keine Änderungen mehr in letzter Minute einbringen und sich auf die Fehlerkorrektur konzentrieren. Auch wenn er später diese Regelung wieder etwas lockerte, blieb die Zahl der Änderungen nach dem ersten Veröffentlichungskandidaten mit rund 2000 die kleinste seit Linux 2.6.24. Die Maßnahme hatte also für Torvalds den gewünschten Erfolg und wird auch bei der nächsten Version wieder Gültigkeit haben.

Torvalds ermahnt in seiner Ankündigung die Entwickler aber auch, mehr auf den Zustand von Linux-next zu achten. Linux-next ist ein Kernel-Zweig, in dem Änderungen für die übernächste Kernel-Version getestet werden können. Dieser hat laut Torvalds in letzter Zeit erhebliche Instabilität gezeigt. Die Entwickler sollten daher nur Patches in Linux-next einbringen, die weitgehend veröffentlichungsreif sind.

Wieder sind etwa zwei Drittel der Änderungen dem Bereich der Treiber zuzurechnen. Unter anderem wurden zahlreiche neue Treiber integriert. Das Subsystem zur Leistungsmessung wurde um das »Precise Event Based Sampling (PEBS)« erweitert, in dem die Hardware Ereignisse direkt in einen reservierten Speicherbereich schreiben kann. Das Tool »perf kvm«, das die Beobachtung der Leistung von virtuellen Maschinen ermöglicht, kam hinzu.

Das Dateisystem XFS erhielt ein experimentelles »Verzögertes Loggen«, das die benötigte Disk-Bandbreite in bestimmten Situationen um Größenordnungen reduzieren soll. Es ändert nichts an den Strukturen auf der Festplatte, nur an den Datenstrukturen im Speicher. Es ist allerdings noch nicht erprobt. Das Dateisystem Btrfs wurde um direkte Ein- und Ausgabe erweitert, außerdem wurde die Behandlung von übervollen Festplatten auch für die letzten Grenzfälle korrigiert. Das ext2-Dateisystem benötigt nun nicht mehr den »Big Kernel Lock«.

Das Netzwerk-Subsystem wurde um Receive Packet Steering und Receive Flow Steering erweitert. Dies soll den Empfang von Netzwerkpaketen in SMP-Systemen effizienter machen. Eine Memory Compaction (keine Kompression) soll größeren Speicherallokierungen auch bei knappem Speicher bessere Erfolgsaussichten geben.

Der Timer Slack-Mechanismus kann dafür sorgen, dass kurz nacheinander bevorstehende Timer-Events zu einem einzigen zusammengefasst werden. Ein wenig beschäftigtes System kann so unter Umständen mehr Zeit im Schlafzustand verbringen und etwas Energie sparen. Das Video4Linux2-Subsystem erhielt einiges an neuer Infrastruktur.

Die Konfiguration des Kernels ist nun mit der neuen Option »make nconfig« möglich. Diese beruht auf dem altbekannten »make menuconfig«, läuft also in der Konsole, soll die Oberfläche jedoch moderner machen.

Eine Liste aller Änderungen enthält das sehr ausführliche Changelog. Die Seite Kernelnewbies.org hat eine übersichtliche Zusammenfassung der Änderungen veröffentlicht. Die aktuelle Version von Linux kann von kernel.org und zahlreichen Spiegel-Servern in Form von Patches oder tar-Paketen heruntergeladen werden.

Für Linux 2.6.36 kündigte Linus Torvalds eine aufregende Neuerung an. Die VFS-Skalierbarkeits-Patches von Nick Piggin, die Torvalds bereits auf seinem Rechner einsetzt, sollen eine spürbare Geschwindigkeitsverbesserung bringen. Es ist heutzutage sehr selten, dass in dem hochoptimierten Kernel noch Verbesserungen erzielt werden können, die so deutlich spürbar sind. Daneben wird Linux 2.6.36 sehr wahrscheinlich AppArmor enthalten.

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