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Mo, 2. August 2010, 12:03

Gesellschaft::Bildung

OLPC-Chef Negroponte möchte indischen Bildungs-Tablet-PC unterstützen

Vor kurzem hatte Indien den Prototyp eines Tablet-PCs für Schüler und Studenten vorgestellt, der für 35 US-Dollar produziert werden soll. Indiens Minister für Humanressourcenentwicklung, Kapil Sibal, nannte den Tablet-PC die indische »Antwort« auf die ca. 200 USD teuren Laptops des OLPC-Projekts, die für Inder immer noch zu teuer sind. Jetzt hat OLPC-Chef Negroponte in einem offenen Brief angeboten, die Entwicklung des indischen Bildungs-Tablets zu unterstützen.

In einem offenen Brief begrüsste Negroponte die Entscheidung der indischen Regierung, einen preiswerten Tablet-Computer entwickeln zu wollen, und lud die Inder zur Zusammenarbeit ein. Er bietet ihnen freien Zugang zu Technologie, Software und den gesammelten Erfahrungen des OLPC-Projekts an und unterbreitete mehrere Vorschläge, die das Projekt seines Erachtens nach voranbringen.

Negroponte schlägt beispielsweise vor, sich auf die sechs- bis zwölfjährigen Kinder zu konzentrieren, für die das Tablet nicht Computer oder Schule symbolisiert, sondern an die Leidenschaft gerichtet ein wichtiges Werkzeug des Lernens ist. Der OLPC-Chef hofft, dass das Tablet ausgelegt ist, Zusammenarbeit, Personalisierung und eigenständigen Wissenserwerb zu fördern und nicht auf das Auswendiglernen ausgerichtet ist. Er mahnt zudem an, dass die Aspekte des Tablets mit großer Vorsicht bedacht werden müssen, damit das Lerngerät wirklich dem Lernen dient und nicht wie Apples iPad zu einem Konsummedium verkommt.

In weiteren Punkten weist Negroponte darauf hin, dass die indische Regierung daran denken soll, ein robustes Gerät zu entwickeln, das wasserabweisend ist und Stürze aus drei Metern Höhe auf einen Steinboden übersteht. Der Bildschirm sollte auch im direkten Sonnenlicht lesbar und der Energieverbrauch so gering wie möglich sein. Negroponte schlägt hier vor, neben der Sonnenenergie auch die Möglichkeiten in Betracht zu ziehen, die Tablets mittels einer Kurbel aufzuladen. Auch die Software, auf Linux basierend, sollte offen und erweiterbar sein, so dass das Tablet nicht zu einem Gerät mit wenigen Funktionen verkümmert. Die ganze Welt und vor allem die Kinder sollten eigene Anwendungen entwickeln und debuggen können, weil Kinder beim Programmieren dem Denken über das Denken am nächsten kämen. Der aus Negropontes Sicht wichtigste Ratschlag ist der, ein günstiges, aber kein billiges Tablet zu entwickeln, das begehrens- und liebenswert ist und dessen Besitz Spass macht.

Negroponte mahnt weiterhin an, dass die Regierung Indiens beste Designer in die Entwicklung des Tablets einbeziehen und sich nicht mit dem heimischen Markt zufrieden geben soll. Er sieht in dem indischen Tablet weder eine »Antwort« noch ein Konkurrenzprodukt, sondern »ein Mitglied einer Familie, die sich der Schaffung von Frieden und Wohlstand durch die Umgestaltung der Bildung verschrieben hat.«

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