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Thema: Google stellt die Online-Zusammenarbeits-Plattform Wave ein

1 Kommentar(e) || Alle anzeigen ||  RSS || Kommentieren
Kommentare von Lesern spiegeln nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wider.
Score: 3 Von Waver am So, 8. August 2010 um 05:32 #

>Es war kein Ersatz für Email, weil ein Wave-Benutzer und eine E-Mailbenutzer nicht miteinander >kommunizieren konnten.

>Ich habe seit der Vorstellung von Wave darauf gewartet, dass eine E-Mail Schnittstelle in Wave
>integriert wird, so dass ich mit Wave arbeite, dem Empfänger eine "Wave" schicke, diese aber bei ihm
> als Email ankommt.

Da hast du wirklich zu viel erwartet. Google kann auch nicht zaubern. Ich weiß auch nicht ganz, wie du dir die Konversion zwischen den Wave-Gadgets und einer Email vorstellst. Außerdem braucht man, um eine Wave in einer Email darzustellen, schon sehr aufwändige HTML-, CSS- und Javascript-Geschütze, die von keinem Mailprogramm unterstützt werden. Trotzdem kann man auch nicht-Wave-User zu einer Wave hinzufügen, die werden dann per Mail benachrichtigt.

>Logischerweise konnte Wave keinen Erfolg haben, wenn eine so essentielle und weit verbreitete
>Kommunikationsplattform wie Email nicht berücksichtigt wird.

Ich wüsste nicht, wie man Wave über Email "tunneln" sollte. Das geht einfach nicht. Dann müsste Wave als Versionskontrollsystem agieren. Aber selbst so fortschrittliche Versionskontrollsysteme wie Git oder SVN können viele nicht-konkurrierende Änderungen nicht auflösen und melden Konflikte, die manuell gelöst werden müssen. Ganz einfach, weil manche Änderungen nicht eindeutig automatisch aufgelöst werden können.

>Ich denke, Microsoft wird sein übliches tun: Draufkommen, dass das Zeug genial ist, die fehlende
>Emailfunktionalität draufpfropfen, die Protokolle verändern und patentieren, und damit einen
>erneuten Versuch der Übernahme des Internets starten.

Ich denke, dass MS weiterhin versucht seine Heavy-Weight-Lösungen an den Mann zu bringen. Der Live Messenger sieht jedenfalls nicht danach aus, als wenn die versuchen würden an einer web-basierten Messaging-Lösung zu arbeiten.

Nochmal zum Thema Wave: Jeder der Email, Instantmessenger und Notizzettel benutzt, und Wave nicht gut findet, hat das Prinzip glaube ich nicht verstanden. Erstmal: Wave ersetzt garantiert nicht Email. (Leider.) Aber warum auch? Wenn dir deine Bank eine Kreditkartenabrechnung bezahlst, willst du die bestimmt nicht editieren, sondern sie 1:1 behalten. Das gilt meines Erarchtens für alle wichtigen Dinge dieser Art.

Wave ist gut für Sachen, die editierbar sein müssen. Z.B. Notizzettel. Ich mache mir mittlerweile sogar Waves, an denen nur ich Teilnehme und schreibe mir darin irgendwelche Sachen auf. Das ist besser als jeder Notizblock, von jedem Rechner aus abrufbar und außerdem noch versioniert. Außerdem gibt es vernünftiges Markup und viele Gestaltungsmöglichkeiten.

Das wirkliche Killerapp ist Wave allerdings dann, wenn es um kollaboratives Arbeiten geht, insbesondere zur Planung, Diskussion, Informationssammlung. Ich mache mit 2 anderen an einem Projekt (zwischenzeitlich waren wir alle weit voneinander entfernt) und wir haben wirklich alle verbreiteten web-basieren Projektmanagement-Tools ausprobiert. Alles Käse und veraltet. Mit Wave ist unser Projekt nochmal richtig in fahrt gekommen. Es ist einfach sehr einfach Informationen damit zu verwalten und zu verfolgen. Man kann direkt "innerhalb der Informationen" diskutieren und es später nochmal nachlesen.

Denke Google hat Wave einfach falsch beworben. Es ersetzt nicht Email, IM, Wiki. Aber es nimmt deren Funktionalität und macht Email und Wiki in vielen Bereichen überflüssig, IM effizienter und macht einfach Spaß. Gerade wenn man live an etwas editiert, der andere etwas kommentiert und man schon während des schreibens sieht was er sagt, man selber antwortet und man 2 Minuten später das persönliche Gespräch aus dem Wave löschen kann, weil alles auf einmal in Butter ist...

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