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Thema: Statusbericht von systemd

5 Kommentar(e) || Alle anzeigen ||  RSS || Kommentieren
Kommentare von Lesern spiegeln nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wider.
Score: 3 Von zettberlin am Mo, 23. August 2010 um 23:44 #

> Persönliche Beleidigungen helfen jedenfalls nicht.

Das ist natürlich richtig. Lennart Poettering hat sich mit PA einer wahren Bestie gestellt: Konsumer-Audio unter Linux ist die Hölle.

Aber ich kann jeden verstehen, der vor Wut zu kochen anfängt, wenn er/sie erfährt, dass der Chefentwickler von Pulse Audio schnell mal nebenbei anfängt, einen Ersatz für init zu schreiben.

Mir ist das auch absolut unverständlich: Pulse Audio ist nicht nur längst nicht ausgereift, es ist das größte Problem, das Linux auf dem Desktop heute hat. Ich habe seit 5 Jahren das erste mal einen Crash von Thunderbird erlebt: mit segfault bei Zugriff auf libpulse. Dass ein Audiosystem auf eine Software, die höchstens mal pieps machen will, einen derart zerstörerischen Einfluss haben kann, ist grotesk. Pulse Audio soll ein komplettes, umfassendes Audiosystem für den Desktop sein, vollständig Plattformübergreifend und geplant als Standard für buchstäblich jedes Audio-Gerät vom PC bis zum Smartphone.

Sollte ein derart komplexes Projekt nicht einen Chefentwickler haben, der nichts, aber auch gar nichts anderes macht? Vielleicht auch 3 oder 4?

Und wir reden hier nicht von einem "Open Source Hobbyisten"-Projekt. Poettering ist für gutes Geld angestellt bei Red Hat - er arbeitet für eine Industrie, die mehrere Milliarden E pro Jahr umsetzt.

Da stellt sich vielleicht auch die Frage, was sich sein Arbeitgeber eigentlich so denkt.

  • Score: 3 Von Murx am Di, 24. August 2010 um 09:42 #

    Du kannst es positiv sehen. Bald wird PA nur noch das zweitgrößte Problem sein. Ich bin nur froh das sich das relativ leicht wieder rausschmeissen und unter der Kategorie fehleschlagene Audio-Experimente verbuchen lässt.

    Score: 3 Von theBohemian am Do, 26. August 2010 um 13:10 #

    > Sollte ein derart komplexes Projekt nicht einen Chefentwickler haben, der nichts, aber auch gar nichts anderes macht? Vielleicht
    > auch 3 oder 4?
    Sollte, täte, könnte. Ich denke die Situation ist komplexer als das was wir von aussen sehen. Lennart wird sicherlich einem fähigen Projektleiter unterstellt sein. Und der sagt: "Seltener Segfault unter Thunderbird ist weniger wichtig als Feature oder Problem X, von dem zahlender Kunde Z genervt wird."

    • Score: 3 Von zettberlin am Do, 26. August 2010 um 22:45 #

      > Sollte, täte, könnte. Ich denke die Situation ist komplexer als das was wir von aussen sehen.

      Wenn sie noch komplexer ist, als so simple Kreaturen wie Du und ich von aussen sehen können, ist das ein Grund mehr, dass sich jemand vollzeit damit beschäftigt oder?

      > Seltener Segfault unter Thunderbird ist weniger wichtig als Feature

      Ein reproduzierbarer Segfault in der größten Plattformübergreifenden freien E-Mailsoftware ist vielleicht auch für den Kunden Z und vielleicht sogar auch für die Kunden X,Y,F,K,U und was das Alphabet sonst noch hergibt, ein Problem.

      Außerdem hat das nichts mit dem Thema zu tun: Meinst Du denn, irgend ein Kunde von Red Hat findet es ganz toll und richtig, wenn Red Hat den Hauptentwickler des Audiosystems nebenher noch mit einer Alternative zu init beschäftigt? Zumal, wenn das Audiosystem halbfertig und mithin unzuverlässig ist?

      Ganz im Ernst: Glaubst Du, dass Red Hat hier im Sinne ihrer Kunden handeln?

      • Score: 3 Von theBohemian am Fr, 27. August 2010 um 09:53 #

        > Wenn sie noch komplexer ist, als so simple Kreaturen wie Du und ich von aussen sehen können, ist das ein Grund mehr, dass sich
        > jemand vollzeit damit beschäftigt oder?
        Ich meinte damit ausschliesslich den Fakt, dass Lennart an mehreren Sachen gleichzeitig arbeitet und warum.

        > Ganz im Ernst: Glaubst Du, dass Red Hat hier im Sinne ihrer Kunden handeln?
        100%ig. Ich arbeite in einer SW-Firma und kann mir den Unterschied zwischen dem was man von aussen wahrnimmt und den intern getroffenen Entscheidungen gut vorstellen.

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