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Mo, 23. August 2010, 18:22

Software::Systemverwaltung

Statusbericht von systemd

Lennart Poettering hat eine Übersicht über den aktuellen Stand der Entwicklung von systemd gegeben, einem Ersatz für das traditionelle Init-System vom Linux.

systemadm zur Verwaltung von systemd

Lennart Poettering

systemadm zur Verwaltung von systemd

Seit der ersten Ankündigung von systemd vor knapp vier Monaten hat sich viel getan. Schon seit einem Monat ist systemd das standardmäßig verwendete Init-System in Fedora, es wird damit bereits in Fedora 14 produktiv eingesetzt. Es soll zunächst einmal zu einem stark parallelisierten und damit schnelleren Startvorgang führen sowie Start und Stop von Diensten zuverlässiger machen. Wie Poettering nun schreibt, wurden zahlreiche der geplanten Funktionen von systemd implementiert und weitergehende Ideen ausgearbeitet. Die Entwickler fügten beispielsweise zu den ursprünglich geplanten sieben Unit-Typen drei weitere hinzu: .timer für Cron-ähnliche zeitgesteuerte Aktivierung von Diensten, .swap für Swap und .path zur Aktivierung von Units in Abhängigkeit vom Vorhandensein von Dateien oder dem Füllungsgrad von Spool-Verzeichnissen.

Systemd wurde mit SELinux integriert, um erzeugte Dateien mit den richtigen Rechten auszustatten. Es wurde ins Audit-System integriert, um jedes Starten und Beenden von Diensten aufzuzeichnen. Die Integration mit D-Bus wurde wie geplant vollzogen. Mit Programmen wie gdbus kann man nun auch die Laufzeit- und Konfigurationsdaten von systemd ansehen.

Systemd kann jetzt auch spezifische Erweiterungen der Init-Skript von Debian und openSUSE handhaben, ebenso wie natürlich die Fedora-Erweiterungen. Die gestarteten Dienste werden in hierarchischen Control-Group (cgroup)-Strukturen verwaltet, aus diesem Grund ist systemd auch nur mit neueren Kerneln nutzbar, die cgroups enthalten. Ein PAM-Modul sorgt dafür, dass de Benutzer-Sitzungen in einer eigenen cgroup für jeden Benutzer laufen. Ds Programm systemd-cgls kann diese Hierarchie anzeigen. Momentan wird die cgroup-Information noch unter /cgroup/systemd gemountet, sie soll aber noch vor Fedora 14 unter /sys/fs zu liegen kommen. Es gibt eine Referenzimplementation für die Socket-Aktivierung und andere APIs, und viele Pakete in Fedora enthalten bereits systemd-Dienstdateien.

Die Dokumentation von systemd ist laut Poettering umfassend. Zusätzlich hat der Entwickler eine Serie von Blog-Beiträgen über systemd für Administratoren begonnen. Als weitere neue Funktion sorgt systemd für das automatische Mounten von vielen virtuellen Dateisystemen des Kernels, was die Startdateien vereinfacht, das Hochfahren beschleunigt und die Dateisysteme für die Benutzer direkt verfügbar macht, wenn sie benötigt werden.

Nach einer Analyse der am häufigsten genutzten Funktionen der Shell in Init-Skripten wurden diese Funktionen in systemd selbst implementiert. Dies führt letztlich zu einem Startvorgang, der fast ohne Ausführung von Shells auskommt. Diese Neuerung wird allerdings in Fedora 14 noch nicht genutzt, sie ist erst für Fedora 15 geplant. Eine weitere Neuerung wird wohl ebenfalls erst in Fedora 15 aktiviert. Systemd wird die Aufzeichnung von Log-Einträgen über den Socket /dev/log vom Systemstart an ermöglichen. Dazu wird systemd, solange der eigentliche syslog-Daemon noch nicht aktiviert ist, die Logs selbst entgegennehmen und zwischenspeichern. Der syslog-Daemon wird beim Start alle Log-Einträge in die entsprechenden Logdateien schreiben, ohne eine einzige Logmeldung zu verlieren.

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Kommentare (Insgesamt: 76 || Alle anzeigen || Kommentieren )
Re[6]: interessant (Antibuntu, Fr, 27. August 2010)
Re[6]: interessant (theBohemian, Fr, 27. August 2010)
Re: Viva la Stillstand! (zettberlin, Do, 26. August 2010)
Re[5]: interessant (zettberlin, Do, 26. August 2010)
Re[5]: interessant (zettberlin, Do, 26. August 2010)
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