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Sa, 28. August 2010, 13:02

Software::Desktop

Akonadi im Detail erklärt

KDE-Entwickler Sebastian Kügler hat in seinem Blog eine ausführliche Beschreibung des neuen KDE-Speicherungsdienstes Akonadi gegeben. Damit will er die neue Komponente »von Mythen befreien«.

KMail2 beruht intern vollständig auf Akonadi

Sebastian Kügler

KMail2 beruht intern vollständig auf Akonadi

In seinem Blog-Eintrag, der inzwischen um viele Screenshots erweitert wurde und zeitweise kaum erreichbar war, stellt Sebastian Kügler das Akonadi-Framework vor und zeigt, wie die kommende Version der KDE-PIM-Suite es nutzt. Akonadi war die Ursache, dass KDE-PIM nicht rechtzeitig für KDE 4.5 fertig wurde. Die neue Version soll nun aber mit KDE 4.5.1 oder 4.5.2 so weit sein.

Der wichtigste Aspekt von Akonadi ist, dass es keinen Datenspeicher darstellt. Aufgrund der Verwendung einer relationalen Datenbank haben viele Benutzer die falsche Vorstellung, dass Akonadi die Daten speichert, die von PIM-Anwendungen benötigt werden, also E-Mails, Kontakte, Termine und so weiter. Tatsächlich ist Akonadi aber nur ein Cache, die Daten werden anderswo gespeichert. Lediglich wenn der Originalspeicher nicht erreichbar ist, kann Akonadi lokale Änderungen länger zwischenspeichern, synchronisiert sich aber so bald wie möglich wieder mit dem Original.

Der wesentliche Punkt von Akonadi ist damit zum einen das einheitliche API, mit dem alle Anwendungen auf die Daten zugreifen können. Zum anderen ermöglicht es auch das Offline-Arbeiten, wenn die Verbindung zu den Original-Daten gerade nicht besteht. Zudem wird Speicher gespart, da die Daten nur noch in einem einzigen Prozess lagern. Als zugrundeliegende Datenbank können MySQL, SQLite und PostgreSQL verwendet werden, je nach Anforderung. In allen Fällen wird die Datenbank automatisch verwaltet, so dass sich der Benutzer nicht darum kümmern muss. Die MySQL-Einbindung ist am weitesten fortgeschritten. Der Zugriff auf Akonadi kann mit KDE-, GNOME- und anderen Anwendungen erfolgen.

Die neue Version von Kontact und der zugehörigen PIM-Programme von KDE, die Akonadi nutzen, soll laut Kügler noch in diesem Jahr erscheinen. Da die neue Version separate Konfigurationsdateien nutzt und die alte Konfiguration automatisch übernommen wird, soll es einfach sein, die neue Version zu testen und gegebenenfalls wieder zu einer älteren zurückzukehren.

Zur neuen Version von Kontact gehört KMail2. An der Oberfläche gibt es laut Kügler bisher kaum Änderungen zu KMail1, dessen Oberfläche sehr ausgereift und bewährt sei. Die Portierung auf Akonadi ermöglicht aber sofort neue Funktionen beispielsweise bei der Benachrichtigung. Wenn neue Mails eintreffen, kann man sie über den noch nicht veröffentlichten E-Mail-Notifier von Plasma schnell ansehen, sich Merker setzen oder auch gleich löschen.

Akonadi ist nicht auf das Cachen von persönlichen Daten beschränkt. Da es universell verwendbar ist, ergeben sich für die Zukunft zahlreiche weitere Möglichkeiten. Suche und Indizierung werden durch eine Verbindung mit dem semantischen Framework Nepomuk behandelt. Semantische Daten wie Tags können wiederum von Akonadi zwischengespeichert werden. Auch bei den Data-Engines des Plasma-Desktops bietet es sich an, Akonadi zu nutzen. Die Möglichkeiten von Akonadi, laut Kügler nichts weniger als eine Revolution, werden sich erst dann voll zeigen, wenn mehr Anwendungen den Dienst nutzen.

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