Login


 
Newsletter
Werbung
Mo, 30. August 2010, 13:00

Software::Desktop

Chromium soll noch mehr Grafikbeschleunigung verwenden

Chromium-Entwickler Vangelis Kokkevis hat die ersten Ergebnisse eines Neudesigns der Grafikausgabe des Webbrowsers Chromium vorgestellt. Ein separater Prozess soll sich künftig um alle Grafikausgaben kümmern. Darüber hinaus werden mehr Aufgaben in den Grafikprozessor verlagert.

Google Chrome 6 Beta

Mirko Lindner

Google Chrome 6 Beta

Nach Angaben von Vangelis Kokkevis ist ein Team bei Google seit einiger Zeit damit beschäftigt, das Grafiksystem des Webbrowsers Chromium zu überarbeiten. Mehr Aufgaben sollen in den Grafikprozessor verlagert werden, wo möglich, um neue APIs und Möglichkeiten der neuen Standards wie WebGL und 3D-CSS-Transformationen schneller zu machen. Nachdem nun Teile dieser Arbeit im offiziellen Quellcode gelandet sind, beschreibt der Entwickler die Grundzüge der Neuentwicklung.

Die gesamte Grafik wird von einem neuen separaten Prozess abgewickelt, der Kommandos von der Rendering-Engine entgegennimmt und sie an OpenGL oder Direct3D mittels ANGLE weitergibt. Die Prozesstrennung sorgt auch für bessere Zugriffskontrolle: Damit der Rendering-Prozess auf den GPU-Prozess zugreifen kann, läuft letzterer in einer modifizierten Sandbox. Der GPU-Prozess wird dadurch außerdem vereinfacht.

Die Beschleunigung der Grafik beruht auf der Beobachtung, dass eine Webseite aus einer Anzahl mehr oder weniger unabhängiger Ebenen besteht. Diese Ebenen können mit CSS formatierten Text, Bilder, Videos und zweidimensionale oder mit WebGL arbeitende Bildbereiche enthalten. Die meisten davon, besonders Text und Bilder, werden zwar immer noch mit der CPU berechnet, einige dagegen verwenden schon den Grafikprozessor. So können Videos bereits mittels Shadern im Grafikprozessor skaliert und in der Farbe angepasst werden. Auch Ebenen mit WebGL-Elementen können bereits vollständig im Grafikprozessor berechnet werden.

Wenn das Ergebnis dieser Berechnungen wieder von der CPU kombiniert werden muss, wie es bisher der Fall war, werden die meisten Geschwindigkeitsverbesserungen wieder zunichte gemacht, so Kokkevis. Daher kann Chromium diese Kombination nun auch im Grafikprozessor vornehmen, derzeit allerdings noch nicht standardmäßig. Um die Funktion zu aktivieren, muss man die Option --enable-accelerated-compositing flag an der Kommandozeile angeben. Das weitere Ziel der Entwickler besteht darin, noch mehr Funktionen in den Grafikprozessor zu verlegen, um das Gesamtsystem auf beeindruckende Weise zu beschleunigen.

Werbung
Pro-Linux
Frohe Weihnachten Fest!
Neue Nachrichten
Werbung