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Mi, 1. September 2010, 10:05

Gesellschaft::Wirtschaft

Internationales Team entwickelt freies Krankenhausinformationssystem Medical

Ein internationales Entwicklerteam hat damit begonnen, ein freies Krankenhausinformationssystem (KIS) zu erstellen. Die Entwickler kommen aus Deutschland, Brasilien, Frankreich und Griechenland.

Freies KIS Medical

Medical

Freies KIS Medical

»Die Entwicklung an dem freien KIS »Medical« begann bereits vor zwei Jahren mit dem Ziel, Zentren der primären Grundversorgung ein System bereitzustellen, das die Präventivmedizin verbessern sollte«, wird einer der beteiligten Entwickler auf OSOR zitiert. »Heute ist Medical dank der Beteiligung vieler Wissenschaftler, Ärzte und Sozialarbeiter der ganzen Welt ein solides Gesundheits- und Krankenhausinformationssystem, das bereits Preise gewonnen hat. Medical wurde in viele Sprachen übersetzt, beispielsweise Deutsch, Spanisch, Bahasa-Indonesisch, Portugiesisch und Französisch.«

Medical kann bereits die elektronischen Patientendaten, Krankenhaus- und Gesundheitsinformationen verwalten und erlaubt es darüber hinaus, Rezepte und Rechnungen auszustellen, und epdidemische sowie statistische Daten auszuwerten. Medical unterstützt klinische Pfade, und hilft den Anwendern, neben den Patienten auch ihr medizinisches Personal, Räumlichkeiten wie Labore und Informationen über Medikamente zu verwalten. Krankheiten werden nach der Internationalen Klassifizierung der Krankheiten ICD-10 erfasst. In Deutschland der Operationen- und Prozedurenschlüssel (OPS) genutzt, eine Modifikation der ICD, die neben der Klassifikation auch zur Abrechnung der medizinischen Leistungen eingesetzt wird. Die Anwendung läuft auf einem zentralen Server und wird über eine Webschnittstelle bedient.

Das in Python implementierte und auf OpenERP basierende Projekt steckt noch in den Kinderschuhen, momentan steht der Versionszähler bei 0.1.1. Medical soll Ärzte und Kliniken unabhängig von ihrem ökonomischen Status in ihrer Arbeit unterstützen und die Zusammenarbeit verschiedener Akteure im Gesundheitsbereich, etwa Kliniken, Ärzten, Gesundheitsbehörden und Versicherungen stärken. Aktuell arbeitet ein brasilianisches Team an der Lokalisierung, ein von der griechischen Regierung gefördertes Team hat Medical geforkt (»Hospital«) und die Software bereits um ein Blutverwaltungsmodul ergänzt. Wie Medical den Datenaustausch organisiert, welche Schnittstellen es zu Radiologieinformationssystemen (RIS), Laborinformationssysteme (LIS), Pathologieinformationssysteme (PIS) und Informationssysteme anderer Abteilungen geplant sind, geht aus der Dokumentation noch nicht hervor.

Medical sucht noch Freiwillige, denn es gibt noch viel zu tun. Die aktuelle Medical-Version 0.1.1 kann von Forge OSOR heruntergeladen werden. Ein alternatives freies KIS ist Care2X, dessen Entwicklung allerdings sehr schleppend voran schreitet.

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