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Mi, 1. September 2010, 19:38

Software::Datenbanken

PostgreSQL 9.0 auf der Zielgeraden

Die Entwickler der freien Datenbank PostgreSQL haben zwei Monate nach der ersten Betaversion von Version 9.0 und über fünf Jahre nach PostgreSQL 8.0 den ersten Veröffentlichungskandidaten der kommenden Variante des Systems veröffentlicht. Eingebaute Replikation und viele weitere Neuerungen sollen PostgreSQL zu noch mehr Verbreitung verhelfen.

PostgreSQL-Logo

PostgreSQL

PostgreSQL-Logo

PostgreSQL baut auf eine fast 20-jährige Entwicklung auf, welche an der University of California in Berkeley begann und ursprünglich das Ziel hatte, einen Nachfolger für Ingres zu schaffen. Die erste Version von Postgres erschien 1989. 1994 wurde das System um einen SQL-Interpreter erweitert und in Postgres95 umbenannt. 1996 wurde die Entwicklung forciert, verbunden mit einem Wechsel des Namens zu PostgreSQL. Die erste Version mit diesem Namen war 6.0.

Die kommende Version von PostgreSQL wird zahlreiche Neuerungen bringen, die auf teils jahrelange Wünsche der Benutzer zurückgehen. Die wohl wichtigste Funktion wird dabei ein Replikationsmechanismus sein. Die aus »Hot Standby« und »Streaming Replication« bestehende Lösung baut auf dem vorhandenen Point-in-Time Recovery (PITR) auf und verwendet für die Transaktionsverarbeitung Write-Ahead-Logs. Dadurch ist es laut Aussagen der Entwickler möglich, mit einem Master mehrere Read-Only-Server zu unterstützen.

Die Einbindung der Sprachen Python und Perl als PL/Python und PL/Perl wurde verbessert. Ferner können Stored Procedures und Funktionen erstmals auch in Python 3.1 und C++ geschrieben werden. In der Do-Anweisung sind darüber hinaus anonyme Prozedurblöcke erlaubt. Spaltenspezifische, konditionale und SQL-konforme Trigger sind jetzt ebenfalls machbar.

Neu in der kommenden Version wird auch Analyse-Kommando »VACUUM FULL« sein, das alle Tabellen und Indexe behandelt. Zu den weiteren Neuerungen gehören überarbeitete Sicherheitsfunktionen. Neben einer RADIUS- und LDAP-Authentifizierung beinhaltet PostgreSQL auch ein neues Tool zur Überprüfung von Passwörtern unter dem Namen »passwordcheck«. Die LISTEN/NOTIFY-Funktionen wurden nun beschleunigt und speichern Events nicht mehr in einer Tabelle, sondern in einer speicherbasierten Queue.

Version 9 wird darüber hinaus um eine Vielzahl weiterer Funktionen erweitert. Zu den Erweiterungen der SQL-Unterstützung gehören unter anderem »IF EXISTS« in »DROP COLUMN« und »DROP CONSTRAINT« sowie die Verwendung von »DEFERRABLE« in Unique-Konstanten. EXPLAIN erlaubt nun auch eine Ausgabe in XML- oder JSON-Formaten und unterstützt die Nutzung von generischen Optionen. Des weiteren unterstützt to_char() die EEEE-Notation und die Datenbank selbst die Ein- und Ausgabe im Hex-String-Format für BYTEA. Um realistischere Resultate bei Benchmarktests zu erreichen, unterstützt pgbench ab sofort auch Multithreading.

Die Weiterentwicklung der Datenbank führte zu eine Reihe von Inkompatibilitäten. Zum Update auf die neue Version ist ein vollständiger Dump und Restore der Daten mittels der integrierten Tools nötig. Alternativ ist auch ein Upgrade des Datenverzeichnisses mit dem neuen Modul pg_upgrade möglich. Laut Aussagen der Entwickler sollen bis zur fertigen Version keine neuen Schnittestellen, Kommandos oder API-Änderungen mehr hinzukommen.

PostgreSQL 9 RC1 steht unter der BSD-Lizenz und kann ab sofort vom Server des Projektes heruntergeladen werden. Neben Linux, Mac OS X und 32-Bit-Windows unterstützt das System ab sofort auch 64-Bit-Windows.

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