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Fr, 3. September 2010, 12:58

Software::Entwicklung

X-Entwicklung in Zahlen

Tiago Vignatti hat analog zu diversen Statistiken über den Linux-Kernel eine Auswertung vorgenommen, wie sich die Entwickler von X.org verteilen.

Die Auswertung (»X Census«) bezieht sich auf den Zeitraum, in dem Version 1.9 des X-Servers entwickelt wurde, also 2. April bis 20. August 2010. Tiago Vignatti, selbst Mitglied der Entwicklergemeinschaft, hat dabei verschiedene Teilbereiche von X.org separat ausgewertet: Der X-Server mit dem X-Protokoll, Bibliotheken und xcb-Repositorien stellt einen Block dar, Treiber einen weiteren, die Userspace-Grafiktreiber einschließlich libdrm und Mesa, Pixman und die Dokumentation komplettieren die Auflistung.

Der Autor orientierte sich bei der Zählung an ähnlichen Auswertungen für den Linux-Kernel (die es inzwischen regelmäßig gibt) oder GNOME. Die Zählung wertet die Anzahl der eingecheckten Änderungen ins Versionsverwaltungssystem aus, ordnet sie einzelnen Entwicklern zu und, soweit es bekannt ist, den Unternehmen, für die diese Entwickler arbeiten.

Bei den Zahlen von X im Zeitraum April bis August stellte sich heraus, dass fast so viele Unternehmen wie Entwickler beteiligt waren. Ein Teil dieser Unternehmen dürfte auf freiberufliche oder sonst nicht einzuordnende Entwickler zurückzuführen sein. Eine Konzentration auf einzelne Unternehmen ist aber jedenfalls nicht zu beobachten. So kommt der Anteil von 15,4% von Oracle an allen Änderungen des Servers dadurch zustande, dass Alan Coopersmith bei Oracle beschäftigt ist. In den Top 10 der Unternehmen tauchen neben einigen Freiberuflern und Oracle hauptsächlich noch Red Hat, Intel, VMware, Nokia und Apple auf.

Die Zahl der Änderungen lag im Bereich von libdrm, Mesa und den Treibern mit über 5600 um ein Mehrfaches höher als beim Server. Insgesamt wurden rund 7000 Änderungen eingebracht, die 840.000 Zeilen hinzufügten und über 1,5 Mio. Zeilen, die meisten davon bei den Treibern, entfernten.

Wie bei ähnlichen Auswertungen geben die Zahlen nur einen sehr groben Eindruck von der Aktivität. Denn die Zahl der Änderungen oder geänderten Zeilen sagt nichts über den Schwierigkeitsgrad oder Aufwand der Änderung aus. Insgesamt geht es mit X offenbar stetig und solide voran, mit 74 mehr oder weniger aktiven Entwicklern allein im Server-Bereich und über 100 bei den Treibern (wobei Überschneidungen möglich sind). Doch mehr Mitarbeiter könnten allemal gebraucht werden.

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