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Do, 23. September 2010, 10:57

Software::Datenbanken

Ingres 10.1 mit Geospatial-Unterstützung

Die Ingres-Geospatial-Gemeinschaft hat die erste Version des freien Datenbanksystems Ingres 10.1 mit integrierter Geospatial-Unterstützung angekündigt.

Die Geospatial-Unterstützung in Ingres 10.1 basiert auf den »Simple-Feature-Spezifikationen für SQL v1.1« (OGC SFS SQL), die vom Open Geospatial Consortium (OGC) entwickelt wurden. Diese beschreiben, wie raumbezogene Daten in SQL-Datenbanken strukturiert und verarbeitet werden sollten. Zu den Bestandteilen der Simple Feature Specifications zählen das OGC Objektmodell, das Well Known Text Format (WKT) und das Well Known Binary Format (WKB).

Die Mitglieder des Ingres-Geospatial-Teams haben eng mit Projekten der Open Source Geospatial Foundation (OSGeo) zusammengearbeitet, so dass ihre Ingres-Variante gut von diesen Projekten (PROJ.4, GEOS, libgeotiff, GDAL/OGR) unterstützt wird. Mit der Geospatial-Unterstützung zogen neue Datentypen in das Ingres-DBMS ein, beispielsweise POINT, LINESTRING, POLYGON, MULTIPOINT, MULTIPOLYGON oder GEOMETRYCOLLECTION. Ebenso wurde die Datenbank um 26 neue Funktionen erweitert, die von Geo-Anwendungen benötigt werden, um mit Ingres zu funktionieren. Hier sind beispielsweise ST_DISTANCE (Abstand zwischen zwei Punkten), ST_LENGTH (Länge eines aufgezeichneten Weges), ST_NUMPOINTS (Anzahl der Wegepunkte einer Route) oder ST_AREA (Fläche eines Polygons) zu nennen. Die Geospatial-Unterstützung bietet zudem Features wie Projektionen und das automatische Laden von EPSG-Daten des Geodesy Subcommittee of the Surveying & Positioning Committee of the International Association of Oil & Gas Producers (OGP).

Ingres kann mit vielen Programmiersprachen eingesetzt werden und unterstützt darüber hinaus die Schnittstellen OpenAPI, ODBC und JDBC. Mit der Geospatial-Unterstützung schließt Ingres zu anderen Datenbanksystemen auf, die (mit Erweiterungen) ebenfalls für die die Speicherung und Verarbeitung geodätischer Daten geeignet sind, etwa MySQL, PostgreSQL mit PostGIS, IBM DB2 mit Spatial Extender oder Oracle mit Oracle Locator und Oracle Spatial.

Das Ingres Geospatial Project wurde im März 2008 gegründet. Mit der aktuellen Veröffentlichung hat das Projekt den ersten Punkt seiner Roadmap abgearbeitet. Die zukünftigen Schwerpunkte liegen auf Leistungssteigerungen, GeoServer- und GeoNetwork-Unterstützung, nativer Mapserver-Unterstützung, Routing, Geocoding und der Implementation der OGC SFS 1.2. Ingres 10.1 mit Geospatial-Unterstützung steht unter der GPLv2 und ist für Linux und MS Windows erhältlich. Aktuell sind Binärpakete für Fedora Linux (32 und 64 Bit) und Ubuntu (32 Bit) verfügbar.

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