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Sa, 2. Oktober 2010, 14:20

Software::Desktop

Ubuntu-Schriftart soll neue Qualitätsmaßstäbe setzen

Die von Canonical neu entwickelte Schriftart »Ubuntu« wurde in den Veröffentlichungskandidaten von Ubuntu 10.10 integriert. Zugleich wurde auch der Quellcode der Schriftart veröffentlicht.

Beispiel der Ubuntu-Schrift

Canonical

Beispiel der Ubuntu-Schrift

Ubuntu-Gründer Mark Shuttleworth erläutert nun in seinem Blog, wie es zu der Schrift kam und was die weiteren Pläne sind. Eine neue Schriftart zu entwickeln, war demnach die Idee von Marcus Haslam und Ivanka Majic aus dem Design-Team von Canonical. Die Schriftart sollte Ubuntu nicht nur eine eigene Identität geben, sondern auch die Werte repräsentieren, für die Ubuntu steht: Zusammenarbeit, Freiheit, Genauigkeit, Zuverlässigkeit, Fertigkeit und Zugänglichkeit.

Von Anfang an war geplant, eine vollständige Schriftfamilie zu entwickeln, die Normal- und Fettschrift, Proportialschrift und andere umfassen sollte. Zumindest anfänglich ist die Schrift auf einige der wichtigsten Alphabete beschränkt, die Zahl der verfügbaren Zeichen soll jedoch stetig erhöht werden. Die anfängliche Beschränkung war laut Shuttleworth nötig, um termingerecht eine erste Version vorlegen zu können, die keinerlei Abstriche bei der Qualität macht.

Mit der Entwicklung der Schrift wurde die darauf spezialisierte Firma Dalton Maag betraut, die sich bereit erklärte, das Entwicklungsmodell mit regelmäßigen Updates und Bearbeitung der eintreffenden Fehlerberichte zu unterstützen. Mindestens fünf Personen waren mehrere Monate mit der Entwicklung beschäftigt, und im Juli wurde die erste Betaversion freigegeben, allerdings nur für einen geschlossenen Entwicklerkreis. Auf Basis des Feedbacks wurden wöchentliche Updates angefertigt. Bei der Bearbeitung der Fehlerberichte tat sich Paul Sladen besonders hervor, der ein privates Interesse an Typografie hatte und zur Unterstützung der weiteren Entwicklung angeheuert wurde.

Die weitere Entwicklung wird unter anderem fonttest.design.canonical.com, ein Tool, das Testern mit Launchpad-Konto zur Verfügung steht. Es kann Screenshots von den meisten Browsern machen, um so Darstellungsfehler der Ubuntu-Schrift zu dokumentieren. Es ist geplant, letztendlich Zeichen für den gesamten Unicode-Umfang zu entwickeln, dies wird jedoch einige Zeit dauern. Die Gemeinschaft kann dabei mithelfen, die Zeichen selbst will Canonical aber von professionellen Designern entwickeln lassen. Damit sollen neue Maßstäbe in der Qualität gesetzt werden. Qualität benötigt Zeit, so Shuttleworth, aber die Qualität habe auch absoluten Vorrang. Neu entwickelte Zeichensätze werden dann, zunächst als Betatest, dann als offizielle Version, in neue Versionen der Ubuntu-Schriftart eingebaut.

Die Lizenz der neuen Schriftart ist noch nicht endgültig festgelegt. Laut Shuttleworth boten sich zwei unter den vielen möglichen freien Lizenzen besonders an: die Open Font License von SIL International und die GPLv3 mit einer spezifischen Zusatzklausel. Bei genauer Betrachtung zeigten allerdings beide Lizenzen Probleme, und die Zeit reichte nicht aus, diese auszuräumen. Daher verwendet Canonical übergangsweise keine von beiden, sondern eine eigene Lizenz. Canonical will diese allerdings nicht auf Dauer beibehalten, da es ohnehin schon zu viele Lizenzen gibt. Das Unternehmen spricht mit SIL über eine Verbesserung der Lizenz und will eine Analyse der OFL durch das Software Freedom Law Center (SFLC) finanzieren.

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