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Mi, 6. Oktober 2010, 09:39

Software::Büro

Oracle unterstützt LibreOffice nicht

Oracle hat der neu gegründeten Document Foundation eine Absage erteilt, am OpenOffice.org-Fork LibreOffice mitzuarbeiten. Der Software-Riese hält an seiner eigenen Version von OpenOffice.org fest.

LibreOffice

Document Foundation

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Nach eigenen Angaben erfuhr die am 28. September gegründete Document Foundation breite Unterstützung. Ein Großteil der ehemaligen OpenOffice.org-Gemeinschaft wechselte zu LibreOffice, ausgenommen Oracle und seine Mitarbeiter. LibreOffice, das sich vor allem durch ein anderes Entwicklungsmodell und den Verzicht auf die Übertragung von Rechten am Code von OpenOffice.org abheben will, hatte Oracle eingeladen, sich ebenfalls zu beteiligen. Hätte Oracle zugesagt, hätte das Projekt unter dem Namen OpenOffice.org weitermachen können, wäre allerdings die als sehr hinderlich angesehene Kontrolle durch Oracle los gewesen.

Da ein Großteil der Entwicklung von OpenOffice.org von den Angestellten von Sun, jetzt Oracle, geleistet wurde, glaubten viele wohl nicht so recht daran, dass das Projekt sich ernsthaft von Oracle abspalten könnte. LibreOffice will nun den Beweis antreten, dass das funktioniert. Auf die Unterstützung von Oracle können sie dabei nicht zählen, wie der Autor Stephen J. Vaughan-Nichols nun erfahren hat. Oracle verweist demnach auf die über hundert Millionen Benutzer von OpenOffice.org und fordert die OpenOffice.org-Gemeinschaft auf, an der Suite mitzuarbeiten. Es sei der aufrichtige Wunsch von Oracle, die Verbreitung von OpenOffice.org weiter zu steigern, und wenn »diese neue Foundation« dabei helfe, OpenOffice.org und das Open Document Format (ODF) voranzubringen, dann wünsche Oracle ihr alles Gute.

Auch IBM, selbst großer Nutzer von OpenOffice.org bzw. seines eigenen Forks »Lotus Symphony«, hat noch keine Unterstützung für LibreOffice angekündigt. Nach Informationen von Vaughan-Nichols setzt IBM momentan auf Abwarten, bevor es eine offizielle Verlautbarung gibt.

Die Abspaltung von LibreOffice weist starke Ähnlichkeiten mit der erst kürzlich erfolgten Abspaltung von Illumos von Solaris. Schon länger existieren sind verschiedene Abspaltungen von MySQL. So haben die Entwickler von Drizzle nach eigenen Angaben nun über 80 Beitragende, eine mit MySQL nie erreichte Zahl. Auch die andere wesentliche Abspaltung MariaDB will vor allem mit vielen Erweiterungen gegenüber MySQL glänzen. Doch nicht nur Oracle bekam in jüngster Zeit die Quittung für den miserablen Umgang mit der freien Entwicklergemeinschaft. Die Gemeinschaft der Mandriva-Entwickler lief fast geschlossen zum neu gegründeten Mageia über und will die Distribution auf eigene Faust weiter entwickeln.

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