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Mi, 6. Oktober 2010, 11:04

Unternehmen

Black Duck Software übernimmt Ohloh

Black Duck, Anbieter von Lizenzprüfungs-Software, hat die Ohloh-Plattform, die Einblicke in Open-Source-Projekte aus der Unternehmensperspektive geben will, aufgekauft. Zuvor gehörte das Unternehmen zum Firmenkonglomerat rund um GeekNet, das besser unter dem Namen Sourceforge bekannt ist.

Mit seinen Produkten, die die Lizenzen von Quellcode prüfen, will Black Duck nach eigenen Angaben den Einsatz von Open Source in Unternehmen fördern. Durch die Prüfung der Lizenzen der verschiedenen Teile des Quellcodes soll sichergestellt werden, dass bei der Veröffentlichung eines Produkts keine lizenzrechlichen Probleme entstehen und den Bedingungen der Lizenzen, speziell der Open-Source-Lizenzen, Genüge getan wird.

Anfang des Jahres geriet das Unternehmen allerdings in die Schusslinie einiger Aktivisten, als bekannt wurde, dass es den Kern seiner Technologie patentieren ließ. Bradley Kuhn, Rechtsanwalt, Programmierer und Berater der Free Software Foundation, sprach darauf hin von einer Firma, die lediglich Profit aus der Furcht einiger Leute vor freier Software schlagen will. Die Software von Black Duck selbst ist proprietär und nun auch patentiert. Das Ziel der Firma besteht laut Kuhn darin, Unternehmen mit Schreckens-Szenarien dazu zu bringen, völlig unnötige Software zu kaufen.

Durch dem Kauf von Ohloh will Black Duck laut eigenen Aussagen die Dienste von Ohloh und die der zuvor übernommenen Koders.com bündeln und weiter ausbauen. Erste Resultate der Übernahmen sollen bereits in wenigen Monaten sichtbar sein. Paul Cormie von Red Hat spricht deshalb von einer »strategischen Übernahme«, die Black Duck noch mehr als Dienstleister für die Gemeinschaft etablieren soll.

Vordergründig ist Ohloh, das vor dem Kauf zu GeekNet gehörte, eine Datenbank von Open-Source-Anwendungen, die man ähnlich anderer Angebote durchstöbern oder durchsuchen kann. Ohloh bietet jedoch zu jedem Projekt Informationen, die auf anderen Seiten bisher nicht in dieser Form zu finden sind. Diese sind besonders an professionelle Entwickler und Unternehmen gerichtet, die unter den verfügbaren freien Projekten das für sie beste finden wollen. Dazu will der Dienst für eine solche, möglicherweise weitreichende Entscheidung umfangreiche und verlässliche Kriterien anbieten. Um das erreichen, sammelt das Unternehmen »Messdaten« zu jedem Projekt, soweit dies möglich ist. Unter anderem wird auch der Quellcode des Projektes aus dem jeweiligen Versionsverwaltungssystem geholt und analysiert. Auch die Historie der Änderungen und die daran beteiligten Entwickler werden ausgewertet.

Zu den ungewöhnlichen Features des Angebots von Ohloh gehört unter anderem die Aufschlüsselung der Quellcode-Dateien des Projektes nach Programmiersprache und Lizenz. Auch der Anteil der Kommentare und Leerzeichen am Quellcode wird ermittelt. Ein hoher Anteil an Kommentaren wird als erstrebenswert betrachtet. In weiteren aufschlussreichen Diagrammen wird das Wachstum der Codebasis über die Projekt-Lebensdauer, die Aktivität der Entwickler und der Umfang ihrer Beiträge zum Projekt über die Projektlebensdauer aufgetragen. Offensichtlich sollen diese Diagramme dabei helfen, die Lebendigkeit und Zukunftssicherheit eines Projektes zu beurteilen. Interessant ist auch die Einschätzung des Wertes eines Projektes, der sich aus der Anzahl der Codezeilen ergibt. Aus der Anzahl der Codezeilen wird der Aufwand in Personenjahren geschätzt, der zur Erstellung des Codes notwendig war, der mit einem hypothetischen Durchschnittseinkommen von 55.000 US-Dollar im Jahr multipliziert wird.

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