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Do, 14. Oktober 2010, 08:00

Gesellschaft::Politik/Recht

HTC der GPL-Verletzung beschuldigt

Der Smartphone-Hersteller HTC verletzt nach Ansicht des Blogs »Freedom to Tinker« bei dem neuen Modell G2 absichtlich die GPL, um den Benutzern die volle Kontrolle über das Gerät zu verwehren.

Das G2 ist ein Smartphone mit Android, das kürzlich auf den Markt kam. Während der Großteil von Android unter Lizenzen steht, die die Proprietarisierung der Software gestatten, ist dies beim enthaltenen Linux-Kernel nicht der Fall. Der Hersteller muss auf jeden Fall den verwendeten Quellcode mit allen Modifikationen bereitstellen.

Der Grund, warum manche Besitzer des G2 den Quellcode verlangen, ist einfach. Ohne ihn ist es bisher nicht möglich, dauerhaft die volle Kontrolle und somit Root-Rechte auf dem Handy zu erlangen. Wie die meisten Hersteller in diesem Sektor will auch HTC verhindern, dass die Benutzer alle Rechte über die Hardware erhalten, die ihnen gehört. Es gibt allerdings Methoden, die das umgehen (Jailbreak), die auch beim G2 funktionieren. Allerdings stellten die Benutzer fest, dass nach jedem Neustart des Systems der ursprüngliche Zustand wieder hergestellt war.

Verantwortlich für diese Funktionalität ist ein spezieller Speicherchip. Durch Umprogrammierung des Chips könnte die für viele unerwünschte Funktion beseitigt werden - doch noch weiß niemand, wie das geht, da keine Dokumentation verfügbar ist. Der von HTC modifizierte Linux-Kernel würde die entscheidenden Informationen liefern, HTC weigert sich aber derzeit, die Quellen herauszugeben. Eine Anfrage an HTC wird damit beantwortet, dass der Quellcode so schnell wie möglich veröffentlicht werden, das sei »üblicherweise« 90 bis 120 Tage nach dem Erscheinen des Geräts.

Dies stellt einen klaren Verstoß gegen die GPL dar, denn diese Lizenz erlaubt keine Karenzzeit. Wie bei allen freien Softwarelizenzen verlangt sie, dass der Quellcode mitgeliefert oder bereitgestellt werden muss, was in jedem Fall bedeutet: sofort und ohne Verzögerung. Womöglich spekuliert HTC darauf, dass eine eventuelle Klage so viel Zeit in Anspruch nehmen würde, dass die Sache bis dahin erledigt ist. Der Blog-Autor Steve Schultze stellt besonders heraus, dass der Hersteller von der Arbeit und dem guten Willen der Gemeinschaft profitiert und als Gegenleistung künstliche und illegale Restriktionen auf den Code legt.

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