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Do, 14. Oktober 2010, 11:14

Gesellschaft::Politik/Recht

FSF stellt Kriterien für empfohlene Hardware auf

Hardware, die die Freiheit der Benutzer respektiert, ist das Ziel der FSF. Die Organisation hat dafür eine Reihe von Kriterien entworfen.

Die Free Software Foundation (FSF) will nach eigenen Angaben eine Art Zertifikat schaffen, mit dem empfohlene Hardware gekennzeichnet werden kann. Um empfehlenswert zu sein, muss die Hardware nach Ansicht der FSF in allen Komponenten, die vom Benutzer aktualisiert werden können, ausschließlich freie Software einsetzen.

Wie die FSF erläutert, müssen zur Vergabe der Zertifizierung klare Kriterien existieren. Einen ersten Entwurf dieser Kriterien hat die FSF jetzt in ihrem Wiki veröffentlicht. Dieser Entwurf ist noch nicht endgültig und Feedback ist auf der zugehörigen Diskussionsseite des Wikis willkommen.

Die Forderung der FSF nach freier Software ist ziemlich strikt und ein entscheidendes Kriterium für das Zertifikat. Die Hersteller sollen ausschließlich freie Software mit dem Gerät liefern, sei es in vorinstallierter oder zusätzlicher Form. Auch Optionen zur Nachinstallation von Software (wenn sie konkrete Software vorschlagen) oder Empfehlungen sollen sich ausschließlich auf freie Software beziehen. Ausnahmen will die FSF lediglich bei bestimmtem Microcode und Firmware machen, und zwar dann, wenn diese Software für den Benutzer unveränderlich ist. Sollte jedoch eine freie Alternative zu solchem Microcode oder einer Firmware verfügbar werden, dann erwartet die FSF, dass sie in einem Nachfolgemodell auch genutzt wird; erscheint kein Nachfolgemodell in einem angemessenen Zeitraum, kann die Empfehlung von der FSF widerrufen werden.

Freie Software allein genügt der FSF allerdings noch nicht. Der Hersteller muss auch ermöglichen, dass sämtliche freie Software in dem Gerät auch wirklich änderbar ist, und entsprechende Dokumentation liefern. Ferner muss sämtliche auf dem Gerät vorhandene Software aus dem Quellcode compiliert werden kann, und zwar ausschließlich mit Hilfe freier Software auf einem GNU/Linux-Betriebssystem, das von der FSF als frei anerkannt ist. Proprietäre Entwicklungsumgebungen oder freie Tools, die nur unter Windows laufen, würden von der FSF keine Zertifizierung erhalten.

Die Liste der Kriterien ist damit noch lange nicht zu Ende. Jegliche Software, die zur vollständigen Nutzung oder Administration des Geräts nötig ist, muss frei sein; die Programme, die zum Generieren und Installieren der Produkt-Software benötigt werden, ebenso. Das Produkt darf keine Benutzer ausspionieren und keine privaten Daten ohne deren Einverständnis senden. Das von der FSF empfohlene Produkt muss klar von anderen Produkten des Herstellers unterscheidbar sein, die die Zertifizierung nicht erhalten haben.

Ein empfohlenes Gerät darf proprietäre Datenformate unterstützen, aber wo es das tut, muss es ein äquivalentes freies Format ebenso unterstützen. Beispielsweise muss ein Gerät, das das nach wie vor patentbehaftete MP3-Format abspielen kann, ebenso mindestens Ogg Vorbis unterstützen. Patente des Herstellers, die sich auf die Produktsoftware beziehen, müssen allen Benutzern aller Versionen der Software kostenlos lizenziert werden - eine Forderung, die denen der GPLv3 ähnelt. Ferner fordert die FSF, dass allgemein nützliche Dokumentation zu dem Produkt wie Benutzer- oder Entwicklerhandbücher unter eine freie Lizenz gestellt werden.

Produkte, die das Gütesiegel der FSF erhalten, respektieren aus Sicht der FSF die Freiheit der Benutzer. Brett Smith von der FSF ist der Ansicht, dass alle Software-Komponenten, die für solche Hardware benötigt werden, verfügbar sind. Das Projekt muss in der nächsten Zeit die Kriterien fertigstellen und ein Logo entwickeln. Dann sind die Hersteller gefordert.

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