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Do, 14. Oktober 2010, 14:04

Software::Desktop::KDE

Aktivitäten in KDE Plasma und GNOME Shell

Plasma-Entwickler Aaron Seigo vergleicht die Aktivitätskonzepte in KDE4 und der GNOME Shell im kommenden GNOME 3.

Workspace der Netbook-Variante von Plasma

Workspace der Netbook-Variante von Plasma

Seigos erste Feststellung ist, dass beide Projekte den Begriff Aktivität völlig unterschiedlich verwenden, was er als »unglücklich« bezeichnet. In der GNOME Shell ist nach seinen Recherchen eine Aktivität nichts weiter als der altbekannte virtuelle Desktop, der möglicherweise deshalb umbenannt wurde, um das Konzept unbedarften Benutzern näherzubringen. Die GNOME Shell bietet dazu nützliche neue Funktionen wie eine Übersicht, das einfache Hinzufügen und Entfernen von Aktivitäten und eine integrierte Seitenleiste zum Aufrufen von Anwendungen und Dokumenten.

KDE dagegen ist eine Aktivität eher das, was man natürlicherweise darunter versteht. Zumindest laut der Meinung von Seigo, der das System mit entworfen hat. Aktivitäten sind in KDE eine Sammlung von Tools, die zu einer bestimmten Aufgabe gehören. Die Aktivitäten sind allerdings von den Benutzern selbst zu definieren; es gibt keine Vorgaben. Plasma stellt lediglich die Oberfläche für die Konfiguration bereit.

Plasma-Desktop in KDE SC 4.5 Beta2

KDE

Plasma-Desktop in KDE SC 4.5 Beta2

Aktivitäten sind in KDE aber nicht auf Plasma beschränkt, sondern werden im Hintergrund durch Nepomuk gesteuert. Jede Anwendung kann daran teilhaben und ihre Darstellung entsprechend anpassen. Dies geht mittlerweile so weit, dass KWin die Sitzungsverwaltung benutzt, um je nach aktueller Aktivität Anwendungen zu starten und zu beenden. Die Idee hinter den Aktivitäten ist, dass jeder Anwender seine eigenen Aufgaben mit den benötigen Arbeitsschritten definieren kann und mehrere dieser Aktivitäten laufen können, ohne sich gegenseitig zu beeinflussen.

Etwas anders ist die Situation bei den Mobil- und Netbook-Varianten von Plasma. Die Aktivitäten hier haben sich die Entwickler wohl von Sugar und dem XO-Laptop abgeschaut. Eine Aktivität bezeichnet das, was der Benutzer gerade mit dem Rechner macht, und jede besitzt eine eigene Sammlung von Anwendungs-Icons, die auf dem Bildschirm erscheinen. Mit virtuellen Desktops hat das laut Seigo nichts zu tun. Man kann virtuelle Desktops für ähnliche Zwecke einsetzen, unter KDE ist das allerdings orthogonal zu Aktivitäten und kann diese auch ergänzen oder erweitern.

Vorschau auf Gnome Shell in Fedora 13

fedoraproject.org

Vorschau auf Gnome Shell in Fedora 13

Als Nachteil des KDE-Konzepts der Aktivitäten sieht Seigo, dass es keinen Vorläufer dafür gab. Es war vollständig neu und die gesamte Infrastruktur dafür musste neu entwickelt werden. Nun, da die Technologie allmählich gereift ist, sei es an der Zeit, sie den Anwendern besser bekannt zu machen. Insbesondere hofft er, dass die eingeschränkte Definition von Aktivitäten in GNOME die Benutzer nicht dazu bringt, anzunehmen, dass hinter den KDE-Aktivitäten auch kein größeres Konzept stehe. Kommentatoren merken allerdings an, dass das Konzept in KDE nicht unbedingt ausgereift und ohne Erklärungen kaum zu verstehen sei. Ein Beispiel für die Verwendung von Aktivitäten finden man in diesem Blog-Eintrag.

Das GNOME-Team wurde durch einen Fehlerbericht eines Benutzers auf das Namensproblem aufmerksam gemacht, was einen kleinen Prioritätsstreit zur Folge hatte, da auch GNOME Shell schon 2008 entworfen wurde. Ungeachtet dieser Frage ist eine Umbenennung der GNOME-Aktivitäten unwahrscheinlich, da ein Wechsel zwischen KDE und GNOME nicht als Normalfall angenommen wird. Die GNOME-Entwickler sehen daher keine echte Verwechslungsgefahr.

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Kommentare (Insgesamt: 86 || Alle anzeigen || Kommentieren )
Re[3]: Aktivitäten in GNOME (g4b, Do, 20. Januar 2011)
Re[8]: Aktivitäten in GNOME (vicbrother, Sa, 16. Oktober 2010)
Re[4]: Au ja, mehr Features ! (ach, Fr, 15. Oktober 2010)
Re[5]: Unterschied? (ne, Fr, 15. Oktober 2010)
Re[13]: Aktivitäten in GNOME (oO, Fr, 15. Oktober 2010)
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