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Di, 19. Oktober 2010, 08:23

Software::Entwicklung

Oracle will Harmony keine Java-Lizenz geben

Das Projekt Harmony, eine alternative Implementierung von Java SE, wird sich auch weiterhin nicht offiziell als Java bezeichnen können.

Harmony ist eine alternative Implementierung von Java SE unter der Apache-Lizenz. Um sich offiziell Java nennen zu können, müsste das Projekt die Testsuite TCK fehlerfrei absolvieren. Diese von Sun entwickelte Suite ist jedoch proprietär, und allen Forderungen zum Trotz verweigerte Sun dem Projekt eine Lizenz. Oracle als neuer Besitzer von Java denkt nach Informationen von »The Register« ebenso wenig daran, eine Lizenz zu erteilen.

Ein Grund dafür ist klar: Mit einer solchen Lizenz würde Oracle möglicherweise der Klage gegen Google, das in Android Harmony statt Java SE verwendet, die Substanz entziehen. Paradox ist dabei, dass Oracle vor drei Jahren noch auf der Seite derer war, die eine Öffnung des TCK forderten.

Bis vor Kurzem gehörte auch IBM zu denen, die für eine Öffnung des TCK waren. Darüber hinaus hatte das Unternehmen Harmony über Jahre hinweg massiv gefördert und war wohl der größte Beitragende zu dem Projekt. Mit der Bekanntgabe der Partnerschaft mit Oracle bei der Arbeit an OpenJDK hat IBM diese Unterstützung komplett eingestellt und die Seiten gewechselt. Die Initiative dazu ging von Oracle aus.

Uneinigkeit zwischen IBM und Oracle gibt es nur noch beim Java Community Process (JCP), über den Neuerungen in die Sprache eingebracht werden. Hier fordert IBM (wie auch Oracle vor der Sun-Übernahme) umfassende Reformen, die den Vorgang demokratischer und offener machen. Nun sperrt sich Oracle dagegen und versucht, die Beteiligten mit kleineren Änderungen bei der Stange zu halten.

Laut The Register gab es einen weiteren Grund für Oracle, IBM ins OpenJDK-Boot zu holen. Vor kurzer Zeit hatte Oracle den Fahrplan für Java festgelegt. Es hätte diesen in der Abstimmung im JCP, wo es vollständig isoliert stand, aber gar nicht durchsetzen können. Nun kann sich Oracle der Zustimmung von IBM sicher sein und dies genügt wohl für eine Mehrheit im JCP-Vorstand.

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