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Sa, 30. Oktober 2010, 10:50

Software::Desktop

Wayland zieht zu FreeDesktop.org

Der in Entwicklung befindliche Display-Server Wayland, der einmal eine Alternative zum X-Server werden könnte, zieht zu FreeDesktop.org um.

wayland.freedesktop.org

Vor zwei Jahren wurde Wayland von Kristian Høgsberg angekündigt, damals noch als Display-Server, der auf alle seltener genutzten Features von X verzichten sollte. Die genaue Entwicklungsrichtung war damals noch nicht klar, da das Umschalten des Grafikmodus im Kernel sowie die Speicherverwaltung für die Grafik noch in den Kinderschuhen steckten.

Aktuell wird Wayland zu einem Ersatz des X-Servers entwickelt, der den Compositor bereits eingebaut hat und traditionelle X-Clients nur noch über einen nachgeschalteten X-Server bedient. Damit werden mindestens zwei Kontextumschaltungen in der Ereignisverarbeitungskette vermieden und diverse Schwächen der derzeitigen X-Compositing-Architektur beseitigt. Laut der eigenen Beschreibung des Projekts ist Wayland ein Protokoll zwischen Compositor und Client-Applikationen sowie die entsprechende Implementation als C-Bibliothek. Der Compositor kann dabei ein eigenständiger Display-Server sein, wie er vom Projekt gerade entwickelt wird, eine X-Anwendung oder ein Wayland-Client. Die Clients können traditionelle Anwendungen, X-Server oder andere Display-Server sein. Details können der Architektur-Übersicht entnommen werden.

Das Wayland-Projekt ist nun vollständig unter das Dach von FreeDesktop.org gezogen. Trotz relativ weniger Verlautbarungen scheint das Projekt große Fortschritte zu machen. Es kann sich nun auf das Umschalten des Grafikmodus und die Behandlung der Eingabegeräte im Kernel verlassen. Zum Generieren der aktuellen Testversion von Wayland sind keine privaten Zweige von Standard-Bibliotheken wie Mesa und Cairo-GL mehr nötig, das System läuft jedoch am besten mit den aktuellen Entwicklungsständen dieser Komponenten.

Im aktuellen Stand von Wayland findet man einen X11-Compositor, Multi-Pointer-Unterstützung, ein Drag-and-Drop-Protokoll, das Eingabeumleitungen korrekt handhabt, Setzen von Cursor-Bildern, ein SHM-Puffertransportmechanismus, weitgehend vollständige Portierungen von GTK+ und Qt, ein Wayland-Backend im Clutter-Projekt und die Verwendung von libxkbcommon für das Tastatur-Layout. Einige Demo-Anwendungen laufen bereits, wie man in diversen Screenshots sehen kann.

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