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Mi, 3. November 2010, 13:41

Software::Desktop::KDE

Diskussion: Basis von KDE in Qt integrieren?

Eine Idee von Cornelius Schumacher auf der Liste des KDE-Projektes sorgt seit Tagen für rege Diskussionen. Schumacher schlägt darin vor, KDE teils massiv zu überarbeiten und die Basisfunktionalität der kdelibs direkt in der Qt-Bibliothek zu implementieren.

kde.org

Braucht die KDE-Umgebung eine eigene Basisfunktionalität, oder kann der Inhalt der Basisbibliotheken direkt in Qt überführt werden? Das ist der Grundtenor einer seit Tagen andauernden Diskussion im Lager der KDE-Entwickler. Angestoßen wurde sie mit einer Frage der KDE-Entwicklerin Chani Armitage, die wissen wollte, wozu KDE eigentlich kdelibs brauche. »Ich habe keine Ahnung, wie ich es jemandem erklären soll, warum er die KDE-Plattform nutzen solle und welche Vorteile es mit sich bringt«, so Armitage. Doch weit mehr noch, die Entwicklerin wisse nicht mal, was sich in den kdelibs befinde und was der Vorteil der Plattform gegenüber einer reinen Qt-Anwendung sei.

Diese Frage zu beantworten versprach Cornelius Schumacher. Schumachers Idee sieht allerdings nicht eine simple Beschreibung der Funktion vor, sondern einen Paradigmenwechsel. Laut Aussagen des Entwicklers sollte KDE die Entwicklungsplattform, alle Basisbibliotheken und Plattformmodule direkt in die Qt-Bibliothek einbinden. Ferner sollen alle redundanten Stellen entfernt oder bereinigt werden. »Wir alle lieben Qt, ohne das KDE nicht existieren würde. Wir lieben ebenso die KDE-Entwicklungsplattform, die alles mit sich bringt, was Qt nicht hat oder nicht hatte. Doch gibt es wirklich einen Grund, sie beide separat zu halten?«, fragte Schumacher.

Workspace der Netbook-Variante von Plasma

Workspace der Netbook-Variante von Plasma

Schumacher ist sich dessen im klaren, dass eine Integration der Bibliotheken einen massiven Aufwand bedeuten und mit großer Wahrscheinlichkeit in Qt5 und KDE 5 münden würde. Zuvor müssten nicht nur technische, sondern auch organisatorische Fragen ausgiebig beleuchtet und geklärt werden. Doch die Vorteile würden beiden Seiten nützen. Qt und damit Nokia würden eine aktive Entwicklergemeinde erhalten, die bereits die benötigten APIs entwickelt und stabilisiert hat. Die KDE-Entwickler würden dagegen von Redundanzen bei der Arbeit an MeeGo profitieren. Die Anwender selbst würden dagegen insofern von der Integration profitieren, als dass sie im günstigsten Fall für die KDE-Umgebung nur noch Qt installieren müssen.

Die Idee stieß erwartungsgemäß auf eine gemischte Resonanz. So warnte Juan Carlos Torres davor, KDE künftig nur noch auf ein Framework für Qt zu reduzieren. Der Okular-Maintainer Albert Astals Cid erinnerte gar an das Schicksal des Printing-Stacks »KPrinter«. Auch damals sei Funktionalität von KDE in die Qt-Bibliothek verlagert worden in der Hoffnung, dass »QPrinter« im Endeffekt besser als die alte Lösung werde. Wie sich herausstellte, ein Fehler. QPrinter hinkt der alten Lösung hinterher und wird laut Albert Astals Cid nicht mehr gepflegt.

KDE 4.5.0

kde.org

KDE 4.5.0

Auch andere Entwickler äußerten Bedenken und schlugen eher kleinere Änderungen vor. So sieht beispielsweise Aaron J. Seigo nur wenige Berührungspunkte zwischen KDE und MeeGo. Die Partizipation zwischen den zwei Projekten sei demnach nur eingeschränkt möglich. Ergänzend fügt der Marble-Gründer Torsten Rahn hinzu, dass in kdelibs Bereiche existieren, die nur für KDE relevant und für Qt uninteressant seien. Einer grundsätzlichen Überlegung stehen zwar beide Entwickler offen gegenüber, wichtig sei für sie aber eine Vorbereitung. So merkt Seigo hinzu, dass er erst die Frage geklärt haben möchte, was unter dem Schlagwort »Integration« zu verstehen sei. Laut Seigo gibt es sicherlich Felder, die verbessert werden könnten, doch sei dafür erst eine Analyse notwendig, die den momentanen Zustand widerspiegelt. Im Moment sei die Überlegung nicht mehr als eine Idee, so Seigo.

Mehr begeistert von der Idee zeigen sich dagegen der Amarok-Projektgründer Mark Kretschmann und der Build-Tool-Entwickler Michael Jansen. Sowohl Kretschmann als auch Jansen, sehen in der Idee die Möglichkeit, alte Zöpfe abzuschneiden. Auch sie sprechen sich für eine langsame Integration von kdelibs in Qt aus. Laut Jansen würde alleine schon die Vorbereitung von kdelibs auf einen Merge dem Projekt helfen, problematische Stellen zu erkennen und mögliche Synergien zu finden.

Der grundsätzliche Tenor der Diskussion zeigt, dass durchaus Funktionen von kdelibs in Qt überführt werden könnten. Ob man dagegen die komplette Bibliothek in Qt integrieren sollte, ist fraglich. Zu verschiedenen scheinen die zwei Bibliotheken und zu unterschiedlich die Ausrichtungen zu sein.

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