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Fr, 5. November 2010, 10:21

Software::Distributionen::Ubuntu

Ubuntu will zu Wayland wechseln

Ubuntu-Gründer Mark Shuttleworth hat in seinem Blog das neue Ziel für die Oberfläche Unity vorgegeben: Die Umstellung auf Wayland als Display-Server. Dieser Schritt wird vermutlich mindestens ein Jahr Entwicklungszeit benötigen.

Mark Shuttleworth

Mirko Lindner

Mark Shuttleworth

Nur wenige Tage nach der Ankündigung, dass Unity zum Standard-Desktop in Ubuntu 11.04 wird, hat Ubuntu-Gründer Mark Shuttleworth ein darüber hinaus gehendes Ziel verkündet. Anstelle des X-Servers von X.org soll als Display-Server Wayland zum Einsatz kommen. Dies wird sicher noch nicht in Ubuntu 11.04 der Fall sein, vielleicht auch noch nicht in 11.10, aber mit einiger Wahrscheinlichkeit in 12.04.

Erst kürzlich hatte es ein neues Lebenszeichen von Wayland gegeben, nachdem das Projekt ohne größere Ankündigungen weiterentwickelt wurde. Wayland ist ein Display-Server, der Compositing bereits enthält und damit eine höhere Leistung als X erzielt und einige Nachteile aufhebt. Anwendungen, die diese Vorteile nutzen wollen, müssen spezifisch als Wayland-Clients geschrieben werden. Damit verlieren sie nach derzeitigem Stand allerdings die von X11 gebotene Netzwerktransparenz. Es wird aber keine Aufspaltung der Anwendungen in zwei getrennte Welten geben, denn traditionelle X-Clients werden über einen nachgeschalteten X-Server, der seinerseits als Wayland-Client läuft, weiterhin nutzbar sein.

Shuttleworth hält die Verbesserungen für die Benutzer für wichtiger als den Verlust der Netzwerktransparenz und will Wayland möglichst früh nutzen. Die Arbeit, die Canonical an uTouch und anderen Eingabesystemen vornehme, werde für Wayland relevant und ein nützlicher Beitrag sein.

Ubuntu soll sich aber nicht ausschließlich auf 3D-Grafik festlegen, schreibt Shuttleworth. Auch in zweidimensionale Grafik wird weiterhin Arbeit gesteckt. Er will allerdings GNOME und KDE bei der Portierung auf Wayland unterstützen.

Shuttleworth ist zuversichtlich, dass Wayland große Fortschritte machen wird. Vor der Festlegung auf Wayland wurden auch andere Optionen erwogen. Darunter waren auch kommerzielle Systeme, deren Hersteller Canonical davon überzeugen wollte, ihre Software unter freie Lizenzen zu stellen. Nachdem Canonical allerdings die Kosten für die Erstellung eines neuen Display-Managers abgeschätzt hatte, war das Ergebnis, dass dies zu Inkompatibilität mit bestehenden Anwendungen führen würde und die Kosten keinesfalls wert wäre. Auch die Android-Umgebung wurde betrachtet, doch ist auch dieser Google-Alleingang inkompatibel mit X. Das X Window System steht nach Meinung von Shuttleworth besser da als je zuvor und wird auch nicht untergehen. Es sei aber zunehmend schwieriger, mit X eine moderne und schnelle Oberfläche zu realisieren, wenn Compositing genutzt werden soll.

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