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Mo, 8. November 2010, 17:27

Gesellschaft::Politik/Recht

Linux-Libre 2.6.36 freigegeben

Die FSF Lateinamerika hat eine aktualisierte Version des Linux-Kernels veröffentlicht, die keine unfreien Komponenten enthält. Den Original-Linux-Kernel bezeichnet sie als Köder für proprietäre Software.

Linux-Libre 2.6.36 ist mindestens die zweite Version eines um unfreie Komponenten reduzierten Linux. Im März dieses Jahres hatte die FSF Lateinamerika (FSFLA) bereits Linux-Libre 2.6.33 veröffentlicht. Linux ist seither nicht freier geworden, schreibt die Organisation, sondern enthält sogar mehr unfreie Software und im Kernel noch mehr Treiber, die unfreie Firmware benötigen. Die Kernel-Entwickler sehen hierin kein wesentliches Problem. Die Firmware steht zwar nicht unter der GPL oder anderen freien Lizenzen, darf aber mit dem Kernel weitergegeben und genutzt werden. Da die Firmware in der Regel auf speziellen Chips läuft, sehen sie die Freiheit der Benutzer nicht berührt. Um es einfacher zu machen, unfreie Komponenten zu entfernen, haben sie die Firmware in ein separates Verzeichnis verschoben und es gibt bereits Überlegungen, sie separat vom Kernel zu vertreiben, so dass sie leichter aktuell gehalten werden kann.

Anders sieht das die FSFLA, die den Kernel, aber auch die meisten Linux-Distributionen gar als »Open Core« bezeichnet. Open Core ist ein Geschäftsmodell, das den Kern einer Software unter eine freie Lizenz stellt, der aber ohne proprietäre Erweiterungen kaum nutzbar ist. Solche Software erfüllt die Kriterien freier Software nur noch bedingt und wird daher von einer großen Zahl von Unterstützern freier Software abgelehnt. Unglücklicherweise erfüllt der Linux-Kernel nach Meinung der FSFLA die Definition von Open Core. Für sie ist Open Core gleichbedeutend mit einem freien Köder, der die Anwender zur Nutzung von unfreier Software bringt.

Auch die meisten Distributionen sind nach Ansicht der FSFLA solche Köder und bleiben es, solange sie Software oder Dokumentation enthalten, die Anwender zur Nutzung von unfreier Software »verleiten«. Nur eine Handvoll Linux-Distributionen hat sich die größtmögliche Freiheit auf die Fahnen geschrieben und wird von der FSF entsprechend empfohlen. Unter anderem für solche Distributionen ist der freie Kernel Linux-Libre gedacht, der bei der FSFLA zum Download bereitsteht.

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