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Mo, 29. November 2010, 13:30

Gesellschaft::Politik/Recht

Abkommen der Region Puglia mit Microsoft in der Kritik

Die italienische Region Puglia hat ein Abkommen mit Microsoft geschlossen, in dem es laut der Mitteilung der Verwaltung um Technologieneutralität geht.

Schon der Titel der Mitteilung ist nach Ansicht von Marco Fioretti von stop.zona-m.net merkwürdig. Technologieneutralität erreicht man demnach nicht, indem man ein Abkommen mit einer einzelnen Firma abschließt. Technologieneutralität bedeutet gerade, viele Anbieter und Organisationen mit unterschiedlichen Technologien einzubinden.

Zwei weitere Punkte des Abkommens verdienen nach Ansicht von Fioretti, im Auge behalten zu werden. Zum einen will die Region mit der Hilfe von Microsoft IT-Technologien an allen Schulen bereitstellen. Falls dies darauf hinausläuft, dass Microsoft-Technologien installiert werden, könne von Technologieneutralität schon keine Rede mehr sein. In diesem Fall wäre das Abkommen aber auch unnötig gewesen, denn Italiens Ministerpräsident Berlusconi hat bereits ein entsprechendes landesweites Abkommen abgeschlossen.

Der zweite Punkt ist, dass das Abkommen Interoperabilität und Zusammenarbeit zwischen allen öffentlichen und privaten Einrichtungen ermöglichen soll. Eine solche Interoperabilität ist bekanntlich nur auf zwei Wegen zu erreichen. Entweder werden offene Schnittstellen und Formate gewählt, die es jedem ermöglichen, mit der Software seiner Wahl zu arbeiten, oder alle Beteiligten verwenden die gleiche Software. Es gibt keinen Grund, anzunehmen, dass Microsoft etwas anderes als die letztere Alternative anstrebt. Wie auch immer, es könnte jedenfalls nicht das Microsoft-Format OOXML verwendet werden, da dieses von der Regierung nicht als offen anerkannt ist.

Es ist demnach unklar, was dieses Abkommen zu bedeuten hat, zumal Nichi Vendola, der Präsident der Region Puglia, sich noch nicht klar dazu geäußert hat. Vendola gehört dem entgegengesetzten politischen Spektrum wie Berlusconi an, er ist Präsident der linken Partei SEL.

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