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Fr, 10. Dezember 2010, 10:36

Software::Entwicklung

Apache zieht sich aus Java Community Process zurück

Die Apache Software Foundation hat sich aus Protest gegen die Haltung von Oracle aus dem Vorstand des Java Community Process (JCP) zurückgezogen.

Apache Software Foundation

Die Apache Software Foundation ist von erheblicher Bedeutung für die weltweite Java-Gemeinschaft. An die hundert wichtige Java-Komponenten wurden unter dem Dach der Organisation gestartet oder sind dorthin gezogen und werden nun von den Mitgliedern der Apache Foundation weiter entwickelt. Sogar eine vollständig unabhängige Implementierung der Java-VM unter dem Namen Harmony wurde mit Hilfe von Intel und IBM entwickelt und unter der Apache 2.0-Lizenz vertrieben.

Apache Harmony darf sich allerdings nicht offiziell als Java bezeichnen, da Apache keine Lizenz für das Test-Kit (TCK) für Java SE erhalten hat. Genau das ist einer der Auslöser für den jetzt erfolgten Austritt von Apache, der allerdings vor einem Monat schon angedroht wurde. Denn Apache hat nach eigener Auffassung, ebenso wie Oracle und die anderen Teilnehmer am JCP, durch die JSPA-Vereinbarung das Recht auf eine Lizenz für das Test-Kit (TCK) für Java SE. Oracle bietet diese Lizenz, wie zuvor schon Sun, allerdings nur unter zusätzlichen Bedingungen an, die nach Auffassung von Apache mit freier Software inkompatibel sind. Auf mehrfache Forderungen nach einer geänderten Lizenz hat Oracle ablehnend oder gar nicht reagiert. Apache bezeichnet dies als klaren Vertragsbruch und stimmte aus Protest seit Jahren gegen jeden Vorschlag des Vorstands des JCP.

Der Java Community Process (JCP) ist der Mechanismus, über den Neuerungen in die Sprache eingebracht werden. Die Mitglieder der Java-Gemeinschaft wählen einen Vorstand, getrennt für Java SE/EE und Java ME, der über die Initiativen abstimmt. Bei den letzten Vorstandswahlen wurde die Apache Software Foundation für weitere drei Jahre in den Vorstand von Java SE/EE gewählt. Die anderen der insgesamt 16 Sitze werden von Red Hat, der Eclipse Foundation, Firmen wie Oracle und IBM und Einzelpersonen eingenommen.

Jetzt hat der Vorstand den Plan von Oracle zu Java SE 7 gegen den Widerstand von Apache und anderen Mitgliedern angenommen. Entscheidend dafür dürfte gewesen sein, dass sich Oracle zuvor der Zustimmung von IBM versichert hatte. Infolge der Partnerschaft mit IBM hatte IBM dem Projekt Harmony die Unterstützung aufgekündigt.

Da der angenommene Vorschlag wiederum keine Lizenz für Apache vorsieht und außerdem, so Apache, sich selbst widersprechende Spezifikationen und Lizenzbedingungen für Java SE 7 enthält, macht die Organisation nun ihre Drohung wahr und legt nicht nur den Sitz im Vorstand nieder, sondern zieht seine Vertreter aus dem JCP und sämtlichen Java-Gremien ab. Mit dieser Aktion ist Apache nicht alleine: Doug Lea, Professor, Buchautor und zuletzt Vorsitzender des Komitees JSR 166, und Tim Peierls, aktiver Entwickler und Musiker, waren aus dem gleichen Grund zurückgetreten.

Mit der Zustimmung zu Java SE 7 hat der Vorstand laut Apache seine letzte Chance verspielt, zu beweisen, dass der JCP offen ist und sich an seine eigenen Regeln hält. Doch da der Vorstand es versäumt hat, für die Rechte der Java-Implementierungen einzutreten, und die Integrität von JCP aufgegeben hat, sieht Apache Java nun als proprietäre Technologie an. Die kommerziellen Interessen von Oracle stehen eine transparenten und offenen Leitung des Projekts im Weg und der JCP sei daher nichtig.

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