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Thema: Debian 6.0 soll vollständig freien Linux-Kernel bringen

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Von Christopher Roy Bratusek am So, 19. Dezember 2010 um 19:49 #

>> Wieso bietet man non-free in Synaptic schon vorkonfiguriert an?
Wird es nicht. Der Benutzer wird bei der Installation gefragt, ober er contrib und non-free einbinden möchte. Es ist also deine Entscheidung.

>> Der Nutzer ist nur einen Mausklick von der "Unfreiheit" entfernt.
Ist ja furchtbar, dass man so einfach an die Firmware rankommt.

>> Wie löst Du denn den hier sichtbar werdenden Widerspruch auf?

Nur weil du ein Problem mit der Definition des Wortes "frei" hast, gibt es keinen Widerspruch. Freiheit bedeutet zu tun und zu lassen, was man will (solange man anderen nicht ihre Freiheit nimmt). Das bedeutet auch, wenn man propritäre Software benutzen will, dann darf man das. Die Softwarefreiheit ist bei Debian klar geregelt: Das Team nimmt sich die Freiheit den Kern frei zu halten, und lässt dem Benutzer die Freiheit, unfreie Komponenten zu installieren.

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    Von qwerzuiop am So, 19. Dezember 2010 um 21:04 #

    Es ist schon ein Unterschied, ob man die bloße Möglichkeit, unfreie Firmware nachzuinstallieren, nicht verbaut, oder aber ob man alles schon bereitstellt und so vorbereitet, dass man nur noch mit wenigen Mausklicks das proprietäre "Fehlende" aus den entsprechenden Debian-Repos hinzufügen muß.
    Letzteres macht Debian anscheinend. Das non-free-Repo ist kein externes Repo wie etwa debian-multimedia-org. IMO ist das ziemlich eindeutig. Nur ein Beispiel:
    ftp://ftp.de.debian.org/pub/debian/pool/

    In Synaptic funktioniert das mit einem Mausklick. Das standardmäßig nicht angekreuzte non-free-Repo steht schon da. Schau bitte einfach nach, bei meiner letzten Squeeze-Installation vor etwa einem Monat war das noch so.

    Ich will natürlich nicht behaupten, dass das Gerede vom völlig freien Debiankernel alles nur Fake ist. Aber wirklich konsequent ist diese Vorgehensweise nicht.

    Das liegt an der IMO fatalen "100%-Regelung" im Gesellschaftsvertrag. Ehrlicherweise müsste diese - im Hinblick auf die tatsächliche Vorgehensweise von Debian - dahingehend klargestellt werden, dass sie sich tatsächlich und ausdrücklich nur auf Debian Main bezieht. Das, was Du u.a. über die Freiheit der Nutzer, auch unfreie Software nach eigenem Gutdünken installieren zu können, geschrieben hast, müsste dort ebenfalls stehen, im Sinne eines kleinen, aber notwendigen Exkurses über das Verhältnis von "Softwarefreiheit", "persönlicher (Nutzer-)Freiheit" und der Unmöglichkeit der Ausübung von Zensur durch Debian.

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