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Mo, 10. Januar 2011, 13:35

Gemeinschaft

Anleitung zum erfolgreichen Aufbau einer Open-Source-Gemeinschaft

Wie man eine Open-Source-Gemeinschaft aufbaut und dabei typische Fehler vermeidet, erläutert Dave Neary in einem Artikel auf Vision Mobile.

Dave Neary ist langjähriger GNOME-Entwickler und Mitglied des GNOME-Vorstands. Die Entwicklung freier Software im Rahmen einer Gemeinschaft ist nach seiner Auffassung heute die Norm und wird es immer bleiben. Anhand der Erfahrungen, die mit dem Entwicklungsmodell in mittlerweile über zehn Jahren gemacht wurden, lässt sich aufzeigen, welche Vorgehensweisen zu empfehlen sind und welche besser vermieden werden sollten.

Die Tendenz geht nach neueren Studien dahin, dass die Unternehmen ihre Mitarbeiter stärker ermutigen, mit den freien Projekten zusammenzuarbeiten, statt einfach den freien Code zu nehmen und ihn isoliert anzupassen oder weiterzuentwickeln. Wer den Code außerhalb der Gemeinschaft weiterentwickelt, trägt sämtliche dafür anfallenden Kosten alleine; wer dagegen in der Gemeinschaft arbeitet, profitiert von den Verbesserungen, die andere beitragen.

Unternehmen sollten aber nicht annehmen, dass andere die Arbeit für sie tun, sobald sie Quellcode entweder für ein neues Projekt oder eine Erweiterung eines bestehenden Projekts bereitgestellt haben. Vielmehr müssen sie sich intensiv um den Code und das Projekt kümmern. Der vermutlich größte Fehler ist es, dieser Pflicht nicht nachzukommen. Ein Beispiel für eine Firma, die daran gescheitert ist, ist Xara, die 2005 Xara Xtreme freigegeben hatte, Ende 2006 aber ihr Engagement allmählich einstellte. Übertriebene Erwartungen waren wohl eine Ursache dafür.

Wenn eine Firma sich für die Mitarbeit an einem bestehenden Projekt entscheidet, sollten alle beteiligten Mitarbeiter in die Gemeinschaft einbezogen werden, nicht nur ein einzelner Mitarbeiter, der die Schnittstelle zum freien Projekt bildet. Die Firma muss ferner die Struktur der Gemeinschaft verstehen und sich ihr anpassen. So schloss sich HP der Linux-Gemeinschaft an, obwohl das hauseigene Betriebssystem HP-UX dadurch an Bedeutung verlor. Sun dagegen entschloss sich, mit OpenSolaris und einer zur GPL inkompatiblen Lizenz eine eigene Gemeinschaft aufzubauen, was keinen nennenswerten Erfolg brachte.

Ein anderes häufiges Szenario ist, dass eine Firma ein Open-Source-Projekt gründet. Dabei ist das Ziel, eine oder mehrere Gemeinschaften um das Projekt aufzubauen, beispielsweise für Kernentwickler, Entwickler von Zusatzmodulen, Integratoren oder Anwender. Die grundsätzlich Empfehlung in diesen Fällen lautet, die Hürden für den Einstieg in die Gemeinschaft so niedrig wie möglich zu machen und den Entwicklern keine Steine in den Weg zu legen. Damit ist es unvermeidlich, die Kontrolle über die Richtung, die das Projekt nimmt, aufzugeben. Über die eigenen Aktivitäten ist es immer noch möglich, ausreichend Einfluss zu nehmen. Es ist allerdings auch möglich, die volle Kontrolle über einen Kern des Projekts zu behalten und trotzdem erfolgreich Gemeinschaften für Erweiterungen oder für die Anwender zu schaffen.

Ein Unternehmen, das ein Open-Source-Projekt gründet, sollte zudem eine klare Vorstellung von seinen Zielen haben und ausreichende Mittel dafür bereitstellen. Zu vermeiden sind einige Fehler, die bereits häufig gemacht wurden und sich aus den Grundforderungen fast automatisch ergeben. Das Unternehmen sollte es vermeiden, ein Projekt kontrollieren zu wollen; es sollte seine Arbeit im Rahmen des Projekts öffentlich durchführen, lange Diskussionen über Kleinigkeiten vermeiden und keine Arbeiten für sich selbst reservieren. Wenn das Unternehmen Entwickler des Projekts einstellt, dann sollte es sicherstellen, dass diese sich weiterhin in ihrer Arbeitszeit um das Projekt kümmern können.

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