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Di, 18. Januar 2011, 13:31

Software::Distributionen::Ubuntu

Ubuntu flirtet mit KDE und Qt

Unter dem Namen Unity 2D stellte der Canonical-Angestellte und Ubuntu-Entwickler Bill Filler eine Qt-Version des Unity-Desktops vor. Darüber hinaus plant Canonical, das Dconf-System so zu erweitern, dass es Qt- und KDE-Applikationen einen leichteren Zugriff ermöglicht.

Unity 2D Panel

Bill Filler

Unity 2D Panel

Unity stellt die künftige Standardoberfläche von Ubuntu dar und feierte sein offizielles Debüt in der Netbook-Edition von Ubuntu 10.10, die im Oktober erschienen ist. Die Oberfläche beruht auf Gnome und ähnelte dementsprechend in der Vergangenheit noch stark der Gnome-Oberfläche von Ubuntu. Verschiedene Anpassungen an die begrenzte Bildschirmfläche wurden vorgenommen, unter anderem mit dem Launcher, der auf der linken Seite eine Leiste präsentiert, mit der sich die wichtigsten Programme schnell starten lassen sollen. Programme starten in der Regel mit maximiertem Fenster. Auch das Panel wurde an Netbook-Verhältnisse angepasst. Als Window-Manager kommt Mutter zum Einsatz, der auf Clutter und damit weitgehend auf OpenGL aufsetzt.

Unity 2D mit der Dateianzeige

Bill Filler

Unity 2D mit der Dateianzeige

Unitys Stärke, den Desktop mit Effekten zu verbessern, stellt auch gleichzeitig dessen Schwäche dar. Denn Unity benötigt 3D-Funktionalität, die sich beispielsweise für neue Nvidia-Karten nicht mit den freien Treibern erreichen lässt. Mit neuen ATI-Karten sieht die Lage auch nicht viel besser aus. Einzig Intel-Karten sollen Berichten zufolge problemlos mit Unity arbeiten.

Um das Problem zu lösen, kündigte Canonicals OEM Services Group nun eine spezielle Variante des Desktops unter den Namen »Unity 2D« an. Dabei setzt der Hersteller nicht mehr auf GTK+ als Bibliothek, sondern auf Qt auf. Der Grund: Mit Qt lassen sich die gewünschten Effekte auch ohne 3D-fähige Hardware umsetzen. Damit eliminiert der Hersteller einen der größten Kritikpunkte des neuen Desktops.

Unity 2D

Bill Filler

Unity 2D

Wie Bill Filler in seinem Blog schreibt, seien Funktionen wie Dash, Places, Launcher und Panel bereits in Unity 2D eingebaut worden. Weitere Funktionalität wie uTouch oder Arbeitsflächenumschaltung sollen in den kommenden Monaten hinzukommen. Das System sei bereits in einer Entwicklerversion erhältlich und zeige eine durchaus funktionsfähige Version des Netbook-Desktops. Die Vorabversion lässt sich über die PPA-Repositorien des Projekts installieren und läuft unter Ubuntu 10.10.

Zeitgleich mit der Vorstellung von Unity 2D meldete sich auch Mark Shuttleworth zu Wort und kündigte Canonicals Bestrebungen an, Qt-Applikationen besser in Ubuntu einbinden zu wollen. Wie der Ubuntu-Gründer in seinem Blog schreibt, sollen beispielsweise Qt-Anwendungen künftig mittels spezieller Bindungen Zugriff auf Dconf erhalten und damit dasselbe Einstellungs-Framework wie Gnome-Applikationen nutzen. Damit will Shuttleworth die Integration von Applikationen aus der Qt-Welt vorantreiben.

Zeitgleich betont er allerdings, dass es nicht der Wille von Canonical sei, Ubuntu auf KDE umzustellen oder wichtige Gnome-Applikationen zu entfernen. Auch in naher Zukunft wird Amarok Banshee nicht ersetzen, so Shuttleworth. Vielmehr erhoffe er sich, dass KDE-Entwickler die Erweiterung in ihren Applikationen nutzen und so Ubuntu um zahlreiche weitere Anwendungen ergänzen.

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