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Mi, 19. Januar 2011, 12:22

Software::Kernel

Linux-Kernel 2.6.38 tritt in die Testphase ein

Linux-Initiator Linus Torvalds hat die Kernel-Version 2.6.38-rc1 freigegeben, die bessere Interaktivität unter Last und schnellere Dateioperationen bringt.

Linus Torvalds, Initiator des Linux-Kernels

Linux Foundation

Linus Torvalds, Initiator des Linux-Kernels

In den zwei Wochen seit der Freigabe von Linux 2.6.37 hat Torvalds laut seinen Anmerkungen etwa 7600 Änderungen in den Kernel integriert. Das sind deutlich weniger als in der letzten Version. Zwei dieser Änderungen ragen für Torvalds heraus, die für bessere Interaktivität und höher Geschwindigkeit sorgen sollen.

Eine nicht besonders große, aber sehr wirksame Änderung im Scheduler sorgt dafür, dass tty-Sitzungen automatisch in separate Control Groups eingeteilt werden. Über die Control Groups wird die CPU so aufgeteilt, dass auch besonders CPU-hungrige Prozesse die anderen Prozesse noch zum Zug kommen lassen. Die Interaktivität von Programmen soll dadurch deutlich besser werden, wenn im Hintergrund noch andere Programme laufen, und die Latenzzeiten sollen wesentlich sinken.

Die zweite wichtige und sehr umfangreiche Änderung von Nick Piggin beseitigt die Sperren, die der Kernel beim Auffinden von Dateipfaden setzen muss, und ersetzt sie durch RCU. Damit fällt der letzte Engpass für die Skalierbarkeit dieser Operation weg. Das Ergebnis ist eine massive Steigerung der Geschwindigkeit für alle Aufgaben, die viele Dateipfade benutzen. Jedes entspechende Programm auf einem Mehrprozessorsystem dürfte von dieser Änderung profitieren, selbst wenn es nur einen einzigen Thread nutzt.

Kernelmodule werden nun so geladen, dass ihr Programmcode nicht änderbar ist. Außerdem gibt es nun keine Datenbereiche im Kernel mehr, die ausführbaren Code enthalten. Beides erhöht die Sicherheit, da es damit schwer wird, ausführbaren Code in den Kernel einzuschleusen. Transparent Huge Pages machen es möglich, große Speicherseiten in Anwendungen transparent zu nutzen. Damit wird die Leistung der Speicherverwaltung erhöht und ihr Speicherbedarf gesenkt. Einige Anwendungen können dadurch einige Prozent schneller werden, ohne dass sie geändert werden müssen.

Netzwerkkarten, die über mehrere Sendewarteschlangen verfügen, werden nun mit Transmit Packet Steering effizienter angesteuert. Eine andere Änderung ermöglicht jetzt vertrauenswürdige und verschlüsselte Schlüssel im Kernel. Das veraltete Video4Linux-API in Version 1 wird jetzt im Kernel nicht mehr unterstützt; veraltete Anwendungen, die es noch benötigen, müssen eine Kompatibilitätsbibliothek nutzen.

Viele neue Treiber fanden auch dieses Mal den Weg in den Kernel. Daneben gab es einige Änderungen, die nur für Entwickler von Interesse sind, darunter die Möglichkeit, sogenannte Device-Tree-Binärdateien in den Kernel zu linken. Solche Device Trees sind für eingebettete Systeme gedacht, deren Hardware nicht automatisch erkannt werden kann oder soll.

Die zahlreichen weiteren Änderungen sind im ausführlichen Änderungslog zu finden. Kernel, Patch- und Änderungslog-Dateien sind von zahlreichen Spiegelservern von kernel.org herunterzuladen.

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Kommentare (Insgesamt: 13 || Alle anzeigen || Kommentieren )
Re[2]: Wo kann man Änderungen Modulspezifisch eins (Changelog, Do, 20. Januar 2011)
Re: Wo kann man Änderungen Modulspezifisch einsehe (Changelog, Do, 20. Januar 2011)
Re[4]: Ist Linus .... (Walross, Do, 20. Januar 2011)
Wo kann man Änderungen Modulspezifisch einsehen? (Changelog, Do, 20. Januar 2011)
Re: Adobe Flash Player webcam (da-real-lala, Do, 20. Januar 2011)
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